Immer neue Mängel wurden sichtbar

Baunatal: Aquapark-Dach bleibt weiteres Jahr Baustelle - Schäden größer als zunächst angenommen

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Schon Einiges passiert: Teile des Aqua-Park-Daches wurden bereits neu abgedichtet. Problematisch war der Übergang von den Folienkissen (rechts) zur übrigen Konstruktion. Im Hintergrund ist das Sportbad zu sehen.

Die Sanierung des Daches am Baunataler Aquapark wird länger dauern, als ursprünglich angenommen. Immer neue Mängel traten zutage.

„Wir werden in diesem Jahr nicht fertig werden“, sagt Bürgermeisterin Silke Engler (SPD) auf Anfrage. Zunächst waren für die seit März laufenden Arbeiten drei Monate Bauzeit angesetzt.

Doch die Abdichtung der von Nässe und Feuchtigkeit durchfressenen Konstruktion über dem Freizeitbad gestaltet sich umfangreicher. Immer neue Mängel traten beim Öffnen des Daches zutage. Stadtwerke-Betriebsleiter Jürgen Grimm geht mittlerweile von einer Fertigstellung im Herbst 2020 aus.

Schwimmbad  bleibt während der Sanierung normal geöffnet

Der Badegast merke von den Arbeiten nichts, betont Engler weiter. Das Bad bleibe während der Dachsanierung ganz normal geöffnet. Nach Fertigstellung des ersten Abschnittes durch die Baunataler Firma Becker Bedachungen im Bereich des Sprungturmes in den nächsten Tagen werde die Baustelle winterfest gemacht, ergänzt Grimm. „Im Frühjahr fangen wir dann wieder an.“

Aquapark Baunatal: Mängel im Dach sind 2017 aufgefallen

Sie planen: Marcus Klinge vom Ingenieurbüro EHS (von links), Jürgen Grimm, Betriebsleiter der Stadtwerke, sowie Dirk Mohr, Technischer Leiter im Aqua-Park.

Bei einer Kontrolle 2017 waren den Mitarbeitern des Badbetriebes feuchte Stellen im Dach aufgefallen. Bei folgenden Untersuchungen stellten Firmen fest, dass das erst 2007/2008 sanierte Dach erhebliche Schäden aufweist. „Das ist von oben weggefault“, erläutert der Betriebsleiter. Dämmschichten, OSB-Platten und Verkleidungen seien aufgrund der Nässe zum Teil komplett aufgelöst gewesen. 

Insbesondere in den Übergängen von den bei der Sanierung vor elf Jahren eingebauten lichtdurchlässigen Folienkissen zur restlichen Dachkonstruktion sei Wasser eingedrungen, sagen Grimm sowie Marcus Klinge vom baubegleitenden Ingenieurbüro EHS (Lohfelden) und Torsten Dörrich von Becker Bedachungen.

Ob es bei der Dacherneuerung "Pfusch am Bau" gab, könnte vor Gericht verhandelt werden

Ob es sich bei der Dacherneuerung 2007/2008 um den berüchtigten „Pfusch am Bau“ handelt, muss möglicherweise ein Gericht klären. Laut Grimm läuft nach wie vor parallel zur Sanierung ein Beweissicherungsverfahren. Schon im November 2018 habe sich eine gerichtlich bestellte Gutachterin den Schaden angesehen, so Grimm. „Mehr kann ich zu dem laufenden Verfahren nicht sagen.“ Am Ende müsse die Stadt entscheiden, ob sie gegen die damals beteiligten Firmen Klage erhebt.

Aquapark Baunatal: Sanierung wird teurer als veranschlagt

Ursprünglich hatte die Stadt mit Kosten von 1,6 Millionen Euro (1,2 Millionen reine Baukosten) für die jetzige Sanierung samt Planungs- und Gutachterkosten gerechnet. „Klar, wird das jetzt mehr Geld kosten“, sagt die Bürgermeisterin zu den nun umfangreicheren Arbeiten für den Aufbau der kompletten Dachfläche über rund 2200 Quadratmeter.

Engler geht davon aus, dass zusätzliches Geld im Wirtschaftsplan 2020 bereitgestellt werden muss. Wie groß der Zusatzaufwand ist, sei noch nicht abschließend berechnet. Die Betriebskommission der Stadtwerke muss laut Betriebsleiter Grimm vermutlich noch im November über die Mehrausgaben entscheiden.

Hintergrund: Arbeiten in elf Metern Höhe

Mit moderner Technik wappnet sich die Stadt Baunatal vor neuerlichen Schäden auf dem Flachdach des Aqua-Parks. Laut Stadtwerke-Chef Jürgen Grimm werden 1400 Chips in der neuen Dämmung mit verbaut. Damit lasse sich künftig die Feuchtigkeit des Materials messen. 

Die drei Quadratzentimeter großen Elektronikbausteine ließen sich bei den jährlichen Wartungsarbeiten auslesen. „Das zeigt uns an, wenn etwas nass wird.“ Die Dachsanierung wurde von den Planern in fünf Abschnitte eingeteilt. Der erste Bereich über dem Sprungturm ist so gut wie fertig. Die Arbeiten finden in einer Höhe von bis zu elf Metern statt.

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