Rathaus plant Erhöhung

Nach VW-Dieselskandal: Baunataler Eltern protestieren gegen hohe Kita-Gebühren

+
Selbst betroffen: Christoph Hollstein, Vorsitzender des Gesamtelternbeirats, kämpft gegen die geplante Gebührenerhöhung. Seine Kinder gehen auch in eine Baunataler Kita und den Hort.

Die geplante Änderung der Kita- und Hort-Gebührensatzung und die damit verbundene drastische Erhöhung der Gebühren für die Nachmittagsbetreuung empören die Baunataler Eltern.

Die geplante Änderung der Kita- und Hort-Gebührensatzung und die damit verbundene drastische Erhöhung der Gebühren für die Nachmittagsbetreuung sowie eine Einschränkung der bisher sehr flexiblen Betreuungszeiten haben in der Volkswagen-Stadt hohe Wogen geschlagen. Bürgermeisterin Silke Engler (SPD) verteidigt diesen Vorschlag des Magistrats, der am 15. Mai im Haupt- und Finanzausschuss beraten wird und noch vor der Sommerpause abgesegnet werden soll. 

Er sei Bestandteil des Sparprogramms, das wegen des VW-Abgasskandals und der dadurch drastisch gesunkenen Gewerbesteuereinnahmen notwendig sei. Die betroffenen Eltern sind inzwischen per Brief aus dem Rathaus informiert worden.

Die Stadt will ab dem neuen Kindergartenjahr, ab 1. August, die Gebühren der Nachmittagsbetreuung verdoppeln, von 0,50 Euro/Stunde auf einen Euro in den Kitas und von einem auf zwei Euro im Hort. Das Essensgeld soll von 40 auf 60 Euro steigen. Außerdem soll es nicht mehr möglich sein, die Kinder nachmittags jederzeit aus dem Kindergarten abzuholen. Die Eltern müssen sich künftig ein halbes Jahr im Voraus festlegen, an welchen Wochentagen sie ihr Kind um 13 Uhr, um 15.30 Uhr oder um 16.30 Uhr abholen wollen. „Das ist auch in anderen Kommunen üblich“, sagt Engler. 

Baunatal: Neue Kita-Regelung sollte ursprünglich noch strenger werden

Ursprünglich sollte diese neue Regel noch starrer sein. Auf Vorschlag des Gesamtelternbeirats wurde sie abgemildert. „Wir sehen das als ein Teilerfolg an“, sagt dessen Vorsitzender Christoph Hollstein. Nach Absprache mit der Kita-Leitung sei es möglich, in begründeten Ausnahmefällen auch kurzfristig das Kind zu einer anderen Zeit abzuholen – etwa, weil sich die Arbeitszeit eines Elternteils geändert hat, erklärte Engler. Die neue Regelung gebe den Kitas Planungssicherheit und gebe – weil ein ständiges Kommen und Gehen vermieden werde – mehr Ruhe in der Betreuung. „Die völlige Freiheit, das hat nicht funktioniert“, sagt die Bürgermeisterin.

Vor allem gegen die Verdoppelung der Kita- und Hortgebühren will der Gesamtelternbeirat weiter kämpfen. Man habe schon über 300 Unterschriften gesammelt, berichtet Hollstein, der selbst zwei Kinder in der Kita und dem Hort hat und mit etwa 120 Euro Mehrkosten pro Monat für sich selbst rechnet. Baunatal habe immer damit geworben, eine besonders familienfreundliche Stadt zu sein, sagt er. Die Kita-Gebühren seien ja nicht die einzigen, die in Baunatal nun angehoben werden sollen. Die Erhöhung treffe viele Eltern und Alleinerziehende, die mit jedem Euro rechnen müssen.

Aus Sicht der Verwaltung sei die Erhöhung „angemessen“, sagt dagegen die Bürgermeisterin. Seit sehr vielen Jahren seien die Gebühren in Baunatal überhaupt nicht erhöht worden. Sie lägen dann immer noch sehr günstig. „Trotzdem weiß ich, dass die Eltern nicht hurra schreien“, erklärt die Verwaltungschefin weiter. Ein Sparen am hohen Qualitätsstandard der Kitas komme für sie nicht in Frage.

Alles zur VW-Hauptversammlung lesen Sie hier

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.