Anfrage im Stadtparlament

Grüne in Baunatal berichten von Defekten an E-Ladesäulen - Bürgermeisterin verweist auf falsche Kabel

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War Ende September defekt: Die Ladesäule an der Shell-Tankstelle an der Kirchbaunaer Straße. „Dieser Ladepunkt steht aktuell nicht zur Verfügung. Wir arbeiten bereits an einer zeitnahen Entstörung“, steht auf dem Schild.

Immer wieder berichten Nutzer der E-Ladesäulen am Cineplex-Kino und am Aqua-Park in Baunatal von Störungen und Anfälligkeiten beim Ladevorgang.

Dieses Ärgernis ging aus einer Anfrage der Grünen-Fraktion in der jüngsten Baunataler Stadtverordnetenversammlung hervor. „Mal funktioniert eine der drei Ladepunkte nicht, die Sicherung fliegt raus oder die Ladekabel entsprechen nicht den Vorschriften“, heißt es in der Anfrage. 

Besonders ärgerlich sei zudem, dass am Cineplex die Ladekapazität von bisher 11 Kilowatt (KW) auf 3,7 KW gedrosselt wurde. Die Begründung dafür seien technische Probleme gewesen.

Bürgermeisterin Silke Engler (SPD) berichtete, dass die Ursachenforschung bereits läuft. Teilweise liege es wohl an den Ladekabeln – eine bestimmte Kabelart führe zu einer Störung. Es seien also teilweise Anwendungsfehler und keine Probleme an den Ladesäulen.

Drei Plätze für Elektroautos: Die Energienetz Mitte Kassel ist für den Betrieb der Ladesäulen zuständig.

Seit Anfang 2019 gibt es laut Engler einen Servicevertrag für alle Wechselstrom-E-Ladestationen mit der Energienetz Mitte Kassel. „Die Kosten liegen je Wechselstrom-E-Ladestation bei 238 Euro brutto jährlich“, erklärte sie – zuzüglich einer Aufwandsvergütung bei Einsätzen vor Ort und eventuellen Materialkosten. Für die Schnellladesäule am Ratio-Land gebe es einen Servicevertrag mit dem Hersteller, der Firma ABB, die jährlichen Kosten dafür betragen 1933 Euro brutto.

Ein Anschluss mit 11 beziehungsweise 22 KW am Cineplex müsste laut Engler neu hergestellt werden, was 25 000 Euro kosten würde. Es gebe aber bisher nur zwei Autotypen, die mit 22 KW Wechselstrom laden können – „auch echte 11 KW Ladeleistung können nur wenige Automodelle“, so Engler. Die meisten Elektroautos seien auf eine Ladeleistung zwischen 3,7 und 7,6 KW ausgelegt. Man gehe davon aus, dass die öffentlichen Säulen nur zum Nachladen gedacht sind, deshalb seien 3,7 KW ausreichend. Trotzdem sind laut Engler eine Ladesäule mit 11 KW und zwei mit 3,7 KW am Kino geplant.

„In Baunatal betreuen wir insgesamt sechs E-Ladesäulen“, berichtet Sandra Hübner, Sprecherin der Energienetz Mitte. Darunter befänden sich Ladesäulen der Stadt Baunatal und des Unternehmens. „Wir haben in Baunatal kein auffälliges Störungsaufkommen an den Ladesäulen verzeichnet“, so Hübner. Wie an jedem elektrischen Gerät seien allerdings auch an den Ladesäulen kleinere Störungen nicht vollständig auszuschließen.

Engler berichtete für das Jahr 2019 von zwölf Störungsmeldungen an der E-Ladestation an der Shell-Tankstelle, zehn am Kino und elf am Aqua-Park. Wann die Störungen stattfanden und wie lange sie dauerten, ging aus Englers Antwort nicht hervor.

An allen von der Energienetz Mitte betreuten Ladesäulen ist gut sichtbar eine Servicenummer angegeben, sagt Hübner, die zu der rund um die Uhr besetzten Netzleitstelle in Baunatal führt.

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