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Sorge wegen Energiekrise – Viele wollen in neue Techniken investieren

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Von: Theresa Novak

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Eine Hand dreht eine Heizung auf: Viele Haushalte in Deutschland müssen sich 2022 auf höhere Heizkosten einstellen.
Viele Haushalte in Deutschland müssen sich 2022 auf höhere Heizkosten einstellen. © Hauke-Christian Dittrich/dpa

Durch die stark steigenden Kosten für Strom, Öl und Gas ist das Thema Energiesparen jüngst noch stärker in den Fokus gerückt. Die Industrie leidet, aber auch viele Privathaushalte trifft es hart – vor allem die mit geringem Einkommen. Dazu kommt die Angst, dass Russland den Gashahn bald komplett abdreht und die Kosten deshalb explodieren.

Kreis Kassel – Manfred Schaub, Geschäftsführer von Energie 2000 in Wolfhagen, verzeichnet bereits im ersten Halbjahr 2022 mehr Energieberatungen als im gesamten vorigen Jahr. Die Energieagentur berät Kommunen und kommunale Einrichtungen, Vereine, Privatpersonen und Unternehmen zu allen Fragen der Energieeinsparung und der Nutzung erneuerbarer Energien.

„Energiesparen ist für die Menschen wichtiger geworden, als je zuvor“, sagt Schaub. Die Motivation komme zu zwei Dritteln übers Portemonnaie. „Die steigenden Preise sind der Hauptgrund, auch mögliche Knappheiten sind ein Thema, über das sich zurzeit viele Sorgen machen.“

Angst sei aber bei Entscheidungen für energiesparende Investitionen am Eigenheim kein guter Berater. „Zum Beispiel ist es gerade der schlechteste Zeitpunkt, seine alte Ölheizung rauszuwerfen und sich eine Wärmepumpe einbauen zu lassen“, sagt Schaub. Denn aktuell seien die Preise für Handwerker und Material hoch und man müsse bei der Wahl der Geräte oft Kompromisse eingehen. „Vieles ist nicht lieferbar und der Kunde muss das nehmen, was gerade da ist. Da eine neue Heizung aber eine Investition für die nächsten 15 bis 20 Jahre ist, sollte sie gut überlegt sein.“

Anders sehe die Sache aus, wenn die alte Heizung kaputt ist. „Dann muss man natürlich handeln. Trotzdem würde ich in diesen Zeiten erstmal versuchen, sie reparieren zu lassen und gegebenenfalls nicht so kostenintensive Einzelteile austauschen.“

Dass zurzeit trotzdem viele Haushalte eine schnelle Lösung wollen, mit der langfristig Energie eingespart wird, kann Schaub zwar verstehen. Er weist aber darauf hin, dass „zurzeit alle Energieträger teuer werden“. Öl und Gas sowieso, aber auch die Kosten für Holzpellets seien rasant gestiegen. „Und natürlich der Strom, mit dem Wärmepumpen betrieben werden.“ Grundsätzlich rät der Fachmann, keine überstürzten Entscheidungen zu treffen. „Ich denke, der Privatmann braucht erstmal keine Panik vor Knappheiten zu haben, die Versorgungssicherheit für Wohngebäude ist gewährleistet. Wenn es eine Einschränkung oder Reduzierung gibt, dann zuerst in der Industrie.“ Trotzdem appelliert er an alle, möglichst viel Energie einzusparen und schonend mit den Ressourcen umzugehen.

Wer im Eigenheim längerfristig Energie sparen will, sollte sich laut Schaub vor allem die Substanz des Gebäudes anschauen und danach entscheiden, welche Maßnahmen sinnvoll sind.

Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) hatte kürzlich ebenfalls alle Bürger zum Energiesparen aufgerufen und gesagt, jede Kilowattstunde helfe. Er selbst habe unter anderem seine Duschzeit verkürzt.

Kontakt: Die Energieagentur bietet teils kostenlose Beratungen rund um das Thema Energiesparen an. Aufwendigere Leistungen wie Gebäudeanalysen sind kostenpflichtig. Infos und Kontakt unter Tel. 0 56 92/9 94 14-0 und 0 56 92/9 94 14-29 und energie2000ev.de

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