Verkehr und Straßenbeschaffenheit waren Thema

Anwohner des Trinewegs in Baunatal-Großenritte machen ihrem Ärger Luft

Bürgerinformation in Baunatal-Großenritte am Baugebiet „Weißes Feld“ mit dem Ersten Stadtrat Daniel Jung (Mitte, dunkles Jackett) und Karsten Brede (links neben der Tafel) vom Tiefbauamt der Stadt.
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Um Erklärungen bemüht: Erster Stadtrat Daniel Jung (Mitte, dunkles Jackett) und Karsten Brede (links neben der Tafel) vom Tiefbauamt der Stadt versuchten bei der Bürgerinformation am Großenritter Baugebiet „Weißes Feld“, Ruhe in die teilweise hitzige Diskussion zu bringen.

Bei zwei Bürgerinformationen in Baunatal-Großenritte am Baugebiet "Weißes Feld" und am Trineweg haben Anwohner ihrem Ärger Luft gemacht - einige kritisierten den Zustand der Straße, manche beschwerten sich über den Verkehr auf dem Trineweg.

Baunatal – Baunatals Erster Stadtrat Daniel Jung (SPD) war am Donnerstagabend eigentlich zur Bürgerminformation gekommen, um den Anwohnern des Wohngebietes „Weißes Feld“ am Ortsrand von Großenritte eine gute Botschaft zu überbringen: Das Wohngebiet bekommt bis Ende Jahres geteerte, breite Straßen, gepflasterte Bürgersteige und gut ausleuchtende Straßenlaternen. 500 000 Euro hat die Stadt dafür eingeplant, das Quartier herzurichten – Baubeginn ist in der kommenden Woche.

Doch die Veranstaltung, zu der rund 60 Anwohner auf dem Spielplatz an der Keltenstraße erschienen waren, nahm schnell einen anderen Verlauf: Klagen der Anlieger wurden laut. Anlass dazu sahen in der Hauptsache die Bewohner des Trinewegs, über die das Wohngebiet ebenfalls zu erreichen ist. „Wir wohnen im oberen Teil der Straße und es ist immer noch eine Zumutung, die Straße zu befahren“, entrüstete sich Klaus Fisseler, der vor 25 Jahren dort gebaut hat.

„Warum wird dieser Teil nicht gleich mit ausgebaut und saniert?“, wollte er wissen. Jung waren diese Fragen offenbar nicht ganz angenehm. Mit seiner Aussage „Lassen sie uns erst einmal hier fertig werden, dann sehen wir weiter“, gaben sich die Anlieger aber nicht zufrieden.

„Die Stadt fängt an der falschen Stelle an“, sagte Jacqueline Un, die am Trineweg wohnt. „Auch dieses und weitere Häuser in der Straße gehören zum Weißen Feld. Das jetzt gleich mit zu machen, wäre wenig Aufwand gewesen“, stellte sie verärgert fest. Jung versuchte zu beschwichtigen, in dem er den Anwesenden einen zweiten Bauabschnitt in Aussicht stellte: „Wir liegen gut in der Kalkulation und wenn es reicht, machen wir das im nächsten Jahr.“ Richtig zufrieden waren die Betroffenen dennoch nicht. „Man drückt sich hier vor einer klaren Aussage“, kommentierte Klaus Fisseler die Diskussion.

In der kommenden Woche soll es erst einmal damit losgehen, die Vorbereitungen für den Straßenbau zu treffen. Anschließend werden die Durchgangsstraßen mit einer Breite von 4,75 bis 5 Metern geteert. Beidseitig gepflasterte Bürgersteige werden angelegt, die an den Straßenübergängen behindertengerecht einen Übergang ermöglichen.

Mit 50 öffentlichen Parkplätzen soll auch das Parkproblem gelöst werden. Außerdem werden die Straßenlaternen mit energieeffizienten LED-Leuchten ausgestattet. Darüber hinaus ist im Herbst eine Begrünung mit Laubbäumen vorgesehen. Wie es mit den 200 maroden Metern im Trineweg weiter geht, wird sicher noch für weiteren Diskussionsstoff bei den Anliegern sorgen.

Bürgerinformation am Trineweg: Kann Blitzereinsatz helfen?

Zu viel Verkehr, zu viel Lärm und zu viele Autofahrer, die sich nicht an das Tempolimit von 30 km/h halten: Anwohner des Trinewegs in Großenritte sind weiter unzufrieden mit der Verkehrssituation auf der Straße. Während einer Bürgerinformation am Donnerstag mit Bürgermeisterin Silke Engler auf dem Bolzplatz am Trineweg wurde deutlich, dass eine Reihe von Anwohnern die Anstrengungen des Rathauses zur Verkehrsberuhigung für unzureichend halten.

Mehr als 30 Anwohner diskutierten bei der Bürgerinformation in Baunatal-Großenritte mit der Bürgermeisterin auf dem Bolzplatz am Trineweg die Verkehrsprobleme.

Sie schlugen Verschiedenes vor, um den Verkehr zu entschleunigen – Engler sagte zu, die Vorschläge zu prüfen. Sie will auch Gespräche mit dem NVV über den Schulbusverkehr auf dem Trineweg führen. Zunächst soll es laut der Verwaltungschefin weitere Blitzereinsätze und Zählungen der Autos geben.

Viele Anwohner teilen offenbar nicht die Einschätzung des Rathauses über die tatsächliche Belastung des Trinewegs durch Autos, Busse, Lastwagen und landwirtschaftliche Fahrzeuge. Im Mai 2014 seien bei Zählungen im Schnitt 4000 Fahrzeuge pro Tag ermittelt worden, bei der vorerst letzten Zählung im September 2019 seien es nur rund 3000 Fahrzeuge gewesen, sagte die Bürgermeisterin. „Die Tendenz ist schon, dass es nach unten geht.“

Bei Tempomessungen im Mai hätten von 875 Fahrzeugen nur 12 Prozent das Tempolimit überschritten, und zwar maximal um 15 km/h. Anwohner Herbert Götz schüttelte da nur den Kopf. Schließlich gebe es schon mehr Verkehr durch die zwei neuen Baugebiete. Zahlreiche Autos würden auch deutlich schneller fahren. „Manche Leute sagen: Die Temposchilder interessieren mich nicht“, erklärte Götz. Er schlug vor, ein sogenanntes Dialog-Display anzuschaffen. Die Stadt habe schon sechs digitale Messgeräte, die die Geschwindigkeit anzeigen und gleichzeitig Fahrzeuge zählen. Diese könnten aber nicht ständig an einem Ort aufgestellt werden.

Daneben gab es mehrere Anregungen, auf dem Trineweg bauliche Hürden einzubauen. Dazu gehören beispielsweise Schweller, sogenannte Berliner Kissen, die der Stadtverordnetenvorsteher Henry Richter ins Spiel brachte. Solche Vorschläge seien prüfenswert, hätten – abgesehen von der Kostenfrage – einen Haken, so die Bürgermeisterin: Der Schulbus müsse seinen Fahrplan einhalten können, wenn es nicht Proteste von Schülern und Eltern geben solle. Deshalb wolle sie Gespräche mit dem NVV führen. (Lutz Herzog und Peter Dilling)

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