Er drückt aufs Tempo

Seit 100 Tagen ist Stephan Hänes (SPD) Bürgermeister in Ahnatal

Zuhause ist er nur noch selten: Stephan Hänes (SPD) ist seit 100 Tagen Bürgermeister der Gemeinde Ahnatal und verbringt auch seine Wochenenden
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Zuhause ist er nur noch selten: Stephan Hänes (SPD) ist seit 100 Tagen Bürgermeister der Gemeinde Ahnatal und verbringt auch seine Wochenenden

Seit dem 1. April ist der Sozialdemokrat Stephan Hänes Bürgermeister in Ahnatal. In den ersten 100 Tagen im Amt standen auf seiner Agenda dringende Themen wie die Sanierung der Kita Königsfahrt.

Ahnatal – Es könnte sein, dass Stephan Hänes ein klein bisschen anstrengend ist als Chef. „Fordernd“, sagt der 55-Jährige relativierend und lacht. Seit 100 Tagen sitzt der Sozialdemokrat nun schon auf dem Chefsessel im Ahnataler Rathaus, und es gibt zwar auf der einen Seite „nichts Schöneres, als sich für den eigenen Ort einzubringen“, wie Hänes es ausdrückt. Aber er hat in der Zeit auch schon lernen müssen, seine Ungeduld zu zügeln.

Denn so schnell, wie er Dinge gerne in die Tat umsetzen möchte, geht es dann doch nicht immer. Nach einem halben Leben in der freien Marktwirtschaft musste er sich erst einmal an die Geschwindigkeit und die Komplexität von Entscheidungen in einer Verwaltung gewöhnen. „In der freien Wirtschaft ist Tempo gefragt, da steht man in knallhartem Wettbewerb“, sagt Hänes.

Trotzdem ist er sich sicher, dass sich auch Kommunen ändern müssen, und daran arbeite er. „Wir stehen auch mit anderen Gemeinden in Konkurrenz und wir müssen schneller sein, um richtig gut zu sein“, sagt der Rathauschef. Das gelte nicht nur, wenn es darum ginge, die Kommune lebenswerter und attraktiver für seine Bürger zu gestalten. Die Verwaltung stehe auch im Wettbewerb um die besten Arbeitskräfte auf dem Markt. „Gutes Personal ist schwer zu bekommen, deshalb müssen sie sich wohlfühlen“, sagt Hänes.

Die Frage, die er sich immer stelle, sei: „Wie bringen wir die Gemeinde gemeinsam voran?“ Doch dafür brauche es mehr als eine Person. „Ich kann das nicht alles alleine machen“, sagt der Bürgermeister. Deshalb veranstaltet er seit seinem Amtsantritt auch regelmäßig Treffen mit den Fraktionsvorsitzenden aller Parteien, zu denen er dann auch seine Mitarbeiter mitbringt. „Wo haben wir Potenzial und müssen etwas machen?“ Diese Frage könne man nur gemeinsam klären.

Genügend Themen auf der Agenda gibt es bereits. Eines der dringlichsten: der Ausbau der Kita Königsfahrt. Eines der großen Streitthemen im Wahlkampf. Die Situation ist seither nicht leichter geworden, der Ausbau teurer als gedacht und das Loch im Haushalt größer als vermutet. „Wenn ich einen Wunsch frei hätte, würde ich alles dran setzen, neu zu bauen“, sagt Hänes. Aber das sei unrealistisch weil zeitlich nicht mehr zu schaffen. „Zum nächsten Kindergartenjahr muss alles fertig sein.“ Verschiedene Fördertöpfe machen es nun wahrscheinlich möglich, dass die Kita kernsaniert werden kann.

Auch die Erweiterung der Kita in Heckershausen muss demnächst angegangen werden sowie der Umbau der Stahlbergbaude. Beim Radwegekonzept sei die Verwaltung „schon ein gutes Stück vorangekommen“, sagt Hänes. Mit Albert Walch (Die Grünen) gibt es nun einen Radwegekoordinator, es wird gerade an einem Konzept für einen neuen Radweg nach Harleshausen sowie an einer sicheren Verbindung zwischen dem Kammerberg und Vellmar gearbeitet.

Ideen, wie seine Heimatgemeinde noch schöner werden kann, hat Hänes viele. Auch von anderen Gemeinden lässt er sich inspirieren. Derzeit nutze er seine Sonntage, um durch die Nachbarkommunen zu fahren. „Was machen die besser, und was können wir daraus lernen“, das sei sein Ansatz, sagt Hänes. Die Fotos legt er dann am nächsten Morgen seinen Mitarbeitern auf den Schreibtisch. „Ich freue mich immer, wenn ich gute Ideen mitbringen kann.“

Es sei toll, wenn man gestalten könne, aber Hänes weiß auch, wie die nackten Zahlen aussehen. Der Haushalt für das laufende Jahr ist noch nicht genehmigt und das nächste Jahr wird noch härter werden, prophezeit der Rathauschef. „Ich gehe davon aus, dass wir im nächsten Jahr die Grundsteuer erhöhen müssen.“ Schon im Wahlkampf hatte Hänes mehr Transparenz und Bürgerbeteiligung versprochen, sollte er gewählt werden. Daran will er festhalten, verspricht der Bürgermeister nach 100 Tagen im Amt. (Von Amira El Ahl)

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