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Baunatal wird olympisches Dorf

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Von: Sven Kühling

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Im Laufduell: Auf solche Bilder können sich die Besucher der Special Olympics in Berlin und des in Baunatal geplanten Begleitprogrammes freuen.
Im Laufduell: Auf solche Bilder können sich die Besucher der Special Olympics in Berlin und des in Baunatal geplanten Begleitprogrammes freuen. © Foto: Stefan Holtztem/Special Olympics

Viele Menschen im Raum Kassel erinnern sich noch gerne an das bunte Treiben beim Landesturnfest 2008 in Baunatal zurück. Zehntausende feierten gemeinsam das große Sportereignis. Zumindest ein Hauch von diesem sommerlichen sportlichen Zusammensein könnte im kommenden Jahr in die Stadt zurückkehren. Erweitert um den Gedanken der Inklusion.

Baunatal – Baunatal wird 2023 Host Town für die Special Olympic World Games, die vom 12. bis 15. Juni in Berlin stattfinden. Das gab das Rathaus am Mittwoch bekannt.

Die VW-Stadt gehört gemeinsam mit der Stadt Kassel und dem Werra-Meißner-Kreis zu den bundesweit 216 ausgewählten Bewerbern. Insgesamt nehmen 170 Nationen an dem Sportevent für Menschen mit geistiger und mehrfacher Behinderung teil. Eine Nation, so Baunatals Bürgermeisterin Manuela Strube, mit etwa 20 Sportlern werde mit der gesamten Delegation in Baunatal wohnen. Drumherum werde die Stadt ein eigenes Programm basteln, kündigte sie an. „Wir können beim größten Inklusionsprojekt in Deutschland mitspielen“, brachte es Stadtmarketingchef Dirk Wuschko auf den Punkt.

An der Organisation beteiligt werden insbesondere der KSV Baunatal und die Baunataler Diakonie Kassel (BDKS). Aber auch alle anderen Vereine sollen mitmachen. Als Sponsoren sind laut Strube neben der BDKS auch die EAM, B. Braun Melsungen und die Hütt Brauerei dabei. Den Kostenrahmen gab sie mit 15 000 Euro an.

Mit verschiedenen Aktionen und Sportfesten wollen die Baunataler die World Games begleiten. „Wir sind stolz darauf, dass wir als Host Town ausgewählt wurden“, sagte Strube. „Wir freuen uns sehr auf unsere Gäste, mit denen wir im Sommer nächsten Jahres eine tolle Zeit verbringen werden.“ Die Baunataler Organisatoren hoffen, den Menschen aus der Region mit den Veranstaltungen ein Stück Freude nach Corona zurückbringen zu können, wie sie am Rand der Pressekonferenz gestern betonten.

„Wir haben mehr als 15 000 Sporttreibende in der Stadt“, sagte Isabel Camara, im Rathaus Ansprechpartnerin für die Sportvereine. Es gebe eine enge Zusammenarbeit zwischen Kommune und Vereinen. Das bestätigten auch Annette Böhle und Timo Gerhold vom KSV Baunatal. Mit Blick auf das Ereignis im kommenden Jahr sprach Gerhold von einer „strahlenden Vereinsführung“.

Unter dem Motto „Vielfalt bewegt“ engagiert sich der größte Sportverein der Region bereits seit 2018 ganz besonders im Sektor Inklusionssport. Im Sportcampus von KSV und BDKS biete man jetzt schon 200 Stunden Inklusionssport pro Woche an, erläuterte Gerhold. „Damit bringen wir 500 bis 600 Menschen in Sport und Kultur.“

Die Special Olympics seien kein exklusives KSV-Projekt, so Gerhold. Er rief alle Institutionen – etwa auch die Schulen – dazu auf, bei der Veranstaltung im kommenden Jahr in Baunatal mit Ideen dabei zu sein. Und das lässt schon jetzt Vorfreude aufkommen auf Sportliches, gemeinsam gestaltet von behinderten und nicht-behinderten Menschen. (Sven Kühling)

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