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Neonazi (21) als Auszubildender: Landkreis setzt auf Beratung

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Von: Sven Kühling

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Kreis Kassel. Noch offen ist die Zukunft eines 21-jährigen Baunatalers bei der Kreisverwaltung in Kassel. Er war vor einigen Wochen durch rechtsextremen Äußerungen aufgefallen.

„Wir sind da am Ball. Es gibt noch kein Ergebnis“, sagt Bruno Kramer, Geschäftsführer der kreiseigenen Arbeitsförderungsgesellschaft (Agil), bei der der junge Mann eine Ausbildung absolviert. Dort war zunächst eine Auflösung des Ausbildungsvertrages mit dem 21-Jährigen erwogen worden. Im Moment, so Kramer, sei der Auszubildende wie gewohnt an seinem Arbeitsplatz.

Der Mann war Anfang Dezember mit seiner rechtsextremen Gesinnung im Landratsamt aufgefallen. Er hatte die Teilnahme an der Demonstration von Kagida („Kasseler gegen die Islamisierung des Abendlandes“) öffentlich gemacht. Dabei trat zutage, dass sich der Baunataler auch auf anderen Plattformen - beispielsweise bei Facebook im Internet - als Anhänger der NPD präsentierte. Unter anderem hetzte er immer wieder gegen Flüchtlinge.

Nach Bekanntwerden dieser rechtsextremen Haltung habe man sofort reagiert, sagt Kramer. Da man in der Kreisverwaltung einen solchen Fall noch nicht gehabt habe, habe man eine Fachberatungsstelle zur Unterstützung hinzugezogen.

Zentrum aus Marburg 

Bruno Kramer
Bruno Kramer

Dabei handelt es sich um das Informations- und Kompetenzzentrum Ausstiegshilfen Rechtsextremismus mit Sitz in Marburg. Auf Wunsch eines Dritten, in diesem Fall des Landkreises Kassel, trete das Netzwerk mit dem Betroffenen in direkten Kontakt, erläutert Leiter Dr. Reiner Becker die Arbeitsweise des Zentrums. Eingebunden sei der Fall in das Projekt „Rote Linie - Hilfen zum Ausstieg vor dem Einstieg“.

Einzelheiten zu den Gesprächen mit dem jungen Baunataler nennt Becker nicht. Es gehe darum, jemanden, der sich in Richtung Rechtsextremismus orientiere in einen neuen Denkprozess zu bringen. „Das ist sehr mühsam“, sagt Becker zu dieser Aufgabe. Die Arbeit mit dem jungen Baunataler sei noch nicht abgeschlossen. Details zu dem weiteren Umgang mit dem Fall in der Verwaltung des Landkreises Kassel will auch Agil-Geschäftsführer Bruno Kramer nicht nennen. Es handele sich schließlich um Personalangelegenheiten, sagt er. „Es ist ein laufender Prozess. Es gibt noch keine Ergebnisse.“

Von Sven Kühling

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