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Agaplesion hat Baunataler Gertrudenstift übernommen

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Von: Sven Kühling

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In neuer Hand: Der Gesundheitskonzern Agaplesion hat die Arbeit im Gertrudenstift in Großenritte aufgenommen. Der bisherige Trägerverein bleibt zu 40 Prozent beteiligt. Archi
In neuer Hand: Der Gesundheitskonzern Agaplesion hat die Arbeit im Gertrudenstift in Großenritte aufgenommen. Der bisherige Trägerverein bleibt zu 40 Prozent beteiligt. Archi © Andreas Fischer/SkyPic

Der Frankfurter Gesundheitskonzern Agaplesion hat das Altenpflegeheim Gertrudenstift in Großenritte übernommen. Nach Angaben von Armin Raatz, Vorsitzender des Trägervereins Ev.-Luth.-Gertrudenstift, hat das Unternehmen bereits am gestrigen Montag die Arbeit in der Baunataler Traditionseinrichtung aufgenommen. Die bisherige Geschäftsführerin Tanja Riese sei vom Vorstand abberufen worden, so Raatz im Gespräch mit der HNA.

Baunatal – Als neuer Übergangsgeschäftsführer werde Bernhard Pammer von Agaplesion eingesetzt, so der Vorsitzende weiter. Am Montagnachmittag seien alle Mitarbeiter von Konzern-Vorstand Jörg Marx über die Neuerungen informiert worden.

Laut Pressemitteilung des neuen Betreibers sind alle Arbeitsplätze gesichert. „Und die ausstehenden Zahlungen können beglichen werden.“ Zur Altenpflegeeinrichtung mit 99 Plätzen gehören rund 130 Beschäftigte. Außerdem werde das Unternehmen auch den Betrieb von zwei Kitas am Standort Baunatal sowie in Guxhagen mit 136 Plätzen weiter führen, ergänzt Raatz.

Für viele Beobachter kam die Übernahme des insolventen Gertrudenstifts zu diesem Zeitpunkt überraschend: Der Trägerverein hatte Agaplesion vor wenigen Tagen den Zuschlag erteilt, obwohl noch ein Insolvenzverfahren lief. Der vorläufige Insolvenzverwalter Steffen Koch hatte gerade erst berichtet, im Rahmen eines Investoren-Prozesses mehrerer Kaufpreis-Angebote von Interessenten bekommen zu haben. Dann überschlugen sich die Nachrichten zur Übernahme des Gertrudenstifts und der Trägerverein präsentierte Agaplesion.

Aufgelöst wurde mit diesem Schritt die ebenfalls insolvente „Junge Pflege“ mit rund 30 Plätzen. Nahezu alle Pflegebedürftigen der sogenannten Phase F seien inzwischen in anderen Einrichtungen untergebracht, so Raatz. Für die 35 Beschäftigten suche man nach Alternativen. „Da werden wir in den nächsten Tagen gucken“, sagt der Vorsitzende des Trägervereins, der ab sofort nur noch mit 40 Prozent an dem Unternehmen beteiligt ist. Möglichkeiten für die Mitarbeiter gebe es beispielsweise auch in anderen Einrichtungen von Agaplesion in der Region.

Die Rücknahme des Insolvenzantrags durch den Vorstand setze der schwierigen Situation nun ein Ende, heißt es in einer Mitteilung von Agaplesion. Alle Beteiligten profitierten von dieser Lösung. „Agaplesion steht für Christlichkeit, Wirtschaftlichkeit und großes Know-how.“ „Der Zusammenschluss ist der richtige Schritt, und wir bleiben auch künftig mitverantwortlich für unsere Einrichtungen“, erklärt Armin Raatz in der Mitteilung. „Wir alle gründen auf einem christlichen Fundament und wollen uns den großen Herausforderungen auf dem Gesundheitsmarkt gemeinsam stellen.“ (Sven Kühling)

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