DGB-Kundgebung

Pfiffe gegen die AfD: 500 Menschen demonstrieren in Baunatal

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Baunatal ist bunt: Um das Motto der DGB-Kundgebung auf dem Europaplatz zu unterstreichen, ließen die 500 Demonstranten Ballons in den Himmel steigen.

Rund 500 Menschen nahmen am Samstagnachmittag an einer DGB-Kundgebung auf dem Baunataler Europaplatz gegen die AfD teil.  

Pfiffe und Buh-Rufe mussten die rund 150 Menschen, die am Samstagnachmittag die Wahlkampfveranstaltung der AfD mit ihrer Vize-Bundestagsfraktionsvorsitzenden Beatrix von Storch in der Baunataler Stadthalle besuchten, schon ertragen. Diese kamen von einem Teil der 500 Demonstranten, die bei der Kundgebung des DGB waren. Unter dem Motto „Baunatal ist bunt“ hatte die Gewerkschaft auf den Europaplatz eingeladen, um ein Zeichen gegen die AfD zu setzen.

Die AfD marschiere inzwischen Schulter an Schulter mit Pegida, Hooligans und Neonazis, sagte Jenny Huschke, Geschäftsführerin DGB Region Nordhessen. „Die neue Rechte ist gut organisiert und sie ist bereit.“ Und was unternehme Bundesinnenminister Horst Seehofer dagegen? Der relativiere diese Gefahr, indem er behaupte, die Terrorgefahr von links sei genauso groß wie jene von rechts. „So weist man diesen Mob nicht in Schranken“, kritisierte Huschke und urteilte: „Die AfD vergiftet das politische Klima in diesem Land.“

"Die verbreiten Hetze und Lügen": AfD-Anhängerin Karin Müller über die Demonstranten.

Dass die Gräben zwischen den Menschen immer tiefer werden, zeigte sich an der Situation vor Ort. Die Polizei hatte die Stadthalle mit Zäunen gesichert, hinter denen die Demonstranten standen. Auf der anderen Seite Anhänger der AfD und Menschen, die sich über das Programm der Partei informieren wollten.

„Die verbreiten Hetze und Lügen“, wetterte Karin Müller aus Kaufungen über die Demonstranten. Die Frau hielt demonstrativ ein Schild in die Höhe, auf dem stand: „Ich wähle AfD“. „Schäm dich“, rief ihr eine andere Frau zu, die auf der anderen Seite des Zauns stand. Einige AfD-Anhänger winkten den Demonstranten, einer zeigte ihnen den Mittelfinger.

Aber nicht alle Besucher der Wahlkampfveranstaltung zeigten sich so selbstbewusst. „Ich finde es fürchterlich. Die haben uns ausgepfiffen. Dabei wollen wir uns doch nur informieren“, sagte ein Baunatalerin, die auf dem Weg zur Stadthalle war. Die Demonstranten seien intolerant.

„Das ist die neue Demokratie. Es wird keine andere Meinung mehr zugelassen“, schimpfte ein Mann aus Kassel. Seine Frau fügte hinzu: „Ich finde das sehr unangenehm . Ich komme mir vor, als wären wir Außerirdische.“

Als Außerirdische wurden die Besucher der AfD zwar nicht bezeichnet, dafür aber als „Zecken“, „blöde Schweine“ und „Arschlöcher“ beschimpft. Von diesen verbalen Entgleisungen abgesehen, war die Kundgebung – an dem gefühlt wärmsten Oktobertag aller Zeiten – sehr friedlich.

In der Baunataler Stadthalle sprach unter anderem Beatrix von Storch (r.), stellvertretende Fraktionsvorsitzende der AfD im Bundestag.

„Wir setzen heute Nachmittag ein Signal für die Menschlichkeit“, sagte Carsten Bätzold, VW-Betriebsratsvorsitzender, einer der Redner auf der Kundgebung. Bei VW in Baunatal arbeiteten jeden Tag Menschen aus 47 Nationen, inklusive aller Weltreligionen. Hass und Wut breite sich in den Herzen und Köpfen der Menschen aus wie ein Virus. Wer Ängste schüre wie die AfD, mache sich schuldig, wenn daraus Hass und Gewalt entstünden.

500 Menschen demonstrieren gegen AfD-Veranstaltung in Baunatal

AfD-Veranstaltung und Demo in Baunatal
 © Dieter Schachtschneider
AfD-Veranstaltung und Demo in Baunatal
 © Dieter Schachtschneider
AfD-Veranstaltung und Demo in Baunatal
 © Dieter Schachtschneider
AfD-Veranstaltung und Demo in Baunatal
 © Dieter Schachtschneider
AfD-Veranstaltung und Demo in Baunatal
 © Dieter Schachtschneider
AfD-Veranstaltung und Demo in Baunatal
 © Dieter Schachtschneider
AfD-Veranstaltung und Demo in Baunatal
 © Dieter Schachtschneider
AfD-Veranstaltung und Demo in Baunatal
 © Dieter Schachtschneider
AfD-Veranstaltung und Demo in Baunatal
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