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Beim Tag der Polizei in Baunatal gab es waghalsige Aktionen

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Von: Peter Dilling

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Spannend wie in der beliebten Fernsehserie Tatort: Die SEK-Beamten zeigten in der Rundsporthalle ihr Können bei der „Festnahme von Entführern“.
Spannend wie in der beliebten Fernsehserie Tatort: Die SEK-Beamten zeigten in der Rundsporthalle ihr Können bei der „Festnahme von Entführern“. © Peter Dilling

Beim Tag der Polizei in Baunatal wechselten sich waghalsige Aktionen und Aufklärung über den Polizei-Alltag ab.

Baunatal – DJ „Locke“ lässt es in der Rundsporthalle in Baunatal vor vollen Rängen richtig krachen. Doch der Spaß dauert nur kurz. Zwei maskierte Gestalten mit Maschinenpistolen stürmen die Halle, reißen den DJ vom Mischpult weg und entführen ihn. 100 000 Euro Lösegeld, so lautet die telefonische Forderung. Doch bei der Geldübergabe erwartet die Entführer eine böse Überraschung: Im Handumdrehen werden sie von schwerbewaffneten vermummten Beamten des Sondereinsatzkommandos (SEK) überwältigt.

Was wie eine Szene aus dem Fernsehen anmutete, war nur ein Spiel – und eine der spektakulären Einlagen, die am Tag der Polizei des Polizeipräsidiums Nordhessen schon am Samstagmittag viele Besucher auf das Gelände am Polizeirevier Süd-West lockte. Die Polizei wird jeder Lage Herr, lautete die Botschaft.

Zum Beispiel auch beim Organisieren einer Rettungsgasse nach einem Unfall – was sich die Besucher ebenfalls anschauen konnten. Sogar auf dem Fahrrad sind Polizisten fit, wie der Kasseler Wolfgang Wenzel – bis vor wenigen Jahren international erfolgreicher Trial-Sportler und Dozent an der Hessischen Hochschule für Polizei und Verwaltung mit waghalsigen Sprüngen auf dem Pump-Track neben der Rundsporthalle bewies.

Meist ging es beim Tag der Polizei aber darum, den Alltag und die Vielfalt der Arbeit von Polizeibeamten erlebbar zu machen – von der Kriminaltechnik, dem Verkehrsdienst und der Verkehrserziehung bis zur Polizei-Seelsorge. Auch bei einer Führung durch das Polizeirevier konnten sich die Bürger ein Bild machen.

Fliegen auf zwei Rädern: Der Polizeioberkommissar und erfolgreiche Trial-Wettkämpfer Wolfgang Wenzel aus Kassel begeisterte das Publikum mit waghalsigen Sprüngen.
Fliegen auf zwei Rädern: Der Polizeioberkommissar und erfolgreiche Trial-Wettkämpfer Wolfgang Wenzel aus Kassel begeisterte das Publikum mit waghalsigen Sprüngen. © Dilling, Peter

Nach zwei Jahren der Pandemie sei es an der Zeit, „den Leuten die Polizeiarbeit wieder näher zu bringen“, sagt Pressesprecherin Ulrike Schaake und ergänzt: „Dass der persönliche Austausch jetzt wieder möglich ist, freut uns.“

„Die Polizei hat nicht mehr den Stellenwert in der Gesellschaft, den sie haben müsste“, meint Besucher Gerrit Wicker aus Wolfhagen. Auch müsse die Digitalisierung schneller vorankommen, um die Beamten zu entlasten. Mit dem Besuch in Baunatal hatte Wicker seinem Sohn Emil einen großen Wunsch erfüllt. Der Siebenjährige möchte mal „Polizeichef“ werden.

Werbung um Nachwuchs war ein weiteres Ziel der Aktion. „Das Interesse junger Leute an der Polizei ist ungebrochen“, sagt Schaake. Allerdings gehe die Zahl der Bewerber seit drei Jahren leicht zurück, berichtet Einstellungsberater Marc Leimbach. Dennoch sind die Hürden nicht gerade niedrig. Von hessenweit 5000 bis 6000 Bewerbern werden nur 1000 eingestellt. Die Durchfall-Quote bei den Tests liege bei bis zu 50 Prozent, sagt Leimbach. „Aber wer sich gut vorbereitet, kann es auch schaffen“, meint er. Leimbach selbst – so sagt er – hat sich schon im Kindergarten für die Polizei begeistert.  pdi

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