Aus Hessen und anderen Bundesländern

97 Polizeikommissare feierten ihre Graduierung in Baunatal

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Warten auf die Ernennungsurkunden: Vorher hörten die frischgebackenen Polizeibeamte live gesungenen Deutsch-Pop von der Bühne und eine Rede des Landespolizeipfarrers Kurt Grützner.

Baunatal. In der Baunataler Stadthalle wurden am Freitag Anwärtern aus Hessen und anderen Bundesländern zu Polizeikommissaren im Schutzdienst ernannt.

„Schon als kleines Kind habe ich Polizeibeamte bewundert“, sagt Laura B. (22). Die junge Frau aus Nordhessen, deren richtiger Name zu ihrem Schutz nicht genannt wird, hat gestern das Ziel ihrer Träume erreicht. Sie wurde mit 96 anderen Anwärtern aus Hessen und anderen Bundesländern – davon 21 Frauen und vier Absolventen mit Migrationshintergrund – nach dreijährigem Studium an der Hessischen Hochschule für Polizei und Verwaltung in Kassel und einer Praxisausbildung in diversen Revieren in und um Kassel zur Polizeikommissarin im Schutzdienst ernannt.

Die Nachfrage junger Menschen nach einem dualen Studium und einer Laufbahn im gehobenen Dienst bei der Polizei sei ungebrochen, sagt Regierungsdirektorin Sigrid Josephs, Abteilungsleiterin der Hochschule. Die Durchfallquote der Bewerber, die einen mehrstufigen Test in Sachen Teamfähigkeit, deutscher Sprache, Konzentration und Fitness bestehen müssen, ist aber auch nach wie vor hoch. Nur ein Bruchteil schafft diese Aufnahmeprüfung. Genaue Zahlen waren von Vertretern der Hochschule während der Feier nicht zu erhalten.

Sie freuen sich auf den Polizeidienst: Laura (links) und Helena gehören zu dem einen Viertel Frauen, die unter den angehenden Polizeikommissaren waren. 

„Ich habe mich bei einem Einstellungsberater informiert und mich gründlich auf den Einstellungstest vorbereitet. Das hat gut geklappt“, erzählt Laura B., die demnächst ihre erste Stelle auf einem Revier in Südhessen antreten wird. Sie habe keinen eintönigen Bürojob gewollt. Der Polizeidienst „ist das Gegenteil von langweilig. Jeden Morgen, an dem man aufwacht, weiß man nicht, was der Tag bringt“, sagt die junge Frau.

Wie Laura reizt auch ihre Kollegin Helena S. ( 23, Name geändert) die Vielseitigkeit des Polizeidienstes. Da nehme sie gern die Anstrengung des Schichtdienstes, der sie erwartet, in Kauf. Schon auf dem Gymnasium habe sie mit einer Karriere bei der Polizei geliebäugelt. Dann habe sie sich aber erst einmal auf die Abi-Prüfung konzentriert und zunächst ein Studium für Stadt- und Regionalplanung in Kassel begonnen. Nach drei Semestern habe sie gemerkt, dass das nicht das Richtige für sie ist. Der Möglichkeit, auch bei robusten Großeinsätzen, wie sie die Polizei beispielsweise bei den Krawallen um den G-20-Gipfel in Hamburg absolvierte, eingesetzt zu werden, sehen die beiden jungen Frauen gelassen entgegen. Da hätten sich nur ihre Eltern Sorgen gemacht, erzählen sie. In ihrem Freundeskreis seien sie eher in ihrem Entschluss, Polizistinnen zu werden, bestärkt worden.

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