Probleme beim Laden

Autofahrer beschwert sich über E-Ladestation am Kreishaus

Sorgte offenbar für Probleme beim Laden von Elektroautos: Die Ladestation am Kreishaus des Landkreises Kassel an der Wilhelmshöher Allee.
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Sorgte offenbar für Probleme beim Laden von Elektroautos: Die Ladestation am Kreishaus des Landkreises Kassel an der Wilhelmshöher Allee.

Immer mehr elektronisch angetriebene Fahrzeuge sind auf den Straßen in der Region unterwegs. Und die müssen auch geladen werden. Dass es am Kreishaus in Kassel an der Wilhelmshöher Allee offenbar Probleme gibt, berichtet Ulrich Küthe.

Kreis Kassel - Er wollte kürzlich seinen ID.3 dort laden, was allerdings nicht funktionierte. Küthe versuchte, den Ladevorgang an der Ladesäule zu beginnen. „Was mir auffiel, war, dass keinerlei Beschriftung zur Bedienung des Ladevorgangs auf der Ladesäule angebracht war“, berichtet er. Auch habe ein Hinweis auf die Kosten sowie auf den Betreiber der Ladesäule gefehlt. „Nur ein Hinweis auf die EAM Netzgesellschaft ist an der Ladesäule angebracht“, berichtet der E-Auto-Besitzer.

Nachdem Küthe die Kabelverbindung zwischen seinem ID.3 und der Ladesäule hergestellt hatte, habe er jede seiner drei Ladekarten vor das Lesegerät gehalten: SUN Ladenetz, Alpiq Energie Deutschland GmbH und „We Charge“ von Volkswagen. „Ein kurzer Piepton war zu vernehmen, nur leider gab die Ladesäule keinen Strom frei“, schildert Küthe.

Nach mehreren Wiederholungen ohne Erfolg habe er am Empfang des Kreishauses nachgefragt. Dort sei keine Kenntnis zu der Ladesäule vorhanden, habe die Dame gesagt. Ihm sei die hausinterne Ladekarte im Tausch gegen den Personalausweis angeboten worden, was Küthe auch machte – doch auch mit dieser Karte habe der Ladevorgang nicht funktioniert. Als er den Ladevorgang abbrechen wollte, „gab aber die Ladesäule das Kabel nicht frei, es blieb an Ladesäule und Auto verriegelt, sodass eine Weiterfahrt nicht möglich war“, sagt Küthe.

Daraufhin sei er erneut zum Empfang gegangen und habe seine Not geschildert. Die Dame habe einen Mitarbeiter angerufen, der leider nicht im Haus gewesen sei. Deshalb habe sie den Hausmeister kontaktiert. „Leider hatte dieser Mitarbeiter überhaupt keine Ahnung, was er auch freimütig zugab“, so Küthe. Der Hausmeister habe ihm geraten, mit dem Schlüssel das Auto mehrfach auf- und wieder zuzuschließen – das habe tatsächlich geholfen, der Stecker sei freigegeben worden.

Auch der andere Stecker der Ladesäule habe nicht funktioniert, weshalb Küthe die Hotline der EAM-Netzgesellschaft wählte, die auf einem Aufkleber gestanden habe. „Eine Computerstimme fragte mich nach der Postleitzahl meines Problemstandortes. Ich gab die 34117 an“, berichtet Küthe. Die Stimme habe geantwortet: „Leider rufen Sie außerhalb des Netzgebietes der EAM-Netzgesellschaft an.“

Küthe hat sich über den Vorfall sehr geärgert. „Es kann ja wohl nicht sein, dass die EAM sagt, dass sie nicht zuständig ist“, findet er. Auch, dass keine Preisinformation und kein Partner für die Ladekarten angegeben sind, sei unverständlich.

Das sagt der Landkreis: „Uns sind auch vereinzelt Probleme und Störungen gemeldet worden“, berichtet Landkreissprecher Harald Kühlborn. Die Elektro-Ladesäulen an den Kreisliegenschaften würden von der EAM-Netz GmbH Kassel gewartet – dazu gehöre die Störungsannahme und -beseitigung. Hauptproblem sei wohl die Erreichbarkeit der Störmeldestelle. „Dieses Thema wurde laut EAM durch eine Veränderung des Anrufdialogsystems zwischenzeitlich behoben“, so Kühlborn. Bei den Ladesäulen für Elektroautos habe es der Störungsstatistik der EAM zufolge bisher zwölf abgebrochene Ladevorgänge gegeben, wovon vier auf die öffentlichen Ladesäulen entfielen – ein Abbruch in Kassel und drei in Hofgeismar. Die Tarife für das Laden seien abhängig von den Konditionen der genutzten Providerkarte. Über die Ladesäulen böten 13 Provider ihre Leistungen an. „Die Ladesäulen haben keine umfangreichen Bedienhinweise, da sie selbsterklärend sind“, erklärt der Landkreissprecher.

Das sagt die EAM: „Die öffentliche Ladesäule am Kreishaus in Kassel funktioniert einwandfrei“, sagt EAM-Sprecherin Sandra Hübner. Auch an dem Tag, als Küthe sein Auto aufladen wollte, sei dort zu unterschiedlichen Tageszeiten mit Ladekarten verschiedener Anbieter geladen worden. Es sei ein fehlerfrei gestarteter Ladevorgang registriert, der jedoch offenbar nach kurzer Zeit vom Nutzer abgebrochen wurde. „Generell laden die Nutzer unserer Ladesäulen Ökostrom von der EAM. Dafür berechnen wir unseren aktuell gültigen Haushaltsstromtarif“, sagt Hübner. Darüber hinaus anfallende Gebühren legten die Anbieter der jeweiligen Ladekarten fest. An den EAM-Säulen könne mit den Karten „der großen Verbunde“ wie etwa ENBW und PlugSurfing geladen werden – laut Hübner auch mit der von „We Charge“. Eine Übersicht sei unter eam.de/fuer-zuhause/e-mobilitaet zu finden. Alle Ladesäulen seien an die Netzleitstelle angeschlossen. „Da die Stadt Kassel nicht zum Netzgebiet der EAM gehört, kam es bei dem Kundenanruf zu der geschilderten Ansage“, sagt die Unternehmenssprecherin. Seit Mitte Oktober sei dies behoben, sodass nun auch Störungen an Ladesäulen im Stadtgebiet Kassel möglich seien.

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