Hessen Mobil arbeitet an Lösung

A44-Brückenbaustelle bei Baunatal: Hier passiert seit Monaten nichts

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Still ruht die Baustelle: Seit einem halben Jahr tut sich nichts mehr an der A 44-Brücke, die nahe des VW-Werks einen Radweg sowie die Tram-Strecke der Linie 5 überspannt (die Gleise sind aktuell abgebaut). Fertig ist allein das westliche Widerlager für das Südbauwerk (links im Bild).

Seit gut einem halben Jahr tut sich nichts an der A44-Brückenbaustelle bei Baunatal in Höhe des VW-Werks. Der Grund: Die Baufirma kann keine Löcher bohren - und hat deswegen die Arbeit eingestellt.

Die Brücke überspannt die Tram-Strecke der Linie 5 sowie einen Fahrradweg. Seit Oktober 2017 wird an der Sanierung gearbeitet, doch aktuell sind alle Maschinen abgezogen, lediglich Baumaterial liegt hier und da noch herum.

Grund: Die beauftragte Baufirma hat offenbar Probleme damit, in den harten Quarzit-Untergrund Löcher für die Brückenpfeiler zu bohren – und hat deshalb alle Arbeiten eingestellt. So seien bislang nur einzelne Bohrpfeiler auf die erforderliche Endtiefe gebracht worden, teilt Hessen Mobil mit.

Von einem Rechtsstreit mit der Baufirma spricht die Landesstraßenbaubehörde indessen noch nicht. „Wir stehen in ständigem Kontakt mit der Firma und arbeiten an einer Gesamtlösung“, teilt Christina Röntgen, Regionale Bevollmächtigte für Nordhessen bei Hessen Mobil mit. So würden derzeit noch verschiedene Ansätze und Optionen geprüft. Ziel sei es, mit dem Auftraggeber den Weiterbetrieb der Baustelle zu organisieren.

Jedoch sei Hessen Mobil der Auffassung, dass der Auftragnehmer als Fachfirma dazu in der Lage sein sollte, die Bohrungen vorzunehmen. „Ein Auftragnehmer hat grundsätzlich die abgeschlossenen Verträge einzuhalten und darin vereinbarte Leistungen vollumfänglich auszuführen“, teilt Röntgen mit. Tatsächlich liege nach Auffassung von Hessen Mobil eine Pflichtverletzung vor. Deshalb gebe es grundsätzlich die Möglichkeit, die Leistung, oder Teile davon, dem Auftragnehmer zu entziehen.

„Weil dies jedoch erhebliche vertragsrechtliche Konsequenzen hätte, muss solch ein Schritt intensiv geprüft werden“, sagt Röntgen. So seien derzeit Experten eingebunden, die eine rechtliche und technische Bewertung vornehmen. „Sobald Ergebnisse vorliegen können wir uns dazu wieder äußern“.

So ist aktuell überhaupt noch nicht klar, wann die Arbeiten an der Brücke wieder aufgenommen werden. Fertig ist derzeit allein das westliche Brückenwiderlager. „Erst wenn die Tiefengründungsarbeiten abgeschlossen und die Bohrpfähle hergestellt sind, können die Pfeiler und auch das zweite Brückenwiderlager errichtet werden“, sagt Hessen Mobil-Sprecher Horst Sinemus.

So sei schon jetzt mit einer Bauverzögerung zu rechnen. Ursprünglich sollte die Brücke im Herbst 2020 fertig werden. Auch mit Blick auf die Kosten seien Mehrkosten zu erwarten. Wie hoch, sei ebenfalls noch nicht klar. Der Bauauftrag war ursprünglich mit rund 9,4 Mio. Euro vergeben worden.

Damit wird das Nadelöhr auf der A44 durch die Brückenbaustelle wohl noch mindestens zwei Jahre andauern. Schon der Neubau der ersten A44-Brücke über die Gleise der Naumburger Kleinbahn etwa 500 Meter weiter westlich hatte über zwei Jahre lang für verengte Fahrstreifen gesorgt. Mit Abschluss der Bauarbeiten an dieser Brücke begannen sofort die Vorbereitungen für die Baustelle an der Brücke über der Tramlinie 5.

Auch interessant: Die Sanierung der Bergshäuser Brücke an der A44 soll bis Ende April dauern

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