Über 100.000 Gäste pro Jahr

Übernachtungszahlen konstant hoch: Baunataler Hoteliers setzen auf Kurzurlauber

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Entspannt mit dem Rad durch die Natur: Solche Touren sind auch von Baunatal aus möglich. Interessant für die Hoteliers sind jetzt auch Gäste, die E-Bikes nutzen. Dieses Foto entstand in Sachsen-Anhalt.

Die VW-Stadt Baunatal mit ihren insgesamt 921 Hotelbetten mausert sich  zum Ankerpunkt für Touristen. Es gibt aber auch Kritik am Rathaus.

Nach einer entspannten Tagesetappe auf dem Habichtswaldsteig und einer Nacht im Hotel in Baunatal ausgeruht mit dem E-Bike auf dem R 1 Richtung Fachwerkstadt Melsungen starten. 

Am dritten Tag folgen schließlich ein Besuch der Grimmwelt in Kassel und ein Abstecher mit der Tram zum Weltkulturerbe Wilhelmshöhe. So könnte das Programm eines Kurzurlaubes aussehen, für den sich die Reisenden Baunatal als Stützpunkt ausgesucht haben. Die VW-Stadt mit ihren insgesamt 921 Hotelbetten mausert sich jedenfalls zum Ankerpunkt für Touristen.

Trend geht zum Urlaub in kleineren Städten

„Der Trend beim Städtetourismus geht zu den kleineren Städten“, sagt Carsten Eck, Geschäftsführer des Hotel Ambassador. Während manche Großstadt unter „Over-Tourismus“ leide, suchten sich Reisende zunehmend kleinere Ziele mit Angeboten im Kulturbereich sowie beispielsweise für Wanderer und Radfahrer, sagt der Hotelier. Und: „Radfahren und Wandern sind auch bei der Jugend angekommen.“

Auch wenn laut Eck keine Massen kommen, hat das Angebot zum Kurzurlaub im Bauna-Tal gezündet. „Kleinvieh macht auch Mist“, sagt er. 2016 hatte Baunatal erstmals die Rekordmarke von 100.000 Übernachtungen in einem Jahr geknackt. Im documenta-Jahr 2017 landete man sogar bei 123.000 Übernachtungen. Auch in diesem Jahr, so rechnet er vor, werde man die 100.000 wohl wieder übertreffen. Bis Ende Mai registrierte das Statistische Landesamt bereits 42.000 Übernachtungen, 2018 waren es zu diesem Zeitpunkt erst 38.000, am Ende gab es 108.300 Übernachtungen.

Markus Maier, Geschäftsführer Geno-Hotel.

Eine Mischung aus vielen Vorteilen spreche für einen Kurzurlaub in Baunatal, sagt Eck. Anbindung an öffentliche Verkehrssysteme und Eintritt etwa in Museen seien etwa mit der Karte „Kassel Plus“ gegeben.

Vorteile für das Tourismusgeschäft sehen Eck und sein Kollege Markus Maier vom Geno-Hotel in Großenritte mit der Entwicklung des E-Bikes. „Damit erschließen sich für die Leute andere Möglichkeiten“, betont Eck. Das nordhessische Bergland mit seinen Anstiegen erweise sich nicht mehr als Hindernis. „Die Leute wollen ihr E-Bike hier im Hotel aufladen und im Trockenen unterstellen.“ Markus Maier prüft für sein Haus sogar eine Kooperation mit einem E-Bike-Verleih. Dann könnten Urlauber direkt vom Hotel aus mit geliehenen Rädern zu einer Tour durch die Umgebung starten.

Baunatal als fahrradfreundliche Stadt ausgezeichnet

„Das kommt verstärkt“, sagt Carsten Eck. Immerhin sei Baunatal kürzlich erst wieder vom ADFC als besonders fahrradfreundlich ausgezeichnet worden. Die Leute suchten sich ein Hotel in der Mitte einer interessanten Region. „Von hier geht es beispielsweise auf dem R 1 nach Melsungen, nach Hann. Münden oder zum Edersee.“

Markus Maier registriert einen weiteren Trend, von dem Baunatal profitiere. Das Geno-Hotel werde vor allem in den Monaten Juli und August verstärkt von Reisenden genutzt, die auf der Fahrt in den Urlaub eine Nacht zum Verschnaufen bräuchten. Der Geschäftsführer spricht vom „Stop-over-Geschäft“. Mithilfe von Zustellbetten könne man auch ganze Familien in den Zimmern unterbringen. Die geographische Lage Baunatals mit der Anbindung an mehrere Autobahnen sei günstig, so Maier. Ein Plus sei das Angebot kostenfreier Parkplätze. „Gerade heute morgen hatten wir vier Autos aus Dänemark und drei Holländer auf dem Parkplatz.“

Trotz der insgesamt positiven Entwicklung äußert Carsten Eck auch Kritik. Das Potenzial im Tourismusbereich werde vom Rathaus nicht ausgeschöpft, sagt er. Manche Aktivitäten seien völlig eingeschlafen. Besuche von hochklassigen Sportteams für Trainingslager seien nicht mehr gewollt. „Wir hängen hinten dran in Baunatal.“

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