Vorgezogenes Weihnachtsgeschenk für Hilfskräfte

Hotelier zahlt freiwillig eigenen Mindestlohn von zwölf Euro pro Stunde

Geschenk kurz vor Weihnachten: Carsten Eck will seinen Hilfskräften ab Januar freiwillig einen Mindestlohn von zwölf Euro pro Stunde zahlen.
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Geschenk kurz vor Weihnachten: Carsten Eck will seinen Hilfskräften ab Januar freiwillig einen Mindestlohn von zwölf Euro pro Stunde zahlen.

Über 20 Mitarbeiter im Baunataler Hotel Best Western Ambassador können sich über ein vorgezogenes Weihnachtsgeschenk freuen.

Die Hilfskräfte der Zimmerreinigung und der Küche sollen ab 1. Januar eine Lohnerhöhung auf einen „eigenen Mindestlohn“ von zwölf Euro pro Stunde bekommen. Das kündigte Hotelchef Carsten Eck im Gespräch mit der HNA an. Er wolle den freiwilligen Schritt heute der Belegschaft mitteilen.

Derzeit, so Eck, bekämen alle Hilfskräfte einen tariflichen Stundenlohn von 10,57 Euro. Er sei aber die endlose Diskussion auf politischer Ebene um einen Mindestlohn von zwölf Euro Leid, sagt der Geschäftsführer. „Ich habe mich mit dem Thema über ein Jahr beschäftigt. Irgendwann muss man mal anfangen.“

Lohnerhöhung kostet den Betrieb rund 100.000 Euro im Jahr

Eck geht davon aus, dass die bundesweite Einführung eines Mindestlohnes von zwölf Euro kommen wird. „Dann werden die Personalkosten sowieso steigen.“ Er kommt einer politischen Entscheidung nun zuvor. Und er muss dafür ordentlich Geld locker machen. Die Lohnerhöhung für die Hilfskräfte koste den Betrieb knapp 100.000 Euro pro Jahr.

Hotelier spart lieber an Energie- statt Personalkosten

Insgesamt gehe es der Hotelbranche wieder etwas besser, sagt Eck. Das Baunataler Hotel spare beispielsweise durch Investitionen in energiesparende Technik ordentlich Geld bei Ausgaben für Wasser, Strom und Gas. Dafür müsse das Unternehmen inzwischen pro Jahr nur noch eine Million statt zwei Millionen Euro aufwenden. 

Bei seinen Mitarbeitern sei das Geld besser aufgehoben, betont der Hotelier und kommt damit zu seinem Hauptanliegen der freiwilligen Lohnerhöhung. Mit diesem Schritt werde die Motivation und Leistungsbereitschaft der Mitarbeiter gefördert, sagt er. „Eine bessere Bezahlung wird zu mehr Zufriedenheit führen. Und das führt zu einer besseren Leistung im Dienstleistungssektor.“

Hotelier Eck: Gut bezahlte Mitarbeiter sind motivierter

Anna Homm, Geschäftsführerin des Hotel- und Gaststättenverbandes in Kassel, verweist in diesem Zusammenhang auf generelle Probleme von Hotelbetrieben, geeignetes Personal zu bekommen. „Das ist ein bundesweites Problem“, sagt sie. Um Mitarbeiter zu locken, müsse man schon mehr zahlen, so Homm. Carsten Eck bringt es auf den Punkt: „Motivierte, leistungsgerecht bezahlte Mitarbeiter sind das Gold eines Unternehmens.“

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