Bezahlen sollen Land und Bund

Bahnfahren soll billiger werden - Kreistag will Reform des NVV-Preissystems

Regio-Trams stehen an den Gleisen des Kasseler Hauptbahnhofs.
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Werden Fahrten mit Bus und Bahn bald günstiger? Der Kreistag setzt sich dafür ein, dass das Preissystem des NVV reformiert wird.

Das Preissystem des NVV muss reformiert werden – das forderten SPD, CDU, Grüne und FDP mit einem gemeinsamen Antrag in der jüngsten Kreistagssitzung am Mittwoch.

Kreis Kassel – „Insbesondere in den Kommunen, die nicht zum sogenannten Kassel-Plus-Einzugsgebiet gehören, besteht Verbesserungsbedarf“, heißt es in dem Antrag. Zum Beispiel koste eine Einzelfahrt von Hofgeismar nach Kassel 7,10 Euro, was ein zu hoher Preis und daher unattraktiv sei. „Wenn wir gewisse Klimaziele erreichen wollen, müssen wir den Öffentlichen Personennahverkehr stärken“, sagte Frank Nikutta (SPD). „Ein attraktives Preissystem gehört dazu.“

Gerade Gelegenheitsfahrer müssten oft zu hohe Preise zahlen. Mit dem Schüler- und dem Seniorenticket gebe es zwar gute Preisangebote. Aber wer nur ab und zu von Hofgeismar nach Kassel und zurück fahre und dafür 14,20 Euro zahle, nehme aus Kostengründen am Ende vielleicht doch lieber das Auto.

Leider sei es bisher trotz verschiedener politischer Bemühungen nicht gelungen, Städte wie Hofgeismar, Grebenstein, Immenhausen oder auch Wolfhagen in das bestehende Preissystem von Kassel Plus aufzunehmen.

Finanziert werden soll das Ganze von Land und Bund – so der Plan. „Die Verbesserungen können nicht allein von der kommunalen Familie getragen werden. Deshalb sind Bund und vor allem das Land Hessen gefordert, um die Verkehrswende voranzubringen“, heißt es in dem gemeinsamen Antrag der Fraktionen.

Die CDU ergänzte das Thema: Demnach soll der Kreisausschuss den NVV auffordern, zu prüfen, ob in Randzeiten Anrufsammeltaxis statt normaler Linienbusse eingesetzt werden können. Außerdem beantragten die Christdemokraten, dass der Kreisausschuss den NVV auffordert, Lichtbilder auf die Dauerkarten für Schüler und Senioren zu drucken. „Das soll das Kontrollieren der Fahrscheine erleichtern“, erklärte Andreas Mock (CDU).

Ein weiterer Antrag zum Thema kam von den Grünen. Sie appellierten zwar auch, sich bei Land und Bund für erhöhte Finanzzuweisungen für den NVV einzusetzen – jedoch mit dem Ziel, ein für alle erschwingliches Bürgerticket verbundweit zu ermöglichen, erklärte Fraktionsvorsitzende Monika Woizeschke-Brück.

Der gemeinsame Antrag der vier Fraktionen und die Ergänzungsanträge wurden so beschlossen. „Das stärkt auch die Verhandlungsposition des NVV“, sagte Andreas Mock. (Theresa Novak)

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