Fabian Philippi gehört weltweit zu den Besten

VW zeichnet Azubi aus der Gießerei in Baunatal aus

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Ist zufrieden mit seinem Berufsweg: Fabian Philippi wurde jetzt für seine Leistung während der Ausbildung im VW-Werk Kassel in Baunatal besonders ausgezeichnet. Mittlerweile hat der 23-Jährige ein Maschinenbau-Studium an der Uni Kassel begonnen. 

19 000 Auszubildende gibt es im VW-Konzern. Die Besten des Abschlussjahrgangs 2018 wurden jetzt in Wolfsburg ausgezeichnet. Mit dabei: Fabian Philippi aus Schauenburg-Martinhagen.

Baunatal – Der 23-Jährige aus dem VW-Werk Kassel in Baunatal wurde unter 19 Berufszweigen und Azubis aus 20 Ländern als einziger Gießereimechaniker geehrt.

Für die Gießerei im Baunataler VW-Werk legt Fabian Philippi sinnbildlich die Hand ins Feuer. „Es gibt bei diesem Beruf nur heiß oder kalt“, sagt er passend zu seiner Arbeit mit flüssigem Metall. Entweder man möge den Beruf, oder eben nicht. Die Anforderungen in der Gießerei seien nämlich besonders, betont der 23-Jährige, der die Lehre mit der Note eins und die Prüfung mit 94 Prozent abschloss. Körperliche Anstrengung gehöre auf jeden Fall dazu. Im vergangenen Sommer habe man beispielsweise in der Gießerei bei 39 Grad Hallentemperatur gearbeitet. „Man muss sich darauf einstellen.“

Wie Fabian Philippi diese Sätze sagt, lässt den Gesprächspartner nicht daran zweifeln, dass er sich auf diese und weitere knifflige Situationen perfekt eingestellt hat. Man merkt schnell: Der 23-Jährige hat einfach Spaß an seinen Aufgaben. Und wie war es mit dem Zeitaufwand für das Lernen vor der Prüfung? Philippis Rezept klingt einfach: „Wenn man Interesse an etwas hat, dann eignet man sich das auch an.“ Und dann lobt er noch seine Ausbilder– sie hätten ihn bei allem bestens unterstützt. Und überhaupt sei der Zusammenhalt in der Gießerei ganz besonders groß.

Das Engagement des Gießereimechanikers in seinem Job kam auch bei Volkswagen gut an – so gut, dass der Autokonzern die weitere Ausbildung nach der Lehre nun gezielt finanziell fördert. Fabian Philippi bekam die Zusage für ein Stipendium für ein Maschinenbau-Studium. Das hat er inzwischen an der Uni Kassel begonnen. Ab dem fünften Semester kann er auch dort einen Schwerpunkt setzen am Lehrstuhl Gießerei. Dabei, so Werksprecher Heiko Hillwig, gebe es eine enge Kooperation zwischen VW und der Uni. Mit dem Stipendium, so Hillwig, habe der Betroffene eine Übernahmegarantie für die Zeit nach dem Studium, außerdem gebe es aber die Verpflichtung, mindestens drei Jahre nach dem Abschluss für VW zu arbeiten. Auch für die Zukunft hat der Einser-Absolvent bereits einige Ideen. „Ich konzentriere mich jetzt erstmal nur auf mein Studium“, sagt er zwar. Dennoch könne er sich später einen Einsatz im Technologiezentrum des nordhessischen VW-Standortes, im Qualitätsmanagement oder in der Fertigungsplanung durchaus vorstellen. Auch ein Job in der Ausbildung im Bereich der VW-Akademie komme für ihn in Frage.

Qualität und Präzision spielen für den 23-Jährigen nicht nur bei Gussverfahren eine besondere Rolle – auch in der Freizeit hat er damit zu tun: Beim Disc-Golf und beim Billard im Verein geht es um präzises Anpeilen des Zieles.

Ansporn von Vorstand und Betriebsrat

Insgesamt wurden kürzlich 12 Frauen und 37 Männer als beste Absolventen weltweit von VW-Vorstand und Betriebsrat in Wolfsburg geehrt. Vorstandschef Dr. Herbert Diess sagte laut Pressemitteilung unter anderem: „Ihr Abschluss fällt in eine Zeit, in der sich unsere Industrie stark verändert. Ich möchte, dass Sie den Wandel tatkräftig mitgestalten.“ 

Betriebsratsvorsitzender Bernd Osterloh ergänzte: „Die Berufsausbildung entwickelt und formt unsere Fachkräfte von morgen. Jeder Euro, den wir in die Ausbildung investieren, kommt zehnfach an anderer Stelle zurück.“ Von den 49 Absolventen sind laut Mitteilung des Unternehmens 21 Preisträger in ein Studium gestartet.

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