Basketballkörbe am Stadtpark bleiben abgebaut - Zukunft des Sportbades ungewiss

Baunataler Einigkeit geht baden

Protest mit Flossen und Brillen: Die Taucher des KSV, hier (von links) Vorsitzender Peter Wenzel (blaue Flossen), Bernd Fuhrmann, Vanessa Wenzel, Beate Fuhrmann und Claudia Grütter, setzen sich für den Erhalt des Sportbades ein.
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Protest mit Flossen und Brillen: Die Taucher des KSV, hier (von links) Vorsitzender Peter Wenzel (blaue Flossen), Bernd Fuhrmann, Vanessa Wenzel, Beate Fuhrmann und Claudia Grütter, setzen sich für den Erhalt des Sportbades ein.

Die Basketballkörbe an der KSV-Sportwelt bleiben abgebaut. Die Entscheidung über das Sportbad ist vertagt. Das Rechnungsprüfungsamt wird geschlossen. Entscheidungen aus dem Stadtparlament.

Baunatal – Als Stadtverordnetenvorsteher Henry Richter die Parlamentssitzung in der Baunataler Stadthalle am Montag nach fast fünfstündiger Debatte um 22.41 Uhr schloss, war politisch in der VW-Stadt fast wieder alles beim Alten. Die in jüngerer Zeit aufblitzenden Gemeinsamkeiten zwischen Opposition und SPD waren verpufft. Die Genossen setzten mit ihrer Parlamentsmehrheit alle eigenen Anträge und Vorstöße zu den strittigen Themen durch – gegen das einhellige Votum der Opposition aus CDU, FDP und Grünen.

So bleiben die Basketballkörbe auf dem Platz an der KSV-Sportwelt abgebaut. Eine mögliche Rettung des maroden Sportbades rückt in weite Ferne. Und das Rechnungsprüfungsamt im Rathaus wird jetzt doch zum Ende des Jahres geschlossen. Die über 100 Zuschauer – Schwimmer, Taucher, Triathleten, DLRG-Rettungsschwimmer und diesmal auch ein Dutzend Basketballer aus freien Sportgruppen – hatten zu diesem Zeitpunkt längst das Sitzungsgebäude verlassen. Gerade die jungen Basketballer und Basketballerinnen waren nach den Beschlüssen mit hängenden Köpfen aus dem Foyer der Stadthalle geschlichen. Sie wollten durch ihre Anwesenheit für den Erhalt des Platzes an der Sportwelt kämpfen. Dort hatte das Rathaus nach Anwohnerprotesten über Lärm durch dribbelnde Spieler im Sommer kurzerhand die Körbe abmontiert (HNA berichtete). Doch auf Antrag der SPD werden die Körbe nun auf einem Alternativplatz am Jugendzentrum aufgestellt.

Es seien nur 450 Meter Fußweg und sechs Minuten Gehzeit vom jetzigen Standort bis dahin, rechnete SPD-Fraktionschef Christian Strube vor. „Das ist ein guter Kompromiss“, sagte er. „Wir lassen die Körbe nicht abgehangen. Wir verlegen sie um 450 Meter.“ Wertet man allerdings den Zwischenapplaus aus dem Zuschauerbereich richtig, waren die Sportler selbst mehrheitlich für den Wiederaufbau des alten Platzes und gegen einen Umzug. CDU und Grüne argumentierten ebenfalls in dieser Richtung. Das Wohngebiet sei erst nach dem Basketballfeld an dieser Stelle entstanden, betonten etwa Sebastian Rasch (CDU) und Florian Pfeiffer (Grüne). Letzterer brach in einem emotionalen Beitrag eine Lanze für die jungen Sportler. Den Basketballern gehe es darum, „dass sie ein Teil unserer Stadtgemeinschaft sind“, sagte er. Aufgrund einer „überhasteten Entscheidung der Stadt“ vertreibe man die Sportler nun „aus dem Herzen unserer Stadt“. Auch Rainer Oswald von der FDP sagte, dass das Wohngebiet erst später dazugekommen sei. Durch eine Nacht- und Nebelaktion seien die Jugendlichen vor vollendete Tatsachen gestellt worden.

Bei der Frage zur Zukunft des Sportbades fehlen solche Tatsachen noch. Ein CDU-Antrag, mit dem eine baldige Schließung des maroden Bades verhindert werden sollte, wurde ebenfalls von der SPD-Mehrheit abgeblockt. Diese setzte stattdessen einen eigenen Antrag durch, wonach die Entscheidung erst nach Vorlage des kürzlich auf den Weg gebrachten Sportentwicklungsplanes fallen soll. Bis dahin sei der Weiterbetrieb des Freizeitbades und des Sportbades zu gewährleisten, heißt es in dem Beschluss. Zunächst soll bis zum 31. Oktober aus dem Bundesprogramm „Sanierung kommunaler Einrichtungen“ finanzielle Förderung beantragt werden.

Lothar Rost (Grüne) brachte die Kritik der Opposition auf den Punkt. Ziel der SPD sei es, eine Entscheidung erst nach der Kommunalwahl zu treffen. „Sie als SPD verspielen hier wertvolle Zeit“, sagte Sebastian Stüssel (CDU). (Sven Kühling/Lara Thiele)

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