Bevölkerung wächst – Immer mehr Kita-Plätze werden benötigt

Baunatal plant mit Containern

Ganz junges Projekt: Hier in Altenbauna ist jüngst erst die Kita Muküfchen der Awo entstanden. Der Bedarf nach Plätzen für die jüngsten Baunataler steigt aber weiter.
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Ganz junges Projekt: Hier in Altenbauna ist jüngst erst die Kita Muküfchen der Awo entstanden. Der Bedarf nach Plätzen für die jüngsten Baunataler steigt aber weiter.

Viele Kommunen im Speckgürtel der Stadt Kassel erleben einen deutlichen Zuzug von jungen Familien. Damit steigt auch der Bedarf an Kita-Plätzen – so auch in Baunatal.

Baunatal - In Baunatal plant das Rathaus mit einer Aufstockung einiger Gruppen. Zum Teil sollen Container aufgestellt werden, um die Kinder in den bestehenden Einrichtungen unterzubringen – beispielsweise hinter der Kita Leiselfeld. Das geht aus einer Stellungnahme von Bürgermeisterin Silke Engler (SPD) in der jüngsten Stadtverordnetensitzung hervor.

SPD-Stadtverordneter Michael Leckebusch (SPD) hatte in der Fragestunde über den Platzbedarf aufgrund einer steigenden Einwohnerzahl in der VW-Stadt gesprochen. Ende 2015 gab es 27 600 Einwohner in Baunatal, aktuell seien es 28 500. „Ein entgegengesetzter Trend ist zum aktuellen Zeitpunkt unwahrscheinlich“, stellte Leckebusch fest.

Eine verlässliche Prognose der erforderlichen Betreuungsplätze könne nur mit Einschränkungen erstellt werden, so die Antwort der Bürgermeisterin. Zwar sei die Geburtenrate in Baunatal stabil, aber der Zu- und Wegzug sei nur bedingt vorhersehbar. Allein 2020 hätten 125 bebaute Grundstücke mit einem Volumen von 43,3 Millionen Euro den Eigentümer gewechselt, so Engler. Zunehmend werde von den Eltern der Rechtsanspruch für Kinder unter drei Jahren angenommen. Hinzu komme ein verstärkter Zugriff auf die Nachmittagsbetreuung.

Aufgrund der zum Stichtag gemeldeten Kinder sei davon auszugehen, dass zum Kita-Jahr 2021/2022 drei neue Gruppen im U3-Bereich und drei neue Gruppen im Elementarbereich gebraucht werden. Während die neuen Gruppen im Elementarbereich zum Teil durch Neuorganisation untergebracht werden könnten, müssten für die U3-Kinder Container angemietet werden. Da befinde sich die Verwaltung in Vorbereitung.

Außerdem kündigt das Rathaus Gespräche mit freien Trägern zum Ausbau der Betreuungsplätze an. Jüngst war beispielsweise erst in Zusammenarbeit mit der Awo die Kita Muküfchen in Altenbauna entstanden.

Und: Die Stadt will zudem das Angebot im Bereich der Tagesmütter erhöhen. „Ein zusätzliches Angebot für eine kurzfristige Ausbildung für Tagesmütter und -väter sei zusammen mit dem Landkreis Kassel in Vorbereitung, stellte Engler fest. „Allerdings ist offen, inwieweit Räume für die Tageseltern zur Verfügung stehen.“

Für zusätzliche Betreuungsplätze müsse die Stadt auch zusätzliches Personal einstellen, so Engler. Dass es derzeit Probleme gebe, Fachkräfte zu finden, hatte die Bürgermeisterin kürzlich schon in einem Gespräch mit der HNA betont. Verschärft werde die Lage noch durch den Umstand, dass die Kommunen wohl ab 2026 die Nachmittagsbetreuung an den Grundschulen übernehmen sollten. Auch dafür suche Baunatal Erzieher. Am Ende spricht Engler über die größere Nachfrage nach Kita-Plätzen insgesamt von einem „erfreulichen Problem“. (Sven Kühling)

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