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VW-Werk in Baunatal: Konzern macht Ex-Leiharbeitern nach zähen Verhandlungen ein Angebot

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Von: Sven Kühling

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Volles Haus: Rund 5000 Mitarbeiter aus dem VW-Werk Kassel in Baunatal verfolgten die Betriebsversammlung am Dienstag in der Halle 2. Dabei ging es um Personalplanung und den Abschied von Carsten Bätzold.
Volles Haus: Rund 5000 Mitarbeiter aus dem VW-Werk Kassel in Baunatal verfolgten kürzlich die Betriebsversammlungin der Halle 2. Inzwischen gibt es eine Entscheidung zur Personalplanung 2023. © Fischer, Andreas

Beim VW-Werk Kassel in Baunatal verhandelt der Betriebsrat die Übernahme von hunderten Leiharbeitern. Für 250 steht ein Arbeitsvertrag in Aussicht.

Kassel/Baunatal – 300 Leiharbeiter aus dem VW-Werk Kassel in Baunatal wurden im Februar auf die Straße gesetzt. Für 250 von ihnen geht es im Januar am nordhessischen Standort weiter. Sie sollen ein Angebot für einen auf ein Jahr befristeten Stammvertrag bekommen. Das bestätigen stellvertretender Betriebsratsvorsitzender Christian Wetekam und Werksprecher Heiko Hillwig am Donnerstag auf Anfrage.

„Wir haben dieses Verhandlungsergebnis mit dem Unternehmen erzielt“, so Betriebsrat Christian Wetekam zur Weiterbeschäftigung der früheren Leiharbeiter. 200 Frauen und Männer sollen demnach in der Produktion im VW-Werk eingesetzt werden, 50 bekämen ein Angebot aus dem Konzernbereich After Sales im Original-Teile-Center (OTC), erläutert der Betriebsrat weiter. „Für alle laufen die Verträge zunächst von Januar bis Ende 2023.“ Laut Wetekam werden die Betroffenen bereits von ihrer ehemaligen Zeitarbeitsfirma Autovision angeschrieben. „Sie bekommen ein Angebot.“

VW-Werk Kassel in Baunatal: Schwierige Verhandlungen zwischen Betriebsrat und Management

Etwas vorsichtiger formuliert es noch Werksprecher Hillwig: Das Management prüfe derzeit gemeinsam mit dem Betriebsrat verschiedene Handlungsmöglichkeiten, sagt er. Zur Deckung des mittelfristigen Personalbedarfs werde insgesamt 250 Fachkräften ab Januar ein befristeter Arbeitsplatz für zwölf Monate angeboten.

Einige von ehemals 300 Zeitarbeitern haben sich laut Betriebsrat im Februar bereits einen anderen Job gesucht – etwa im Daimler-Achswerk in Kassel, bei VW in Braunschweig und bei Porsche in Leipzig oder Stuttgart. „Das waren aber nur wenige.“ Die seit Monaten laufenden Verhandlungen zwischen Betriebsrat und Management zur Neueinstellung waren offenbar nicht einfach. „Es war ein schwieriger Verhandlungsprozess“, so der stellvertretende Vorsitzende. Schließlich sei es um echte VW-Verträge gegangen. Dass man keine verlängerten Leiharbeitsverträge mehr wolle, habe der Betriebsrat. schon früh deutlich gemacht.

Das Werkmanagement macht Hoffnung auf eine weitere positive Entwicklung am Standort. Man gehe weiter von steigenden Stückzahlen der in Kassel gefertigten Komponenten aus, sagt der Sprecher. (Sven Kühling)

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