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Sie hat ein offenes Ohr für Frauen: Anette Milas ist seit 500 Tagen Frauenbeauftragte des Landkreises Kassel

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Von: Clara Veiga Pinto

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Ihre Türen stehen offen: Anette Milas ist seit September 2021 Frauenbeauftragte des Landkreises Kassel und hilft Frauen bei verschiedenen Anliegen.
Ihre Türen stehen offen: Anette Milas ist seit September 2021 Frauenbeauftragte des Landkreises Kassel und hilft Frauen bei verschiedenen Anliegen. © Clara pinto

Anette Milas ist seit 2021 Frauenbeauftragte des Landkreises und fühlt sich in ihrem Job wohl. In dieser Zeit hat sie schon einige Aktionen organisiert.

Kreis Kassel – Wenn Anette Milas über ihren Beruf als Frauenbeauftragte des Landkreises Kassel spricht, spürt man, dass ihre Arbeit für sie mehr als nur ein Job ist. Mit ihrer besonnenen Art ist sie nicht nur Ratgeberin und erste Anlaufstelle bei Problemen, sondern eine Vertrauensperson für Frauen.

Heute ist die 56-Jährige seit 500 Tagen im Amt. Und das mit einigem Erfolg: „Der Job ist genau das Richtige für mich“, sagt sie und lächelt. Dass sie einmal Frauenbeauftragte des Landkreises sein würde, hätte sie nicht gedacht. „Ich bin durch Zufall an die Stelle gekommen“, erinnert sich die Baunatalerin, die Mutter zweier Kinder ist.

Bis Ende Juni 2021 arbeitete sie im Vorzimmer des ehemaligen Landrates Uwe Schmidt. Mit ihm ging auch ihre Vorgängerin Anna Hesse. „Und so dachte ich mir: Bewerbe ich mich einfach mal“, sagt Anette Milas.

Frauenbeauftragte aus Überzeugung: Anette Milas setzt sich schon lange für Frauen ein

Dass sie nun die Stelle der Frauenbeauftragten des Landkreises bekleidet, ist kein Wunder. Milas hat bereits viel Erfahrung bei den Themen Gleichstellung und Frauenberatung. Seit den 1990ern ist sie im Verein Frauen helfen Frauen im Landkreis Kassel tätig, seit 14 Jahren sogar im Vorstand. „Als vor vielen Jahren eine gute Freundin von mir von häuslicher Gewalt betroffen war, habe ich mich intensiver mit dem Thema beschäftigt“, sagt sie.

Und genau mit diesen Themen hat Anette Milas als Frauenbeauftragte häufig zu tun. „Frauen kommen zu mir, wenn sie Gewalt erfahren. Und bei Fragen zu Scheidung, Geldangelegenheiten, Kinderbetreuung und Wohnungssuche.“ Auch bei den Themen Ausbildung, Mobbing und Schwangerschaft steht Milas ihnen beratend zur Seite und vermittelt an die jeweiligen Kontakte, die sie und ihre Vorgängerinnen geknüpft haben.

Hilft Frauen bei Problemen: Frauenbeauftragte hat Sprechstunde

Das Netzwerken ist ein wichtiger Bestandteil ihrer Arbeit, denn nur so kann sie die hilfesuchenden Frauen gegebenenfalls weitervermitteln – zum Beispiel an Frauenhäuser. Dass ihr Job manchmal auch psychisch anstrengend wird, macht ihr nichts aus. Ihr Ausgleich ist ihr Enkelkind und ihr großer Garten in Baunatal. „Da ist immer etwas zu tun“, sagt sie und lacht.

Der Einstieg in ihre neue Arbeit im Herbst 2021 war von der Coronapandemie geprägt. „Viele Veranstaltungen haben nicht in Präsenz stattgefunden. Das war sehr schade“, erinnert sie die 56-Jährige. Insgesamt wünscht sich Anette Milas mehr Sichtbarkeit und Austausch mit Frauen. „Viele Hilfsangebote sind nicht bekannt genug.“ Frauen würden oft nicht wissen, an wen sie sich wenden können. Auch in ihrer eigenen Sprechstunde gibt es noch Kapazität.

Gehaltsunterschiede und häusliche Gewalt: Milas setzt sich für Frauenrechte ein

Dass ihr Beruf ab und zu hinterfragt wird, ist für Milas nicht ungewöhnlich. Manchmal werde sie gefragt, warum es heutzutage noch eine Frauenbeauftragte gibt. „In solchen Fällen weise ich zum Beispiel auf die immer noch bestehenden Gehaltsunterschiede hin“, sagt sie. „Die meisten, die mich so was fragen, haben sich gar nicht mit dem Thema auseinandergesetzt, da sie nicht betroffen sind.“

Insgesamt hat sich Anette Milas gut eingelebt, fühlt sich pudelwohl und hat bereits viele Aktionen organisiert: Runde Tische gegen häusliche Gewalt und Menschenhandel, sowie einen Frauenwandertag, einen Frauenempfang und vieles mehr.

Workshops und Aktionen von Frauen für Frauen

Auch für dieses Jahr hat sie einiges geplant: Zum Beispiel eine Woche ganz unter dem Motto Frauengesundheit. Dort will sie beispielsweise über Brustkrebs und die Wechseljahre informieren. Auch für den Weltfrauentag am 8. März plant sie schon Aktionen. Der erste Workshop, den die Frauenbeauftragte in diesem Jahr organisiert hat, findet am 25. und 26. Februar statt.

Dort lernen Frauen die Grundlagen der Fotografie mit Spiegelreflexkameras kennen. Denn Anette Milas hat sich zur Aufgabe gemacht, dass es mehr Angebote von Frauen für Frauen gibt. (Clara Pinto/Daniela Scheel)

Mehr Informationen bei Anette Milas unter der Tel. 05 61/10 03 15 40, Frauenbüro: Rainer-Dierichs-Platz 1, Kassel, über der Caricatura, 1. Stock, Raum 101

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