Baunataler noch nicht festgelegt

Umfrage: Menschen bekommen von Bürgermeisterwahlkampf in Baunatal wenig mit

Wahlplakate in Baunatal.
+
Wahlplakate zieren momentan das Stadtbild in Baunatal: Der einzige Kandidat, der auf Wahlplakate verzichtet, ist der parteilose Kandidat Manfred Werner.

Nach der Wahl ist vor der Wahl – das gilt zumindest für Baunatal. Die Bundestagswahl ist kaum vorbei, da wird bereits in knapp drei Wochen ein neues Stadtoberhaupt gewählt, das auf Silke Engler (SPD) folgen soll. Die vier Kandidaten werben dabei auf unterschiedlichste Weise für sich.

Baunatal – Während der Bürgermeisterwahlkampf vor der Bundestagswahl besonders in sozialen Netzwerken stattfand, verlagert er sich nun mehr und mehr auf die Straße. Das zeigen nicht nur die vielen Wahlplakate, die im Stadtbild ins Auge stechen. Auch Stadtteilrundgänge, Informationsstände und Flyer in den Briefkästen sollen den Wählern Orientierung bieten.

Doch ob es auf eine Politik-Müdigkeit nach der Bundestagswahl zurückzuführen ist, oder auf die Art und Weise, wie die Kandidaten Wahlkampf machen – eine richtige Wahlkampf-Stimmung ist unter den Baunatalern noch nicht zu spüren. Das ist zumindest das Fazit einer Straßenumfrage in der Baunataler Innenstadt.

„Wir sind keine politischen Menschen, daher interessiert uns der Wahlkampf nicht so sehr“, sagt ein Pärchen, beide Mitte 20. „Es gibt nicht viele Informationen zu den Kandidaten, wir vermissen aber auch nichts.“ Trotzdem wollen die beiden nach eigener Aussage zur Wahl gehen. „Wir sind auf eine Partei festgelegt, die wir immer wählen, da ist es ganz egal, was auf den Wahlplakaten steht.“

Manuela Moßig aus Guntershausen bekommt da schon etwas mehr mit vom Wahlkampf. „Wenn ich etwa samstags auf dem Wochenmarkt unterwegs bin, präsentieren sich die Kandidaten.“ Auch die vielen Wahlplakate nehme sie natürlich wahr, darüber hinaus sei von Wahlkampf-Stimmung in der Stadt wenig zu spüren. Zur Wahl werde sie auf jeden Fall gehen, sagt Moßig.

Udo Schmidt lebt seit 25 Jahren in Baunatal. Der 57-Jährige habe viele Bürgermeister kommen und gehen sehen. Vom Wahlkampf bekomme er aber wenig mit. „Außer den Plakaten habe ich bisher nichts wahrgenommen. Vielleicht ist auch die ein oder andere Veranstaltung an mir vorbeigegangen, weil ich mich bisher noch nicht ausreichend darum gekümmert habe“, sagt Schmidt.

Für ihn sei es eine Bürgerpflicht, wählen zu gehen. „Wenn wir schon die Möglichkeit dazu haben, sollten wir sie auch nutzen.“

Die Kandidaten persönlich zu kennen, mache eine Wahlentscheidung leichter. „Vor der Wahl wird immer viel versprochen, hinterher aber wenig davon gehalten. Da ist es besser, wenn man die Kandidaten kennt und so besser einschätzen kann“, sagt Schmidt.

Auch eine Dame Anfang 50 sagt, dass über die Wahlplakate hinaus wenig Information stattfinden würde. „Wahlplakate reichen aber nicht aus, um eine richtige Entscheidung treffen zu können.“ Auch sie wolle sich an der Wahl beteiligen, müsse sich aber zuvor noch online über die Wahlprogramme informieren.

Wolfgang Müller, 72, nimmt den Bürgermeisterwahlkampf schon wahr. „Wenn ich in der Innenstadt unterwegs bin, nehme ich den Wahlkampf wahr, am Baunsberg, wo ich wohne, ist das leider nicht so sehr der Fall“, sagt Müller. Entweder müsse man bis in die Innenstadt kommen, um an Informationen zu gelangen, oder online danach suchen. Das finde er schade, sagt der 72-Jährige.

Er selbst habe sich bislang noch nicht ausführlicher mit den Kandidaten beschäftigt, wolle dies aber auf jeden Fall noch nachholen, bevor auch er am 7. November sein Kreuzchen setzen will.

Von Daniel Göbel

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.