Kleider machen Narren

Karneval in Baunatal: Zwölf Frauen nähen für Tänzerinnen Kostüme

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Das Nähteam: Gisela Schnabel (vorne von links), Petra Halfar, Gisela Jurkscheit sowie Pia Geißer (hinten von links), Edith Kellner, Klara Keil, Barbara Wettengel, Christel Schade und Heidi Grünhagen sorgen dafür, dass die Schautanzkostüme individuell sind und gut sitzen.

Jedes Jahr bestaunen zu Karneval hunderte Besucher die bunten Kostüme der GCG-Tänzerinnen. Doch wer näht die Kleider der Narren eigentlich? Wir stellen die Schneiderinnen vor.

Wenn die Gardetänzerinnen der Großenritter Carnevalsgemeinschaft (GCG) bei ihren Schautänzen auf der Bühne ihre herausragenden Choreografien darbieten, schaut das Publikum nicht nur auf das tänzerische Können der Mädchen.

Voller Begeisterung bestaunen die Zuschauer auch die aufwendigen Kostüme der Tänzerinnen. Für die sind seit über 30 Jahren die Mitgleider vom Nähteam der GCG verantwortlich. „Seitdem unsere Garden an Turnieren teilnehmen, werden auch die Schautanzkostüme selbst genäht“, sagt Pia Geißer, die das Team seit zwei Jahren leitet.

Dabei treffen sich zwölf Frauen im Alter von 19 bis 75 Jahren – darunter auch drei gelernte Schneiderinnen – regelmäßig montags und dienstags zum Schnittmuster besprechen, Stoffbücher wälzen, Nähen, Ausbessern und Anpassen. Natürlich gehören auch der ein oder andere Plausch sowie Kaffee und Kuchen zu den regelmäßigen Treffen. „Wir sind ein tolles Team“, findet Christel Schade, die vor fünf Jahren durch ihre Enkelin zum Nähteam gekommen ist und „schon viele Tricks und Kniffe“ gelernt hat, wie sie berichtet. Zum Einstieg hätte sie gleich ein Milchglas-Kostüm genäht, das sehr aufwendig gewesen sei, berichtet die 70-Jährige. Klara Keil (70) ist seit fast 18 Jahren mit viel Spaß dabei. „Besonders begeistert war ich vor ein paar Jahren von unseren venezianischen Kostümen“, verrät sie.

Kleine Könige: Die Tänzerinnen der GCG zeigten in ihren Kostümen bei ihrem Jugend-Schautanz eine majestätische Darbietung auf der Bühne der Baunataler Rundsporthalle.

Nähteam vor 35 Jahren gegründet

Gegründet wurde das Nähteam vor rund 35 Jahren von Erika Dietrich. Nachdem Dietrich Jahre später ihr Amt niedergelegt hatte, kümmerte sich Resi Kerner um die Organisation und trug damit auch die Verantwortung. Bis vor zwei Jahren, als Pia Geißer den Job übernahm. „Ohne dieses hervorragende Team wären die kleinen Probleme, die fast bei jedem Kostüm auftreten, nicht zu lösen“, sagt sie. Sie sei sehr stolz auf ihre Mädels, die so einen guten Job machen, betont Geißer. Das sei manchmal gar nicht so einfach. „Jedes Mädchen ist von der Körperform anders und bekommt sein individuelles Kostüm angepasst“, sagt Geißer. Problematisch sei, dass die Mädchen in der Pupertät seien und manchmal buchstäblich aus ihren Kostümen herauswachsen würden.

Deshalb sind ständige Änderungen notwendig. Allerdings ist das kein Problem. „Wenn die Organisation stimmt, flutscht es auch mit dem Nähen“, betont Pia Geißer. Hauptsache das Kostüm säße am Ende und sei tanzbar, sagt sie und betont: „Wir bei der GCG sind katastrophal genau.“ Es sei schließlich sehr ärgerlich, wenn beim Turnier wegen eines schlecht sitzenden Kostüms, Punkte abgezogen würden. Besonders aufregend wird es für die Frauen vom Nähteam immer, wenn sie ihre Kostüme zum ersten Mal bei einem Auftritt auf der Bühne sehen. Da kann es auch mal passieren, dass die ein oder andere Träne der Rührung fließt. 

Archivvideo: Kostüme für Karneval: Kreative und einfache Ideen

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