Probleme bei der Sponsorensuche

Baunataler Triathleten bereiten sich auf das Abenteuer Bundesliga vor

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Im Windschatten: Hier beim Baunataler City-Triathlon zeigten (von links) Maurice Herwig, Dario Ernst, Tamas Papp, Florian Drexler und Simon Jakob, dass sie ein starkes Team sind.

Baunatal – Im Winter werden die Gewinner des Sommers gemacht. Diese Weisheit der Ausdauersportler gilt natürlich auch für die Triathleten. So hat die Vorbereitung für das Team Brille 1 des KSV Baunatal auf das Abenteuer Bundesliga längst begonnen – auch wenn die Saison für den Aufsteiger erst im Juni startet.

Das Team

Schon in der vergangenen Saison zählten beim KSV die Nordhessen Maurice Herwig, Florian Drexler und Dario Ernst zu den Leistungsträgern. Das wird auch in der Bundesliga der Fall sein. Hinzu kommen zwei ungarische und ein algerischer Triathlet. Ebenfalls im Kader stehen Silas Schmitt und Paul Weigand sowie Ersatzmann Till Steuber. „Wir haben das mit Abstand jüngste Team der Bundesliga“, sagt Trainer Martin Busch.

Er hatte den KSV vor drei Jahren als Coach übernommen, als die Baunataler auf dem letzten Platz der 2. Bundesliga standen. Die Saison darauf beendete das Team Brille 1 schon auf dem vierten Platz, im vergangenen Jahr gelang dann der Aufstieg. „Und das alles mit demselben Personal. Aber der Leistungsunterschied zwischen der 2. Liga und der 1. Bundesliga ist brutal“, sagt Busch. „Ähnlich wie im Fußball kann man nur die Klasse halten, wenn man sich personell verstärkt.“

Das Problem

Ein großes Problem haben die Baunataler Triathleten: die Sponsorensuche. Diese verlief für Busch enttäuschend. Nach seiner Aussage bekam er gerade von großen Unternehmen Absagen. „Die Platzhirsche verweisen darauf, dass sie kein regionales Sponsoring machen“, sagt der Trainer. „Das frustriert mich. Zumal wir meines Wissens neben Handball die einzige olympische Sportart sind, in der ein nordhessisches Team in der Bundesliga startet.“

Die Folge des mangelnden Interesses weiterer Geldgeber? „Uns droht der Abstieg“, sagt Busch. Seine Sportler würden selbst im Jahr 2000 bis 4000 Euro für die Ausrüstung wie Fahrrad und die Trainingslager bezahlen. Für Übernachtungen und die Kleidung bei Wettkämpfen sowie weitere Kosten wie die Liga-Gebühr habe Busch bisher vergeblich weitere Sponsoren gesucht. Dabei haben die Triathleten mit der EAM und vor allem dem Baunataler Augenoptiker Brille 1 schon Unterstützer. „Ohne den Inhaber Eduard Lazar als Sponsor würde es nicht gehen“, sagt der Coach.

Mit weiteren Sponsorengeldern würde Busch gerne deutsche Triathleten verpflichten. Aufgrund des schmalen Budgets müsse der Trainer aber auf Sportler aus Ungarn und Algerien zurückgreifen. Diese sind billiger, weil der Verein lediglich die Flugkosten zu den Wettkämpfen bezahlen müsse. „Nichts gegen die Jungs. Sie sind sehr nett. Aber es ist nicht meine Philosophie Triathleten aus Budapest oder Algier einfliegen zu lassen, wenn es beispielsweise mit Fabian Reuter einen Sportler aus Kassel gibt, der für uns in der Bundesliga starten könnte, das aber für Griesheim macht.“ Busch sucht weiter nach Sponsoren. Noch bis März könnte er Neuzugänge für das Team melden.

Die Wettkämpfe

Los geht es für Baunataler am 6. und 7. Juni – und das auf einer großen Bühne. Der Saisonauftakt ist bei den Finals, die im vergangenen Jahr in Berlin und diesmal in Düsseldorf stattfinden. Weitere Wettkampforte sind Münster, Tübingen, Nürnberg und Saarbrücken. Von den fünf Wettbewerben sind drei Einzel- und zwei Teamwettkämpfe. Das Saisonziel der Baunataler ist der Klassenerhalt. Das wird allerdings schwer genug, da die drei Ausländer nur zu den Einzelrennen eingeflogen werden.

Die Vorbereitung

Seit November befindet sich das Team Brille 1 in der Vorbereitung. Die Schwimm-Einheiten absolvieren die Nordhessen im Team zusammen, die beiden anderen Disziplinen trainiert jeder für sich. Busch erstellt für jeden seiner Schützlingen Trainingspläne, ihre Daten schicken sie ihm digital. Damit im Sommer die Form stimmt und das Ziel Klassenerhalt errreicht wird. Foto: Marco Berger

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