Nach Anwohnerbeschwerden: Stadt bremst den Sport aus

Baunatal baut Basketballkörbe am Platz neben der KSV-Sportwelt ab

Esther Ndgongala und Jascha Jacobi vom KSV zeigen eine Spielsituation auf dem Basketballplatz neben der KSV-Sportwelt in Baunatal. Rechts ist die zurückgebliebene Halterung für einen Korb zu sehen.
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Die Baunataler Stadtverwaltung hat die Körbe auf dem Platz neben der KSV-Sportwelt nach Anwohnerprotesten wegen Lärmbelästigung abmontiert. Esther Ndgongala und Jascha Jacobi vom KSV zeigen eine Spielsituation. Rechts ist die zurückgebliebene Halterung für einen Korb zu sehen.

Der Stadtpark in Baunatal galt viele Jahre als urbanes Vorzeigeprojekt in Deutschland – wegen seiner vielen Freizeit- und Sportfelder. Der Basketballplatz neben der KSV-Sportwelt gehörte dazu. Doch das hat sich nun verändert.

Baunatal - Nach Protesten von Anwohnern des neuen Wohngebietes Am Stadtpark wegen Lärmbelästigung ist jetzt Schluss mit Basketballspielen neben der KSV-Sportwelt. Die Stadt hat die Basketballkörbe abmontiert. Insbesondere dem KSV Baunatal liegt das Feld neben dem Vereinszentrum am Herzen. Vor allem im Sommer sei der Platz von Jugendlichen gut besucht, sagen Katrin Eschstruth und Timo Gerhold vom Vorstand.

„Es ist eine Sportanlage, die speziell für die Jugend geschaffen wurde“, so Vorsitzender Gerhold. Mit dem Abbau der Basketballkörbe habe die Anlage nun ihren Aufforderungscharakter zum Sportreiben verloren. „Wir hatten hier eine gemischte Szene“, ergänzt Eschstruth. Sie räumt allerdings ein, dass das Treiben auf dem Platz und das Dribbeln mit den Bällen durchaus Lärm verursache. „Das hören wir auch bei uns in der KSV-Sportwelt.“

Rathaus und Vereinsvorstand berichten ferner, dass es kürzlich eine Versammlung mit Anwohnern aus dem Wohngebiet und Bürgermeisterin Silke Engler vor Ort gegeben habe. Während des Termins hätten einige Bewohner geschildert, wie sehr sie unter Lärm- und Ruhestörungen durch die – zumeist jugendlichen – Basketballspieler leiden würden, heißt es dazu in einer Pressemitteilung aus dem Rathaus. „Permanentes Ball-Prellen, dazu laute Stimmengeräusche, Musik und Grillpartys manchmal bis in die Nacht – viele Anwohner sind genervt.“ Der Lärmpegel sei unerträglich, hätten die Betroffenen berichtet.

Leider hätten keine Jugendlichen an dem Treffen teilgenommen, ergänzt Stadtsprecherin Susanne Bräutigam auf Anfrage. Einladungen durch die Streetworker der Stadt zu dem Termin seien von den Jugendlichen nicht wahrgenommen worden. Grundsätzlich stelle das Sporttreiben kein Problem dar, betont Bräutigam, aber Ruhestörungen bis spät in den Abend hinein seien das Thema. Da es trotz Gesprächen mit den Jugendlichen nicht gelungen sei, das abzustellen, habe man den Abbau der Körbe beschlossen.

Das letzte Wort ist nach Angaben der Sprecherin noch nicht gesprochen. Der Abbau der Körbe gelte zunächst bis September, sagt Bräutigam. Dann werde neu beraten und entschieden. Und: Inzwischen hätten sich auch einige Jugendliche per Mail bei der Stadt gemeldet und Vorschläge gemacht. Eine Variante sei, das Feld am Jugendzentrum Second Home als Ausweichplatz zu nutzen. Bräutigam: „Die Stadt wird auf die Nutzer zugehen und deren Vorschläge aufgreifen.“

Auch KSV-Vorsitzender Timo Gerhold wirbt für Verständnis auf beiden Seiten. „Wir verstehen die Bedürfnisse der Anwohner“, sagt er. Man dürfe aber die Strukturen nicht einfach kaputtmachen, „ohne dass man nach Lösungen gesucht hat“. (Sven Kühling)

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