1. Startseite
  2. Lokales
  3. Kreis Kassel
  4. Baunatal

Bauarbeiten an der Tramstrecke zwischen Kassel und Baunatal gehen voran

Erstellt: Aktualisiert:

Von: Amir Selim

Kommentare

Gleis an dem gearbeitet wird. Zweiwegebagger auf den Gleisen. Mann hebt Gleis an. Weitere Männer schauen zu.
Mit einem Zweiwegebagger und von Hand verlegen Mitarbeiter der beauftragten Unternehmen neue Gleise. Die Betonschwellen wurden vorher platziert. © Amir Selim

Bis Donnerstag wird im Streckenabschnitt in Baunatal gearbeitet. Ab Karfreitag verkehrt die Tramlinie 5 wieder wie üblich.

Baunatal – Die Bauarbeiten auf der Straßenbahnstrecke zwischen Kassel und Baunatal sind in vollem Gange. „Wir haben einen strammen Zeitplan“, sagt Sven Nagel. Er ist Sachgebietsleiter bei der Hessischen Landesbahn (HLB) und beaufsichtigt die Bauarbeiten vor Ort. Wegen der Arbeiten ist die Tramstrecke der Linie 5 derzeit gesperrt (HNA berichtete).

Vom vergangenen Dienstag bis Donnerstag fanden in den Nächten bereits erste Vorarbeiten statt. Ab Samstag ging es richtig los. 24 Stunden am Stück sei man am Wochenende im Einsatz gewesen, erklärt Nagel. Bis Donnerstag werde nun in langen Tagesschichten die Strecke fertiggestellt. Der Abschnitt wurde zuletzt 1994 erneuert.

Zunächst wurden jetzt die alten Gleise, Schwellen und der alte Schotter entfernt. Insgesamt 1500 Tonnen Schotter wurden geräumt. Ebenso viel werde dann neu aufgebracht. Im ersten Schritt des Neubaus wird der Schotter als Untergrund genutzt. Anschließend werden die Betonschwellen zwischen den Gleisen verbaut.

Mit Betonschwellen auf dem heutigen Stand der Technik

Bisher befanden sich Holzschwellen auf der Strecke. Nun werden diese durch Betonschwellen ersetzt. „Das ist der heutige Stand der Technik“, sagt Nagel. Holzschwellen halten rund 15 Jahre. Früher hielten sie dank verschiedener chemischer Stoffe auch mal länger. Darunter seien jedoch auch gesundheitsgefährdende Mittel gewesen, erklärt Nagel. Deshalb werde Holz nicht mehr verbaut. Die Betonschwellen sollen nun 30 Jahre halten. Insgesamt 720 Schwellen wurden ausgetauscht. Eine Betonschwelle wiegt dabei rund 300 Kilogramm.

Nachdem die Schwellen angebracht sind, werden die Gleise verlegt. Dann kommt der Zweiwegebagger zum Einsatz. Dieser heißt so, weil er sowohl auf der Straße als auch auf Gleisen fahren kann. Die Gleise sind nach diesem Schritt bereits auf wenige Zentimeter genau angebracht, erklärt Nagel. Insgesamt 420 Meter misst die Strecke zwischen dem VW-Werk und dem Bahnhof Großenritte, auf der die Gleise ausgetauscht werden.

Die Gleisstopfmaschine kommt zum Einsatz

Im abschließenden Arbeitsabschnitt wird um die Gleise und zwischen den Schwellen Schotter aufgefüllt. Dafür werden die Gleise angehoben und nach dem Auffüllen auf den Millimeter genau platziert. Mithilfe eines Stopfpickels wird der Schotter dabei an die Schwellen gedrückt. Dabei kommt eine sogenannte Gleisstopfmaschine zum Einsatz, schildert Sven Nagel.

Neben den Arbeiten an den Gleisen werden auch neue Leitungen verlegt und die Sicherheitstechnik erneuert. Von der HLB beauftragt sind die Unternehmen Rose und Steinbrecher. Insgesamt rund 600 000 Euro wurden für die Bauarbeiten investiert, teilt Heidi Hamdad mit. Sie ist Pressesprecherin der Kasseler Verkehrsgesellschaft. Die HLB verfügt im Kasseler Raum über rund 45 Kilometer Strecke.

Wie auf einer Baustelle üblich, arbeite man „manchmal schneller, manchmal langsamer“, sagt Nagel. Je nachdem welche Aufgaben gerade anstehen.

Ab Karfreitag ist die Strecke jedoch wieder freigegeben. Deshalb gebe es den eng getakteten Arbeitsplan. Dann verkehrt die Linie 5 wieder wie gewohnt zwischen Kassel und Baunatal. (Amir Selim)

Auch interessant

Kommentare