Bürgerprotest im Stadtparlament

Baunataler fordern mehr Infos zu Fischsterben in der Bauna

Machten am Rand der Parlamentssitzung auf ihre Sorgen aufmerksam: Die Guntershäuser Bürger Julia Leuchtenberger (von links) , Lasse Jentzen, Lukas Schütz, Daniel Westhof, Lucy Siewert, Simone Pilgrim und Margarete Fuchs.
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Machten am Rand der Parlamentssitzung auf ihre Sorgen aufmerksam: Die Guntershäuser Bürger Julia Leuchtenberger (von links) , Lasse Jentzen, Lukas Schütz, Daniel Westhof, Lucy Siewert, Simone Pilgrim und Margarete Fuchs.

Das Fischsterben in der Bauna Ende August zieht weitere Kreise im kommunalpolitischen Geschehen der Stadt Baunatal.

Baunatal - Gleich zwei Anfragen in der Fragestunde zur Stadtverordnetenversammlung am Montag befassten sich mit dem Vorfall, nachdem am 26. August etwa 1000 tote Fische in dem Bach zwischen Kirchbauna und Guntershausen entdeckt worden waren. Außerdem machte eine neu gegründete Gruppe von besorgten Guntershäuser Bürgern vor und während der Versammlung auf ihre Anliegen aufmerksam. Sie fordert weitere Konsequenzen.

„Wir sind schockiert. Hunderte Fische sind tot“ war auf einem Banner zu lesen, das die besorgten Bürger hochhielten und zudem dieser Tage an einer Bauna-Brücke im Ort aufgehängt hatten.

Die Stadtverordneten Tim Kaiser (SPD) und Damaris Müller (Grüne) thematisierten den Vorfall in der Fragestunde der Sitzung – etwa zum Umfang des Ereignisses. „Bei dem Fischsterben wurden über 900 Fische aufgelesen – unterschiedliche Fischarten wie zum Beispiel Bachforellen, Äschen, Döbel, Hasel in diversen Größen“, berichtete Erster Stadtrat Daniel Jung (SPD). Und: „Welche Auswirkungen das Fischsterben auf die Pflanzenwelt und den physiko-chemischen Zustand hat, ist noch nicht abzusehen.“

Nachdem Untersuchungen des Wassers und der toten Tiere durch die Untere Wasserbehörde und die Stadt Baunatal bislang keine Hinweise auf eine Verunreinigung oder Vergiftung ergeben hatten, erhofft sich das Rathaus weitere Erkenntnisse von dem jährlichen Limnologischen Bericht über das Gewässer. „Wir gehen davon aus, dass sich das Ökosystem Bauna wieder schnell erholt“, sagte Jung. Die Stadt habe ein besonderes Augenmerk auf der weiteren Entwicklung, versprach der Vizebürgermeister.

„Wir wollen eine Offenlegung der Untersuchungsergebnisse“, sagte Simone Pilgrim von der protestierenden Gruppe im Vorfeld der Sitzung gegenüber der HNA. Außerdem wolle man erfahren, warum es keine weitere toxologische Untersuchung gebe. „Wir wollen weiter Druck aufbauen.“

Stadtverordnete Damaris Müller fragte in der Fragestunde auch nach einem möglichen Einfluss der Kläranlage des VW-Werkes und der kommunalen Kläranlage Kirchbauna. Beide befinden sich oberhalb des Abschnittes, in dem die toten Fische entdeckt wurden. „Die festgestellten Konzentrationen der Wasserproben an der Messstelle Ablauf Kläranlage VW ergeben letztendlich auch keine Hinweise auf die Ursache des Fischsterbens“, sagte Jung. Auch im Bereich der kommunalen Kläranlage seien keine Schadstoffe festgestellt worden.

Zusätzlich soll im für das Gewässer zuständigen Verband für Abwasserbeseitigung und Hochwasserschutz Baunatal-Schauenburg (VAH) der Vorfall nochmal thematisiert werden. Verbandsvertreter Lothar Rost (Grüne) teilte am Dienstag mit, eine weitere toxologische Untersuchung der toten Fische zu beantragen. Außerdem forderte er eine Sondersitzung des Gremiums.

Die interessierten Bürger wollen die Sache ebenfalls nicht auf sich beruhen lassen. In einem Offenen Brief heißt es: „Mit diesem Brief wünschen wir uns von der Stadt Baunatal und allen zuständigen Behörden, dass sie alles für die Aufklärung tun, damit sich ein solch schreckliches Ereignis nicht wiederholt.“ (Sven Kühling)

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