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Ausstellung in Baunatal zeigte Umbruch in der Branche

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Von: Peter Dilling

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 Jens und Annett Bastian bummelten mit ihren Kindern Svea (10, vorn) und Matti (4, hinten) durch die Ausstellung.
Probesitzen im Cabrio: Jens und Annett Bastian bummelten mit ihren Kindern Svea (10, vorn) und Matti (4, hinten) durch die Ausstellung. © Peter Dilling

Nach zweijähriger Corona-Zwangspause präsentierte sich die 23. Baunataler Automobil-Ausstellung bei Kaiserwetter mit einem Dutzend Ausstellern in gewohntem Gewand – einem gelungenen Mix aus Autoschau und unterhaltsamen Rahmenprogramm, das vor allem von Baunataler Vereinen gestaltet wurde.

Baunatal – Mit der Resonanz am Samstag zeigte sich Stadtmarketing-Geschäftsführer Dirk Wuschko zufrieden. Erwartungsgemäß kamen am Sonntag noch mehr Besucher.

Doch die Schau der glänzenden Karossen zeigte auch wie unter einem Brennglas die Umbrüche, mit der sich die Autobranche derzeit konfrontiert sieht: Die alte Autowelt mit ihren umweltschädlichen Verbrenner-Antrieben ist noch längst nicht tot, die Elektromobilität ist – auch auf der Baunataler Schau – sichtbar auf dem Vormarsch, kämpft aber auch mit einigen Problemen. Für fast alle Modelle galt auch in Baunatal: Schauen und probesitzen kann man sofort, fürs Kaufen muss man einiges an Geduld aufbringen.

Markus Richter vom Skoda Promotion Team, das auf dem Europaplatz mit einem Gewinnspiel wirbt, sagt: „Das Interesse ist groß, aber die Leute wissen, dass es lange Lieferfristen gibt. Die Kunden fragen gezielt nach Bestandsfahrzeugen.“ Mit 12 bis 18 Monaten Wartezeit für einen Neuwagen müsse man rechnen. Chipkrise, gestörte Lieferketten. Kabelbäume, die wegen des Ukraine-Kriegs nicht geliefert werden. Das sind die Stichworte zur Ursache der Malaise.

„Es wird viel nach Elektroautos gefragt, aber kaum ein Hersteller kann liefern“, sagt Thor Weichert, Verkaufsberater von Hansmann Automobile. Hinzu komme, dass viele Kaufwillige wegen der Lieferzeiten um die staatlichen Zuschüsse für den Erwerb eines E-Mobils fürchten. Die Förderung laufe Ende des Jahres aus. Viele wollten abwarten, ob es dann ein neues Förderprogramm gibt. Jens Mölck, Vertriebsleiter des E-Bike-Shops von Glinicke, berichtet, dass auch der Fahrradmarkt Lieferprobleme hat. Zum Glück habe er rechtzeitig sein Lager gefüllt. „Es geht hier meistens darum, Kontakte zu knüpfen.“ Wo der Nachschub an Neuwagen fehlt, darf es auch ein junger Gebrauchter sein. „Wir hatten gleich viele Anfragen und haben schon ein Auto verkauft“, sagt Hamed Habibi, Geschäftsführer des Autohauses Bindschus Stadtmitte.

Neben dem traditionellen „Carwalk“ mit den neuesten Modellen präsentierte sich auch der Verein Elektromobilität Nordhessen mit den privaten E-Autos von Mitgliedern. Der Verein wirbt für den Umstieg auf E-Autos. „Das war schon mal einfacher“, schildert Vereinsmitglied Marc Boll die aktuelle Situation. Es gebe viele detaillierte Nachfragen, aber auch viel Skepsis.

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