Stadt will gegen Versiegelung vorgehen

Einschränkungen für Hauseigentümer: Baunatal erteilt Steingärten Absage

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Im Visier der Stadt Baunatal: Nach Parlamentsbeschluss soll es eine derartige Gartengestaltung künftig nicht mehr geben.

Das Baunataler Stadtparlament erteilte mit mehrheitlichem Beschluss eines SPD-Antrages der Anlage von Stein- und Schottergärten eine Absage.

Der Magistrat soll demnach Möglichkeiten prüfen, einer Gestaltung von Gärten mit Steinen, Schotter oder ähnlichen Materialien entgegenzuwirken.

In jüngerer Zeit häuften sich die „Schottergärten“ insbesondere in Neubaugebieten, heißt es in der Begründung des SPD-Vorstoßes. „In der Regel wird bei der Anlage der gewachsene Oberboden ausgehoben und dann eine Folie verlegt. Darauf kommen Steine, Schotter oder ähnlich Materialien“, heißt es weiter. Durch die Folie werde die Oberfläche versiegelt, so dass Regenwasser nicht versickern könne und der natürliche Wasserhaushalt gestört werde.

"Wollen keine Vorgärten-Polizei"

Mit dem Antrag wolle man zum Umdenken anregen, sagte Dr. Klaus-Peter Lorenz für die Genossen. „Wir wollen aber von niemandem die Vorgärten oder Freiflächen antasten. Wir wollen keine Vorgärten-Polizei“, so Lorenz.

CDU-Fraktionschef Sebastian Stüssel verwies auf die bestehenden Bebauungspläne für Wohngebiete. Dort seien entsprechende Regelungen bereits enthalten. „Wer ein Grundstück kauft, muss das erfüllen.“

Dr Rainer Oswald (FDP) sprach sich gegen den Vorstoß der SPD aus. Man wolle den Bürgern die Freiheit zur Gartengestaltung nicht nehmen, betonte er. „Wir wollen den Bürgern das nicht vorschreiben.“

Edmund Borschel von den Grünen vermutete hingegen, dass die Umsetzung des jetzt gefassten Beschlusses ohne Kontrolle seitens der Behörden nicht funktionieren werde.

Aufklärung statt Verbote

Folgende Ergänzungen von Bürgermeisterin Silke Engler (SPD) sind Teil des nun gefassten Beschlusses:

  • Es soll eine Bestandsaufnahme erfolgen, es sollen die Möglichkeiten plus deren Wirkung dargestellt werden.
  • Es sind keine Verbote gegenüber dem Bürger erwünscht, Aufklärung plus Blick in zukünftige Regelungen beispielsweise in Neubaugebieten soll erfolgen.
  • Die städtischen Flächen sollen mitgedacht werden – das Grünflächenpflegekonzept soll gegebenenfalls angepasst werden.

Bei zwei Gegenstimmen seitens der FDP wurde der Antrag schließlich mit großer Mehrheit angenommen.

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