„Danni bleibt“

Aktivisten blockieren Kasseler VW-Werk in Baunatal - Polizei vor Ort

Aktivisten besetzten am Donnerstagmorgen das Haupttor des VW-Werks in Baunatal, um sich für den Erhalt des Dannenröder Forsts einzusetzen.
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Aktivisten besetzten am Donnerstagmorgen das Haupttor des VW-Werks in Baunatal, um sich für den Erhalt des Dannenröder Forsts einzusetzen.

Aktivisten, die sich für den Erhalt des Waldes und gegen den Weiterbau der A49 einsetzen, haben die Einfahrt zum Kasseler VW-Werk in Baunatal blockiert.

Baunatal – Die Aktivisten waren am Donnerstag (15.10.20209) gegen 6 Uhr vor Ort, um zwei Eingänge des VW-Werks zu blockieren – aus „Solidarität mit der Besetzung des Dannenröder Waldes“, wie die Gruppe in einer Pressemitteilung schreibt. Die Aktion richte sich gegen „eine konzerngesteuerte Verkehrspolitik“ und bekräftige die Forderung eines sofortigen Baustopps der Autobahn 49.

Volkswagen äußert sich zur Blockade des Haupttores

Update vom Donnerstag, 15.10.2020, 13.30 Uhr: Die Produktion verlief am Donnerstag „ohne Beeinträchtigungen nach Plan“, berichtet VW-Sprecher Alexander Gautsche. Dem Unternehmen sei der Klimaschutz ein wichtiges Anliegen – „kein anderer Autobauer setzt so konsequent auf E-Mobilität wie wir“, so Gautsche.

Auch am Standort Kassel werde viel für den Umweltschutz getan. Der Konzern bis 2024 insgesamt 33 Milliarden Euro und wolle bis 2050 klimaneutral werden. Auch am Standort Kassel haben Umweltschutz eine große Bedeutung.

Aktivisten blockieren Kasseler VW-Werk – Polizei vor Ort

Erstmeldung vom Donnerstag, 15.10.2020, 10 Uhr: Die Polizei war vor Ort im Einsatz und bekam laut Pressesprecher Matthias Mänz gegen 6.10 Uhr eine Meldung des Werksschutzes. Die Aktion habe spontan ohne Anmeldung stattgefunden. Eine Durchsage der Polizei wies darauf hin, dass keine Personalien aufgenommen werden. Die Polizei bat die Aktivisten gegen 8.30 Uhr um Beendigung der Blockade des Haupttores und wies auf eine Mahnwache an der Haltestelle VW-Haupttor hin.

Die Aktivisten hatten aus Baumstämmen und Seilen eine Konstruktion gebaut, auf die einer der Teilnehmer hinaufkletterte und ein Banner aufhängte. Nach der Durchsage der Polizei kletterte der Aktivist von der Konstruktion herunter und ging mit den anderen Teilnehmern in Richtung der Bushaltestelle.

Blockade von Kasseler VW-Werk richtet sich gegen Autoindustrie

„Wir sehen die Zukunft nicht in der Autoindustrie“, erklärte eine Aktivistin die Aktion. Ein weiterer Teilnehmer berichtete, dass sich die Blockade ausdrücklich nicht an die Mitarbeiter richte, sondern gegen den Konzern und die Autoindustrie. Anfangs sei versehentlich eine Zufahrt für Mitarbeiter blockiert worden – wenn es deshalb zu Verspätungen beim Dienstbeginn gekommen sein sollte, tue das den Aktivisten leid.

Mit Rufen wie „Danni bleibt“ (bezogen auf den Dannenröder Wald) und „What do we want? Climate Justice! When do we want it? Now!“ (englisch für „Was wollen wir? Klimagerechtigkeit? Wann wollen wir sie? Jetzt!“) verliehen die Aktivisten ihrem Anliegen Nachdruck. Die Gruppe berichtete, dass die Aktion für sie erfolgreich verlaufen sei. „Wir freuen uns über den friedlichen Ausgang und den deeskalativen Umgang mit der Polizei“, so eine der Teilnehmerinnen.

Polizei spricht Aktivisten an – Blockade von Kasseler VW-Werk schnell aufgelöst

Neben der Blockade des Haupttores seien auch an Parkplatz 3 des Werkes Aktivisten gewesen, so Polizeisprecher Mänz. Beamte hätten sie daraufhin angesprochen und die Blockade dort sei schnell aufgelöst worden. Wie viele Einsatzkräfte vor Ort waren, wollte die Polizei aus taktischen Gründen nicht verraten. Im Bereich der Werkseinfahrt waren mehr als zehn Einsatzwagen zu sehen.

Nach der Blockade des Haupttores des VW-Werks in Baunatal hielten die Aktivisten eine Mahnwache an der Haltestelle „VW-Haupttor“ ab.

An der Haltestelle VW-Haupttor setzten die Aktivisten ihren Protest fort, indem sie Banner mit der Aufschrift „Danni bleibt“ und „Autos sind doch scheiße – Verkehrswende jetzt“ aufhingen.

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