Auf dem Gerüst in die Höhe

Firma G. Keßler schafft Grundlage für Bauprojekte

Gerüstbauer Günter Keßler auf dem Firmengelände in Breitenbach. Links die alte, rechts ein Teil der neuen Halle.
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Gerüstbauer Günter Keßler auf dem Firmengelände in Breitenbach. Links die alte, rechts ein Teil der neuen Halle.

Die Baubranche boomt. Das ist auch gut für lokale Unternehmen wie die Schauenburger Firma Gerüstbau G. Keßler. Denn ob Neubauten, sanierungsbedürftige Denkmäler oder eine renovierungsbedürftige Eissporthalle – Gerüste werden überall da gebraucht, wo in luftiger Höhe gebaut, gestrichen und restauriert wird.

Schauenburg – Über das Malern kam auch Günter Keßler ins Gewerbe. „Mir hat der Gerüstbau einfach mehr Spaß gemacht, und es hat mich mehr interessiert“, sagt der ausgebildete Maler und Lackierer. Keßler liebt seinen Job: „Man arbeitet mit vielen verschiedenen Menschen zusammen, lernt viele Baustellen und Gebäude kennen und hat die Möglichkeit, selbstständig zu arbeiten.“

Eine Ausbildung in seinem Traumjob wäre für den heute 59-Jährigen als Jugendlicher auch noch gar nicht möglich gewesen. Erst seit 1991 ist Gerüstbauer ein anerkannter Ausbildungsberuf. Keßler wirbt für den Job und um Auszubildende, wie vielen Handwerkern falle es ihm schwer, Mitarbeiter zu finden. „Man kann sich auch zügig hocharbeiten“, sagt Keßler. Wer engagiert sei, könne sich in vielen Bereichen fortbilden und weiterqualifizieren. Nur schwindelfrei sollten Interessenten sein. Denn mitunter geht es hoch hinaus, auf Kirchtürme und Hochhäuser in der Region.

Allerdings sind nicht die höchsten Gebäude immer am schwierigsten einzurüsten. „Wenn man mit verschiedenen Höhen und Abstufungen arbeitet, wie zuletzt bei der Eishalle, ist das schon speziell“, sagt Keßler. Auch die Beschaffenheit und Ausrichtung des Bodens spiele eine wichtige Rolle. Daher seien auch PC-Programme zur Planung nicht immer hilfreich. „Wenn alles gerade und perfekt ist, mag das passen. Aber oft ist so eine Planung im Vorfeld graue Theorie.“

Wichtiger sei es, für alle Eventualitäten gerüstet zu sein und beim Aufbau reagieren zu können. Manchmal heißt das auch die Badehose einzupacken, erklärt Keßler. Bei einem Einsatz in der Kurhessentherme etwa, wo das Wasser nicht habe abgelassen werden können, sei das nötig gewesen, unter Wasser zu arbeiten.

Auch wenn der Job Spaß macht, die Sicherheit müsse immer im Auge behalten werden. Ein wichtiges Element sei dabei die Gefährdungsbeurteilung, erklärt Keßler. „Die hat viele Bausteine. Einer ist zum Beispiel sichere Arbeitswege aufzuzeigen.“ So würden potenzielle Gefahren identifiziert, dokumentiert und den anderen beteiligten Unternehmen kommuniziert.

Das sei immer wichtig, denn nicht jeder Beteiligte am Bau verfüge über das gleiche Fachwissen, sagt Keßler. Unsachgemäße Änderungen seien nicht nur verboten, sondern könnten auch fatale Folgen haben. Die Unfallverhütungsvorschriften seien heute grundsätzlich strenger als früher. Auch auf Dinge wie spezielles Schuhwerk, Augenschutz und passende Arbeitskleidung müsste mehr geachtet werden. „Das ist alles zeitaufwenig und viel Schreibkram, aber natürlich wichtig, um die Sicherheit der Mitarbeiter zu garantieren“, sagt Keßler.

Von denen gibt es inzwischen zwölf. Von einem kleinen Unternehmen mit Basis im Garten des eigenen Hauses ist das Unternehmen gewachsen. Aktuell wird am jetzigen Standort im Industriegebiet Breitenbach eine 1000 Quadratmeter große Lagerhalle gebaut. Unter den zwölf Mitarbeitern sind auch mehrere Familienmitglieder. „Ohne sie würde das alles auch gar nicht funktionieren.“

Von Michaela Pflug

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