Gegner der Kurve Kassel können nun Einwände direkt besprechen

Ausschuss macht sich vor Ort ein Bild von geplanter Güterzugtrasse

So könnte es später aussehen: Auf der Simulation der DB Netz AG sieht man wie in der Variante 4b die neue, 330 Meter lange Brücke, die über Teile des Gewerbegebiets in Fuldatal läuft.
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So könnte es später aussehen: Auf der Simulation der DB Netz AG sieht man wie in der Variante 4b die neue, 330 Meter lange Brücke, die über Teile des Gewerbegebiets in Fuldatal läuft.

Fast zwei Jahre ist es jetzt her, dass die Bürgerinitiative Vellmar „Keine Kurve Kassel“ eine Petition an den Deutschen Bundestag gerichtet hat. Auch die Bürgerinitiativen Espenau, Fuldatal und Immenhausen hatten in der Folge Petitionen gegen die geplante Güterzugtrasse im Norden von Kassel eingelegt. Seither befasst sich der Petitionsausschuss mit dem Anliegen.

Kreis Kassel - Nun, kurz vor Ende der Legislaturperiode des Bundestages, wird sich der Petitionsausschuss vor Ort ein Bild davon machen, wie sehr der geplante Streckenverlauf die Menschen in den betroffenen Kommunen belasten und die Landschaft beeinträchtigen würde.

Als zuständiger Berichterstatter hatte Timon Gremmels (SPD) den Ortstermin im Petitionsausschuss beantragt. „Ich freue mich, dass es mir gelungen ist, nach rund anderthalb Jahren Corona-Pandemie den ersten vollwertigen Ortstermin des Petitionsausschusses des Deutschen Bundestags zu mir in den Wahlkreis zu holen“, sagt Gremmels. Ein Vor-Ort-Termin sei eine gute Möglichkeit für die Petenten, über ihr Anliegen in direkten Austausch mit Vertretern des Bundesverkehrsministeriums, der Bahn und mehreren Mitgliedern des Bundestags zu kommen.

Die BIs fordern in ihren Petitionen vor allem „eine objektive und umfassende Prüfung ihres Vorschlages, als Alternative zur Kurve Kassel die vorhandene und kürzere Strecke durch den Solling zu elektrifizieren und sachgerecht auszubauen“, wie es in einer gemeinsamen Presseerklärung im Vorfeld des Ortstermins heißt. Die DB Netz AG habe hier immer wieder auf die höheren Ausbaukosten im Vergleich zur Variante 4b hingewiesen, die sie als Trasse für die Kurve Kassel vorschlägt. Zudem haben die Bürgerinitiativen jetzt noch einmal in einem gemeinsamen Schreiben an die Abgeordneten des Verkehrsausschusses appelliert, die Festlegung der Kurve Kassel als „vordringlichen Bedarf“ im Bundesverkehrswegeplan 2030 (BVWP) auf den Prüfstand zu stellen.

Ihre Einwände können sie nun direkt an die Vertreter des Verkehrsministeriums und des Petitionsausschusses richten. An dem Ortstermin nehmen unter der Leitung von Gero Storjohann (CDU/CSU) Timon Gremmels als zuständiger Berichterstatter, Martin Hohmann (AfD), Bettina Hoffmann (Bündnis 90/Die Grünen) und Sabine Leidig (Die Linke) sowie Vertreter des Bundesverkehrsministeriums und der Deutschen Bahn teil. Neben Repräsentanten der Petenten werden zudem die Bürgermeister der Gemeinden Vellmar, Immenhausen, Espenau, Fuldatal und Grebenstein anwesend sein. Die Gespräche mit den Petenten und Bürgermeistern finden unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt.

Der Petitionsausschuss wird in einer späteren Sitzung über die Petition beraten und dem Deutschen Bundestag eine Beschlussempfehlung vorlegen.

Von Amira El Ahl

Mögliche Streckenführung der Güterzugtrasse Kurve Kassel

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