VW-Krippe in Baunatal gibt es seit zehn Jahren – Erste im Konzern

Bisher kamen 132 Krabbelkäfer

Der Bedarf an Plätzen in Krippen und Kindergärten ist auch im Altkreis Kassel im vergangenen Jahr gestiegen. Überall wird gebaut.
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Der Bedarf an Plätzen in Krippen Altkreis Kassel im vergangenen Jahr gestiegen. VW bietet Mitarbeitern eine eigene Krippe

Als im Juli 2011 die ersten Krabbelkäfer in die neuen Räume neben dem Kundencenter einzogen, haben sie auch ein Stück VW-Geschichte geschrieben. Die Krippe im westlichen Teil des Baunataler VW-Werks sei die erste dieser Art im Konzern überhaupt gewesen, wie Ulrike Jakob, stellvertretende Betriebsratsvorsitzende und Mitglied im VW-Aufsichtsrat, jetzt bei einer kleinen Geburtstagsfeier berichtete.

Kassel/Baunatal - 132 Kinder – alle von VW-Mitarbeitern und alle unter drei Jahre alt – kamen seither in das Haus am Gerhard-Fieseler-Weg.

„Wir waren die Ersten, die das hinbekommen haben“, erzählte Jakob aus einer Zeit, als die Vereinbarkeit von Familie und Beruf noch nicht so im Mittelpunkt stand wie heute. Vor allem in der Pandemiezeit sei das Angebot für die Familien ganz besonders wichtig gewesen, betonten Jakob und Personalchef Stefan Kreher.

24 Jungen und Mädchen ab dem zehnten Lebensmonat haben in der Betriebskinderkrippe Platz. In jeder der beiden Gruppen gebe es drei Fachkräfte zur Betreuung, erläutern kommissarische Leiterin Vanessa Höhmann und Stellvertreterin Annabel Grosam. Hinzu komme jeweils eine Auszubildende zur Erzieherin. Betreiber ist die Impuls Soziales Management GmbH & Co. KG im Auftrag der Volkswagen AG.

Die Krabbelkäfer bekommen ihren Alltag in der Krippe immer auch in Englisch erklärt. Die Einrichtung biete ein Muttersprachlerin-Konzept, so Höhmann und Grosam. Das führe bisweilen auch zu Situationen, die einen schmunzeln lassen. Sätze wie „Lass und together in den Garten gehen“ oder „Mein Teller ist empty“ seien keine Seltenheit.

Und wie die Digitalisierung im benachbarten VW-Werk eine immer größere Rolle spielt, zieht diese inzwischen auch in die Abläufe der Kleinsten ein. So gibt es seit Kurzem eine Kita-Management-App bei den Krabbelkäfern. Mit der „Family-App“ können die Eltern etwa auf dem Smartphone sehen, ob ihr Kind Mittagsschlaf gehalten hat und ob sie zum Abholen Wechselkleidung mitbringen sollen. Auch die Speisepläne sind darüber abrufbar. „Das bringt für uns eine enorme Zeitersparnis“, sagen Höhmann und Grosam einhellig. Übrigens: Ihren Namen haben die Krabbelkäfer natürlich vom Dauerläufer von Volkswagen – dem legendären VW Käfer. (Sven Kühling)

Hintergrund

Die Kinder der VW-Beschäftigten können die Krabbelkäfer vom zehnten Lebensmonat an bis zum 3. Lebensjahr besuchen. Dann wechseln sie in eine kommunale Einrichtung. Laut Betriebsrat und Personalwesen gibt es immer mal wieder Anfragen, ob Volkswagen zusätzlich ein Angebot für Drei- bis Sechsjährige schaffen könne. „Der Bedarf ist da“, sagt stellvertretende Betriebsratsvorsitzende Ulrike Jakob

Infos zu den Krabbelkäfern, Gerhard-Fieseler-Weg 1 in Baunatal, Tel. 05 61/89 08 96 41

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