Neue Betriebsvereinbarung

Vier Tage Homeoffice pro Woche bei VW in Baunatal: „Alle sind begeistert“

Mobiles Arbeiten: Die vielen Beschäftigten aus der Werkorganisation bei VW in Baunatal können demnächst bis zu vier Tage in der Woche von zu Hause aus arbeiten. (Archivfoto)
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Mobiles Arbeiten: Die vielen Beschäftigten aus der Werkorganisation bei VW in Baunatal können demnächst bis zu vier Tage in der Woche von zu Hause aus arbeiten. (Archivfoto)

In Baunatal sollen VW-Beschäftigte künftig bis zu viermal in der Woche im Homeoffice arbeiten können. Möglich macht das eine weiterentwickelte Betreibsvereinbarung.

Kassel/Baunatal - Bis zu vier Tage in der Woche können VW-Beschäftigte bald von zu Hause aus arbeiten. Das sieht eine neue Vereinbarung zwischen Betriebsrat und Vorstand vor. Die neue Regelung tritt auch für die 17.000 Beschäftigten im VW-Werk Kassel in Baunatal mit dem Ende der pandemischen Lage in Deutschland in Kraft. Das bestätigt Betriebsratsvorsitzender Carsten Bätzold auf Anfrage. Homeoffice komme hier am Standort für die 2500 Beschäftigten aus den Büros, dem bei VW sogenannten „indirekten Bereich“, infrage.

Die neue Betriebsvereinbarung sei als Nachfolgeregelung der jetzt während Corona geltenden Arbeitsschutzverordnung gedacht. Die Frage sei gewesen, „was haben wir aus Corona gelernt“, sagt Bätzold. Eine positive Erkenntnis sei, dass mit dieser Variante Arbeit, Familie und Privates besser unter einen Hut zu bringen seien – „bei guter digitaler Ausstattung natürlich“.

VW in Baunatal: Arbeitstage im Homeoffice können flexibel verteilt werden

Und das ist genau geplant: Beschäftigte der Volkswagen AG können laut Mitteilung des Unternehmens bei Vollbeschäftigung an bis zu vier Arbeitstagen pro Woche mobil arbeiten und diese Arbeitstage innerhalb eines Kalendermonats flexibel verteilen. „Die Zukunft der Arbeit bei Volkswagen ist hybrid“, sagt Personalvorstand Gunnar Kilian in der Mitteilung. „Dank unserer wegweisenden Betriebsvereinbarung aus dem Jahr 2016, die wir nun weiterentwickelt haben, konnten wir nach Ausbruch der Pandemie für alle Beschäftigten, die von zu Hause aus arbeiten können, Mobile Arbeit maximal ausweiten. Das war für den Schutz der Belegschaft elementar.“

Der Personalvorstand setzt auf ein gutes Zusammenspiel von Mitarbeitern in den unteren Ebenen und Führungskräften. Für die erfolgreiche Umsetzung der neuen Regelungen baue er auf die starke Vertrauens- und Führungskultur im Unternehmen. Beides gehe Hand in Hand und sei Grundvoraussetzung für das Gelingen von Hybrid-Konzepten, so Kilian.

VW: Beschäftigte in Baunatal sollen Schichten künftig besser planen können

Und wie sieht es mit den Beschäftigten in der Produktion aus? Gibt es für diese ebenfalls Modelle zur besseren Vereinbarkeit von Familie und Beruf? Auch für die Mitarbeiter im „direkten Bereich“ gebe es weiterhin Ideen, etwa zum besseren Ausplanen der Schichten, erläutert Carsten Bätzold. „Das funktioniert beispielsweise über eine App.“ Dennoch räumt der Betriebsratsvorsitzende ein: „Es geht langsam voran, aber es geht voran.“ Grundsätzlich gelte natürlich, dass kein Mitarbeiter, der in der Fertigung eingesetzt sei, diese Tätigkeit von zu Hause erledigen könne. Darüber gebe es auch keine Diskussionen mit diesen Kollegen.

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Insgesamt habe er aber von der Baunataler Belegschaft großen Zuspruch für den Abschluss der Vereinbarung erhalten, betont Bätzold. „Alle sind begeistert.“ (Sven Kühling)

Ab Juni wurden tausende VW-Mitarbeiter in Baunatal im Werk gegen Corona geimpft. Zuletzt sorgte auch der Halbleiter-Mangel für Engpässe in der Autoindustrie. Davon betroffen war auch das VW-Werk in Baunatal.

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