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Baunataler Traditionsgaststätte Knallhütte stellt Betrieb ein

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Von: Daniel Göbel

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Dagmar und Michael Willi König hatten im November vergangenen Jahres das Brauhaus Knallhütte an der Hütt-Brauerei bei Baunatal übernommen. Nun wollen sie die Knallhütte wieder schließen. archi
Dagmar und Michael Willi König hatten im November vergangenen Jahres das Brauhaus Knallhütte an der Hütt-Brauerei bei Baunatal übernommen. Nun wollen sie die Knallhütte wieder schließen. archi © Peter Dilling

Im vergangenen Herbst gab es mit einem neuen Pächter endlich wieder Hoffnung für das Brauhaus Knallhütte an der Hütt-Brauerei. Doch nach wenigen Monaten ist Schluss.

Baunatal – Im vergangenen Herbst gab es mit einem neuen Pächter endlich wieder Hoffnung für das Brauhaus Knallhütte an der Hütt-Brauerei. Michael Willi König verwirklichte zusammen mit seiner Frau Dagmar in der Speisegaststätte, die direkt an der A 49 liegt, ein gastronomisches Angebot mit neuem Konzept. Doch nun soll nach wenigen Monaten bereits Schluss sein. Über Facebook erklären die Betreiber, dass sie die Gaststätte wieder abgeben.

„Wir müssen die Knallhütte nicht schließen, wollen es aber“, erklärt Michael Willi König im Gespräch mit unserer Zeitung. Dieser Schritt sei auch bereits vollzogen. So hätte die Gaststätte am Donnerstagabend die Türen geschlossen. „Gäste, die jetzt zum Beispiel noch Gutscheine umtauschen wollen, können sich allerdings jeder Zeit bei uns melden.“

Trotz engagierter Mitarbeiter, die die Pächter im Lokal tatkräftig unterstützt und dafür auch keine Überstunden gescheut hätten, sei es nicht gelungen, die Gäste so zu bewirten, wie es der Anspruch der Pächter verlange, erklärt König. Es sei immer schwieriger, geeignetes und ausreichend engagiertes Personal zu finden.

So hätten die Königs schon mal eine 80-Stunden-Woche gehabt, wenn das Personal knapp war. Während der Koch längere Zeit krankheitsbedingt ausgefallen sei, hätten sie selbst hinter dem Herd gestanden, fehlten dann aber wiederum im Service. „Die Aussichten werden nicht besser und wir hätten uns jetzt für die nächsten fünf Jahre festlegen müssen. Da mussten wir uns schweren Herzens eingestehen, dass wir die Bewirtung in dieser Form nicht weiter aufrecht erhalten können und das auch nicht unserer Philosophie entspricht.“

Brauhaus Knallhütte: „Es wurde leider zunehmend schwieriger“

Dennoch hätte man zusammen mit den Gästen in den vergangenen Monaten eine schöne Zeit erlebt. Die Gästezahlen seien nicht der Grund für die Schließung, die hätten sich nach Corona-Einbrüchen wieder gut entwickelt. Und auch für den September hätten bereits mehr als 800 Reservierungen vorgelegen. „Wir sind mit Spaß und Freude an der Gastronomie gestartet, aber es wurde leider zunehmend schwieriger“, so der Wirt.

Bevor die Königs die Knallhütte im November gepachtet hatten, war das Traditionsgasthaus zuvor seit eineinhalb Jahren geschlossen gewesen. Grund war die Pandemie. 2020 musste das Brauhaus aufgrund von finanziellen Problemen schließen – 38 Mitarbeitern wurde gekündigt.

Dennoch war König vom Potenzial der Gaststätte überzeugt. Er setzte neue Ideen um, etwa einen Schnitzeltag, an dem die Leute mit etwas Losglück ihr Gericht gewinnen konnten. Ob es in naher Zukunft einen Nachfolger geben wird, darüber ist indes noch nichts bekannt.

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