Bundessache Autobahnen

Hessen Mobil gibt Ende des Jahres Zuständigkeit für Fernstraßen ab

Ab 2021 wird nicht mehr Hessen Mobil, sondern die Autobahn GmbH des Bundes die Planung, den Bau und den Betrieb von Autobahnen rund um Kassel verantworten – so auch die Fertigstellung des A 44-Tunnels Hirschhagen.
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Ab 2021 wird nicht mehr Hessen Mobil, sondern die Autobahn GmbH des Bundes die Planung, den Bau und den Betrieb von Autobahnen rund um Kassel verantworten – so auch die Fertigstellung des A 44-Tunnels Hirschhagen.

Die Landesstraßenbaubehörde Hessen Mobil wird zum 1. Januar 2021 die Zuständigkeit für Autobahnen komplett an den Bund abgeben. Damit wird sich nicht mehr Hessen Mobil im Auftrag des Bundes um den Bau, Ausbau und Erhalt der Autobahnen in Hessen kümmern, sondern der Bund als Eigentümer wird diese Aufgaben übernehmen.

Kreis Kassel - Bereits im Juni 2017 hatten dazu Bundestag und Bundesrat die Gründung einer entsprechenden Gesellschaft – die Autobahn GmbH des Bundes – sowie des Fernstraßen-Bundesamtes beschlossen. Die Reform betrifft also alle Bundesländer. Wichtig dabei: Die Auftragsverwaltung der Bundes-, Landes- und Kreisstraßen wird dabei weiter in den Händen der Straßenbaubehörden der Länder liegen – in Hessen also bei Hessen Mobil. Bei der Reform geht es nur um die Autobahnen.

Die Umstrukturierung und der Aufbau der neuen Institutionen sind inzwischen nahezu abgeschlossen. Hauptsitz der neuen Bundesautobahngesellschaft ist Berlin. Dem untergeordnet sind insgesamt 10 Niederlassungen in Deutschland. Zuständig für Nordhessen wird künftig die Niederlassung Nordwest mit Sitz in Hannover sein. Cord Lüesse ist der Direktor.

Bernhard Klöpfel

Der Niederlassung Nordwest unterstehen wiederum sieben Außenstellen. Sie betreuen insgesamt 1550 Autobahnkilometer in Bremen, Niedersachsen und Nordhessen. Um Nordhessen kümmern sich die Außenstellen Kassel und Fulda. Direktor der Außenstelle Kassel ist Bernhard Klöpfel, sein Sprecher ist Reinhard Banse. Klöpfel wird ab 2021 verantwortlich sein:

  • für die A 7 von der niedersächsischen Landesgrenze bis zum Kirchheimer Dreieck (Anschluss an die A 4) westlich von Bad Hersfeld,
  • für die A 4 vom Kirchheimer Dreieck (Anschluss an die A 7) bis zur thüringischen Landesgrenze,
  • für die A 44 zunächst von Waldkappel über Kassel bis zur Landegrenze nach Nordrhein-Westfalen, später auch für das A 44-Teilstück Waldkappel bis Kreuz Herleshausen-Wommen, das derzeit noch von der Deutsche Einheit Fernstraßenplanungs- und -bau GmbH (Deges) gebaut wird,
  • und für die A 49 von Kassel bis nach Schwalmstadt.

„Die Außenstelle Kassel ist tatsächlich ein Standort mit langer Autobahn-Tradition“, sagt Klöpfel. 270 Mitarbeiter arbeiteten dort derzeit für Hessen Mobil, rund 100 von ihnen werden zur Bundesautobahngesellschaft wechseln – übrigens auch die Mitarbeiter der Autobahnmeistereien in Baunatal und in Hönebach. „All diese Mitarbeiter bleiben an Ort und Stelle, werden ab Januar 2021 nur eben einen neuen Arbeitgeber haben.“

Ähnliches gelte auch für die übrigen drei nordhessischen Hessen-Mobil-Standorte in Bad Arolsen, Eschwege und Fulda. „In Fulda wird das dortige Autobahn-Team um weitere Mitarbeiter ergänzt“, berichtet Bernhard Klöpfel. In Bad Arolsen wechsele ein Projektbüro mit etwa sechs Mitarbeitern zur Bundesautobahngesellschaft und in Eschwege ginge die ganze A 44-Tunnelleitzentrale sowie das dortige Autobahn-Baubüro in die Bundesautobahngesellschaft über. (Boris Naumann)

Know-how geht nicht verloren

Die Verlagerung der Bundesfernstraßenverwaltung von der Länder- auf die Bundesebene steht auch im Zusammenhang mit der Neuregelung der Finanzbeziehungen sowie des Finanzausgleichs zwischen Bund und Ländern. Ziel ist es, effizientere Strukturen sowie bundesweite Qualitätsstandards zu etablieren. „Damit soll das deutsche Autobahnnetz fit für die Zukunft gemacht werden“, sagt Bernhard Klöpfel, Leiter der Außenstelle Kassel.

Die zunehmende Digitalisierung des Verkehrs und der Verkehrssteuerung – auch was großräumige Umleitungen betrifft –, die aufkommende E-Mobilität sowie autonomes Fahren seien nur einige Themen, die Lösungen aus einem Guss mit Blick auf das Autobahnnetz erforderten. „Wenn da jedes Land weiter eigene Sache machen würde, würde es schwer werden, einheitliche Konzepte und Standards zu entwickeln“, sagt Klöpfel.

In jedem Fall blieben durch die Reform das ganze Know-how und die guten Kontakte zu den Landesstraßenbaubehörden erhalten. „Wir sehen das an Kassel: Das Kollegium hat sich ja nicht groß geändert – nur, dass die mit Autobahnaufgaben betrauten Mitarbeiter von Hessen Mobil dann für den Bund arbeiten werden.“ Die enge Zusammenarbeit mit den Kollegen der Hessen-Mobil, die sich weiter um Bundes-, Landes- und Kreisstraße kümmern, werde damit weiter laufen. Das sei wichtig, denn egal, ob es um Autobahnen oder das nachgeordnete Straßennetz ginge: „Das alles zusammen bildet einen einzigen Verkehr, der immer als Ganzes betrachtet werden muss.“ (bon)

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