Ein Herz für die Tierwelt

Baunataler setzt sich am Baunsberg für den Vogelschutz ein

Vogelliebhaber Manfred Koch hat vor seiner Wohnung am Baunsberg in Baunatal Futterstellen, eine Tränke und ein Häuschen aufgestellt. Außerdem hängen an den Bäumen weitere Futterstellen sowie Nistkästen.
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Vogelliebhaber Manfred Koch hat vor seiner Wohnung am Baunsberg in Baunatal Futterstellen, eine Tränke und ein Häuschen aufgestellt. Außerdem hängen an den Bäumen weitere Futterstellen sowie Nistkästen.

Es zwitschert im Baunataler Wohngebiet Baunsberg – zumindest in der Nähe der Dachsbergstraße. Denn dort sorgt Manfred Koch dafür, dass die Vögel gut versorgt sind.

Baunatal – Der Baunataler stellt vor seinem Küchenfenster Futterstellen und eine Vogeltränke auf, befüllt Vogelhäuschen mit Sonnenblumenkernen und hat Nistkästen aufgehangen. Um sein Engagement für den Vogelschutz zu unterstützen, hat er Geld aus dem Verfügungsfonds „Aktiv im Wohngebiet Baunsberg“ – Teil des Bund-Länder-Förderprogramms „Sozialer Zusammenhalt“ – erhalten.

Im Februar ist Koch mit seiner Frau aus Bad Wildungen in eine Wohnung in Baunatal gezogen. Er habe direkt einen Nistkasten aufgehangen und nur einen Tag später sei bereits eine Meise dort gewesen, um ein Nest zu bauen. Auch Arten wie den Grünspecht und den Eichelhäher hat Koch bereits vor seinem Fenster beobachtet. „Ich erfreue mich an Gottes freier Natur“, sagt der Gärtnermeister zufrieden.

Die Futterstellen am Boden hat er mit einem Futterkäfig abgedeckt, damit die Vögel dort geschützt sind und ihr Futter nicht von anderen Tieren gefressen wird. Nachts holt er die Schalen hinein, außerdem achtet Koch stets auf eine saubere Vogeltränke. Manchmal laufe er durch Baunatal und sehe viele schmutzige Vogeltränken: „Die Leute müssten sich ja was schämen“, findet er, den Tieren solche Wasserbehälter vorzusetzen.

300 Euro hat Koch aus dem Verfügungsfonds erhalten, „aber ich hätte es auch ohne das Geld gemacht, weil ich Spaß dran habe“, sagt er. Das Geld hat er direkt in Futtermöglichkeiten investiert – beispielsweise in einen Energieblock für Vögel und in mit Futter gefüllte Kieferzapfen. Vieles bestellt Koch im Fachhandel für Naturschutzprodukte, groben Erdnussbruch holt er in Fritzlar. Der Baunataler kennt sich genau aus: Der grobe Erdnussbruch sei „wie Schokolade“ für die Vögel, feiner hingegen staube zu sehr.

Koch füttert ab Mitte Oktober bis März. Er beginne mit einer Anfütterung: „Erstmal befülle ich nur das Häuschen mit Sonnenblumenkernen“, erklärt Koch, nach und nach komme dann immer mehr dazu. Für Vögel wie den Zaunkönig und das Rotkehlchen gebe es spezielles Weichfutter, weil sie einen weicheren Schnabel haben.

Das Thema Nistkästen „ist eine Wissenschaft für sich“, erklärt er: Es gebe viele verschiedene Arten, manche mit Marderschutz, manche wehren Raubvögel ab. Man müsse die Nistkästen so aufhängen, dass die Einflugschneise stimmt und die Vögel in Ruhe gelassen werden. Außerdem gebe es verschiedene Fluglochweiten: für die Meisen etwa 26 bis 32 Millimeter, der Star brauch zwischen 35 und 45 Millimeter.

Koch kümmert sich um alles selbst – und hofft, dass auch junge Menschen sich wieder stärker für den Naturschutz engagieren, damit es Initiativen wie seine nicht nur an der Dachsbergstraße im Wohngebiet Baunsberg gibt, sondern überall.

Jeder kann Geld für Projekte am Baunsberg beantragen

Der Verfügungsfonds „Aktiv im Wohngebiet Baunsberg“ fördert Ideen und Projekte für das Wohngebiet von Vereinen, Privatpersonen, Initiativen, Bewohnergruppen, Einrichtungen und Verbänden. Jährlich stehen 4000 Euro zur Verfügung. In diesem Jahr wurden bislang 2200 Euro abgerufen, berichtet Frank Grasmeier vom Stadtteilzentrum Baunsberg. Neben Manfred Koch hat der Elternbeirat der Kita Birkenallee Geld erhalten, um unter dem Motto „Gärtnern in der Kita“ ein Hochbeet zu bauen. Auch die Baunsbergschule bekommt finanzielle Unterstützung für den Bau eines Insektenhotels.

Pro Antrag steht eine Fördersumme von bis zu 1000 Euro für Sach- und Honorarkosten zur Verfügung. Nähere Informationen gibt es im Stadtteilzentrum Baunsberg, Tel. 0561/4992366, stm-baunsberg@stadt-baunatal.de. (Lara Thiele)

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