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Arbeiten unterm Sternenhimmel – HNA-Zusteller berichten

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Von: Stefanie Lipfert, Valerie Schaub, Michaela Pflug

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Zusteller Torsten Michalk bringt Leserin Dorothea Barde in Lohfelden die Zeitung.
Mit Spaß an der Arbeit: Zusteller Torsten Michalk bringt Leserin Dorothea Barde in Lohfelden die Zeitung. Normalerweise ist es noch dunkel, wenn er auf seiner Tour ist. © Valerie Schaub

Nachts, wenn die meisten Leser noch schlafen, sind die HNA-Zusteller schon bei Wind und Wetter unterwegs, damit die Zeitung morgens pünktlich aus dem Briefkasten geholt werden kann. Warum sie ihren Job als Austräger lieben, verraten uns vier HNA-Mitarbeiter.

Kreis Kassel – Bei Heinz Arrich in Bergshausen klingelt um 3.30 Uhr der Wecker. Voller Tatendrang steht er auf und rüstet sich für seine Runde: Er zieht seine Reflektorenweste über, und die Stirnlampe darf auch nicht fehlen. „Bei meiner Arbeit kann man sich richtig schön austoben“, sagt Arrich. Der gelernte Fernmeldehandwerker ging 2011 in den Vorruhestand. Für den 66-Jährigen war klar, dass er trotzdem aktiv bleiben möchte. Also begann er als Austräger bei der HNA. Er wollte einer Tätigkeit nachgehen, mit der er seine Vorlieben vereinen kann. Er ist Frühaufsteher und gerne sportlich in der Natur unterwegs.

„Meine Arbeit beginnt damit, die Laufliste auf den neusten Stand zu bringen: Sind neue Leser dazu gekommen, gibt es Abonnenten, die nur am Wochenende beliefert werden?“ Nachdem er die Zeitungen ausgepackt und in das Wägelchen gelegt hat, beginnt Arrichs Fünf-Kilometerrunde. „Zurzeit kann ich während meiner Strecke einen wunderbaren Sternenhimmel betrachten“, sagt der 66-Jährige. Aber er guckt nicht nur nach oben, sondern auch gerne seinen Kunden in die Augen. Denn den persönlichen Kontakt zu den Abonnenten schätzt Arrich sehr.

Heinz Arrich aus Bergshausen schiebt eine Zeitung in einen Briefkasten.
Sport und Arbeit vereint: Heinz Arrich aus Bergshausen kann bei der Arbeit voll auftanken. © Lipfert, Stefanie

Seine Runde endet mit einem ordentlichen Frühstück. „Ich mag, dass ich nach der Arbeit noch den ganzen Tag vor mir und Zeit habe.“ Zum Beispiel, um die Enkel von der Schule abzuholen.

Diese Freiheit schätzt auch Torsten Michalk aus Lohfelden. Für ihn hat der Job als Zusteller eine wichtige Rolle eingenommen. Das Zeitungaustragen hat ihn wieder auf die Beine gebracht. „Ich habe meine Motivation wiedergefunden“, sagt der 60-Jährige.

Vor elfeinhalb Jahren zwang ihn sein gesundheitlicher Zustand zum Jobwechsel. Als Michalk seinen Beruf als Buchhalter gerade aufgegeben hatte, stieß er auf eine Anzeige. Gesucht wurde ein Zusteller für eine Tour nebenan. Eine gute Möglichkeit, um Bewegung an der frischen Luft zu bekommen. Michalk bewarb sich.

An seinen ersten Arbeitstag erinnert er sich noch genau: Es war ein Pfingstsonntag. Er lief seine Tour bei Tageslicht ab, um sich die Briefkästen zu merken. „Ich bin am Montag ihr neuer Austräger“, rief er den Leuten zu, die ihn beäugten. „Seitdem bin ich dabei geblieben.“ Es kamen immer neue Touren dazu, mittlerweile ist Michalk nicht nur Springer, sondern auch Ansprechpartner für Zusteller. Von Nieste bis Hertingshausen kennt er fast jede Tour. „Wo ich einmal war, finde ich blind wieder hin“, sagt er.

Die Entscheidung, seinen alten Beruf aufzugeben, hat Michalk zu keiner Zeit bereut. „Ich bin jetzt viel zufriedener.“ Die selbstständige Arbeit schätzt der gelernte Buchhalter. „Draußen bin ich unabhängig.“ 

Jutta und Kurt Junge aus Baunatal fahren mit dem Auto an den Start ihrer Routen.
Arbeiten zusammen: Jutta und Kurt Junge aus Baunatal fahren mit dem Auto an den Start ihrer Routen. © Pflug, Michaela

So sieht es auch Jutta Junge aus Baunatal: „Das war die beste Entscheidung für mich.“ Vor zwölf Jahren gab sie ihren Job als Kassiererin auf, körperlich ging es nicht mehr. „Aber ganz zuhause bleiben wollte ich nicht.“ Also bewarb sie sich als Austrägerin. „Ich liebe es einfach, nachts durch die Gegend zu laufen“, sagt sie.

Auf ihrer Tour in Baunatal gebe es immer viel zu entdecken. Da spielten manchmal Waschbären- und Fuchsfamilien auf der Straße. Auch ihren Ehemann hat sie angesteckt. Selbst das Aufstehen mitten in der Nacht fällt den beiden 70-Jährigen nicht schwer. Jutta Junge braucht keinen Wecker, erklärt sie. „Und ich kann als ehemaliger Schichtarbeiter eh zu jeder Zeit aufstehen“, sagt ihr Ehemann Kurt Junge.

Eineinhalb bis zwei Stunden dauern die Touren der beiden Baunataler durch ihren Heimatort, nachdem die Zeitungen an ihre Haustür geliefert wurden. Das Ehepaar aber steht immer besonders früh auf, damit sie sich nach der Tour noch einmal ins Bett kuscheln können.

Ihre Freude am Zeitungaustragen hat das Ehepaar Junge mittlerweile an die nächste Generation weitergegeben – ihre Enkelin trägt regelmäßig die Baunataler Nachrichten aus.

Zusteller werden gesucht

Bewerben als HNA-Zusteller kann sich jeder, der mindestens 18 Jahre alt ist. Die Zusteller werden nach dem gesetzlichen Mindestlohn bezahlt und erhalten einen Nachtzuschlag. In der Regel werden von Montag bis Samstag zwischen 4 und 6 Uhr die Zeitungen ausgetragen. In einigen Gebieten kann die Zeitungszustellung auch früher beginnen. Hilfsmittel wie Zeitungswagen und reflektierende Westen werden gestellt. Mehr Infos und das Bewerbungsformular gibt es auf hna-zusteller.de, unter Tel. 05 61/2 03 15 06 und per E-Mail an zustelller@hna.de. 

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