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VW-Werk Baunatal: Ausbau beiläufig verkündet

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Von: Sven Kühling

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Soll weiter ausgebaut werden: Die Fertigung von Elektroantrieben – hier die Produktion des Hybridgetriebes DQ400e – soll bis 2026 verdoppelt werden.
Soll weiter ausgebaut werden: Die Fertigung von Elektroantrieben – hier die Produktion des Hybridgetriebes DQ400e – soll bis 2026 verdoppelt werden. © Sven Kühling

Das VW-Werk Kassel in Baunatal soll bis 2026 zum Schlüssellieferanten für die E-Mobilität im Volkswagen-Konzern werden. Hinter einer Investition von 1,2 Milliarden Euro in den nächsten vier Jahren steckt die massive Erweiterung der Produktion von E-Antriebssträngen am nordhessischen Standort.

Kassel/Baunatal - Neben neuen Elektromotoren sollen künftig etwa auch ein Pulswechselrichter zur Leistungs- und Reichweitensteigerung der Autos sowie ein Großgussteil für die nächste Fahrzeugplattform SSP in Baunatal gefertigt werden.

Vorstände dabei

Das alles hatte VW nach einem Standortsymposium am Freitag eher beiläufig in einer Pressemitteilung verkündet (HNA berichtete). Das Werk werde die 2015 gestartete Transformation beschleunigen und das Produktportfolio mit Hochdruck auf Tech-Komponenten für Elektroautos fokussieren, hieß es in dem Papier zu der Standortschau. Neben Personalvorstand Gunnar Kilian und Technik-Vorstand Thomas Schmall nahm auch Gesamtbetriebsratsvorsitzende Daniela Cavallo daran teil.

Diess-Absage

Vorstandsvorsitzender Herbert Diess war nach Informationen der HNA für einen Besuch zwar eingeladen, kam aber letztendlich nicht nach Baunatal. Die Absage des obersten VW-Chefs hat dem Vernehmen nach bei manchem im Werk für Enttäuschung gesorgt, zumal eben an diesem Tag viel Wegweisendes für die weltweit größte Komponentenfabrik von Volkswagen verkündet wurde. Mit den jetzt zugesagten Produkten setzen sich die Nordhessen auch gegen Konkurrenten aus dem eigenen Konzern – etwa aus Spanien und Südamerika – durch.

So sieht Wandel aus

Immerhin wurde die künftige Ausrichtung dann nach dem Ende der Veranstaltung in der Mitteilung verpackt. Und so sieht der Wandel der Fabrik aus: Die Anzahl der aktuell 18 Fertigungslinien für E-Motoren und weitere E-Komponenten werde sich in den kommenden vier Jahren verdoppeln, heißt es. „Alleine bis 2026 wird der Standort sieben neue Komponenten im Programm haben, im Gegenzug laufen nicht mehr zukunftsfähige Komponenten aus.“

Das könnte bedeuten, dass etwa bei der Abgasanlagenfertigung und im klassischen Getriebebau abgebaut wird. „Langfristig könnte Kassel zum größten Komponentenwerk der E-Mobilität werden und neue, zukunftsfähige Arbeitsplätze in der E-Mobilität schaffen“, so die Angaben des Konzerns.

Langfristig solle Kassel zum reinen E-Werk und zum Systemanbieter für die E-Mobilität werden: „Als konzernweites Kompetenzzentrum für E-Antriebe entwickelt Kassel im Verbund mit den Marken Volkswagen und Audi den elektrischen Antriebsstrang der künftigen Scalable Systems Plattform (SSP)“, so die Mitteilung.

Werkleiter/Betriebsrat

„Der Wandel am Standort Kassel kann nur gemeinsam mit der Mannschaft erfolgreich umgesetzt werden“, betont Werkleiter Jörg Fenstermann. „Alle Bereiche haben mit Top-Innovationen gezeigt, welche Kompetenz im Standort steckt, um erfolgreicher Systemlieferant für die Scalable Systems Plattform zu sein: mit dem ersten Großgussteil in der Konzerngeschichte oder Innovationen im Bereich des Pulswechselrichters.“

Und Betriebsratschef Carsten Bätzold sagt: „Die Veränderungsprozesse in der Transformation brauchen Sicherheit und Verlässlichkeit. Gemeinsam mit dem Unternehmen legen wir jetzt die Weichen für zukunftsweisende neue Produkte und langfristige Beschäftigungssicherung. Das hat sich die Kasseler Belegschaft verdient.“

Wie das Werkmanagement die Entwicklung der Stellen-Zahl einschätzt, dazu gab es am Montag keine Auskunft. (Sven Kühling)

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