„Sieht aus wie auf dem Schrottplatz“

Anwohner des Moselwegs in Bergshausen verärgert über Nachbarsgrundstück

Mehrere Kleintransporter sind auf dem Grundstück im Moselweg 22 abgestellt. Laut Landkreis Kassel ist ein Logistikbetrieb in einem allgemeinen Wohngebiet nicht erlaubt.
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Mehrere Kleintransporter sind auf dem Grundstück im Moselweg 22 abgestellt. Laut Landkreis Kassel ist ein Logistikbetrieb in einem allgemeinen Wohngebiet nicht erlaubt.

Eigentlich lässt es sich in der Reihenhaussiedlung am Moselweg in Bergshausen gut leben. Wenn nicht das Grundstück mit der Hausnummer 22 für Probleme sorgen würde.

Fuldabrück – Mehrere, teilweise abgemeldete Fahrzeuge und Kleintransporter sind dort geparkt. Auch die Straße werde immer wieder zugestellt, sagen die Nachbarn. Dazu kommt stapelweise Altpapier.

„Dort sieht es aus wie auf dem Schrottplatz“, sagt Karin Koch-Störmer, die direkt gegenüber wohnt. Auf ihrem Handy hat sie die Situation seit längerer Zeit fotografisch festgehalten und dokumentiert. „Das ist bestimmt schon seit fünf Jahren so, nichts ändert sich.“ Deshalb habe man sich auch an die Zeitung gewandt.

Ihr Nachbar Wolfgang Böhm bestätigt das. „Hier sieht es nicht nur schlimm aus, von den Fahrzeugen ging bis vor Kurzem auch noch eine Gefahr aus.“ Denn die Kleintransporter seien vergangene Woche noch falsch geparkt worden. „Die haben dann voll in die Straße reingeragt“, sagt Böhm. Das Altpapier, das zwischen den Fahrzeugen abgestellt ist, fliege bei Wind auf der Straße umher.

Wollen den Anblick des Grundstücks nicht mehr hinnehmen: Die Bewohner der Reihenhäuser am Moselweg Wolfgang Böhm, Karl Süme, Dieter Richardt, Horst Reinemann, Gerd Schuppelius und Kurt-Friedrich Peters.

Dieter Richardt, ebenfalls Anwohner der Reihenhäuser gegenüber des Moselwegs 22, fragt sich indes, ob es überhaupt erlaubt ist, im Wohngebiet ein Gewerbe zu betreiben. Denn aufgrund der Kleintransporter liege die Vermutung nahe, dass dort ein Logistikbetrieb ansässig ist. „Die Fahrzeuge blockieren oft den Moselweg, zum Beispiel kommt die Müllabfuhr nicht mehr durch die Straße“, sagt Richardt. „Das Grundstück selbst ist eine Müllhalde mit Schrottfahrzeugen, Altpapier und alten Reifen.“

Mit dem betroffenen Bewohner habe man versucht zu sprechen, er sei auch ganz nett. „Aber es ändert sich einfach nichts.“ Die Gemeinde wisse davon. Oliver Brandenstein vom Ordnungsamt ist der Fall bekannt. „Das Grundstück hat eine längere Geschichte, da waren immer mal verschiedene Gewerbe angemeldet, wie zum Beispiel eine Eisenflechterei und ein Flaschenbierverkauf. Das ist aber Jahrzehnte her. Seit 2019 ist dort nun ein Transportunternehmen angemeldet.“

Für die Gemeinde stellten sich nun zwei Fragen: Ob im Moselweg überhaupt ein Gewerbe angemeldet sein darf, und ob die abgemeldeten Fahrzeuge dort auf dem Grundstück stehen dürfen. „Das klären wir gerade bei der Unteren Bauaufsicht des Landkreises“, sagt Brandenstein. Erst Anfang Februar sei eine Anfrage rausgegangen. Die Gemeinde habe aber bisher keine Antwort erhalten. „Natürlich ist die Situation für die Anwohner nicht schön. Aber wir müssen erst klären, was da rechtlich zu machen ist.“

Der Landkreis hat sich laut Sprecher Harald Kühlborn bereits ein Bild von der Situation vor Ort gemacht. „Wir haben ein Verfahren gegen den Eigentümer eingeleitet. Er muss sich jetzt äußern.“ Grundsätzlich gelte, dass ein Logistikbetrieb in einem allgemeinen Wohngebiet nicht zulässig sei. „Es geht in solchen Fällen um nicht genehmigte Nutzungsänderungen des Grundstücks“, sagt Kühlborn. „Wir gehen davon aus, dass das anhängige Verfahren nicht so lange dauern wird – die Äußerung des Eigentümers müssen wir aber auf jeden Fall abwarten.“

Versuche unserer Zeitung, mit dem Bewohner des Moselwegs 22 über die Parksituation vor ihrem Grundstück zu sprechen, scheiterten. (Theresa Novak)

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