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VW-Mitarbeiter aus Baunatal beschenken Kinder in Fritzlarer Heim

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Von: Sven Kühling

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Gerührt: Ausbilderin Natalie Küster freut sich ganz besonders darüber, dass die Kinder bereits vor der Bescherung Dankesbriefe an die VW-Mitarbeiter geschickt haben. Sie hat allein 20 ihrer Lehrlinge für die Geschenkaktion begeistern können.
Gerührt: Ausbilderin Natalie Küster freut sich ganz besonders darüber, dass die Kinder bereits vor der Bescherung Dankesbriefe an die VW-Mitarbeiter geschickt haben. Sie hat allein 20 ihrer Lehrlinge für die Geschenkaktion begeistern können. © Sven Kühling

In der Zeit bis Weihnachten weisen wir in dieser Rubrik auf Lichtblicke hin. Das können Geschichten sein, die Mut machen. Oder aber Motive, die im Sinne des Bildes ein Lichtblick in Stadt und Landkreis sind.

Kassel/Baunatal/Fritzlar – „Wir kriegen alle acht, neun, zehn Geschenke und mehr“, sagt Jan Schulze. „Viele wünschen sich ein Tablet oder so was.“ Liana Wlodarz, die wie Schulze im dritten Lehrjahr zur Fachkraft für Lagerlogistik im VW-Werk Kassel in Baunatal steckt, ergänzt noch: „Bei Familien, die viel Geld haben, reicht ein Wunsch manchmal bis zur Weltreise.“

Gerade wegen dieser Auswüchse sind die 18-Jährige und der 23-Jährige bei der Weihnachtsaktion ihres Arbeitgebers dabei und haben aus eigener Tasche Geschenke besorgt für Kinder, denen es nicht so gut geht. Da ist der Wunsch zum Beispiel nur eine Kuscheldecke oder eine Brotdose. „Das hat uns berührt, dass wir jemanden mit Kleinigkeiten glücklich machen können“, sagt Schulze.

90 Jungen und Mädchen zwischen drei und 19 Jahren leben im Caritas-Kinderheim Carl Sonnenschein in Fritzlar oder in einer der vier Außenwohngruppen – etwa in Morschen oder Gudensberg. Die Jungen und Mädchen können jedenfalls nicht einfach so auf Weltreise gehen. „Sie kommen aus schwierigen Familienverhältnissen“, sagt Leiter Andreas Mardorf. Nicht selten blieben sie über zehn Jahre in der Einrichtung, in der 80 Beschäftigte ihr Bestes geben, um in dieser Zeit so was wie Familienleben zu ersetzen. „Hauptziel bleibt aber, die Kinder wieder in die Familien zurückzuführen.“

Viele Mitarbeiter bei VW denken ähnlich wie die Azubis Wlodarz und Schulze. Sie haben zur Weihnachtsaktion Zettel gezogen und damit Wünsche der Kinder geangelt. Diese reichen von der einfachen Trinkflasche über eine Barbie mit Pferd bis zu einem Flausch-Anzug für eine Baby-Puppe. Auch ein Sweatshirt und ein Buch sind dabei. Für die Älteren ist es auch mal ein elektronisches Spielgerät, ein „Nintendo Switch“. Alle Geschenke seien aufgrund eines speziellen Wunsches besorgt worden, sagt auch VW-Werkleiter Jörg Fenstermann. „Ich finde es toll, dass wir die Motivation im Werk wecken konnten.“

Personalchef Stefan Kreher hebt ausdrücklich hervor, dass hier nicht die Firma, sondern die Mitarbeiter gespendet haben. „Wir können damit ein Leuchten in den Augen der Kinder erzeugen.“ Insgesamt, so haben die Organisatoren errechnet, seien Geschenke im Wert von über 6000 Euro für die Kinder aus dem Fritzlarer Kinderhaus besorgt und verpackt worden. 1400 Euro gaben die Spender noch für die Anschaffung eines Außenspielgerätes in bar hinzu.

Ausbilderin Natalie Küster hat insgesamt 20 ihrer Lehrlinge zum Mitmachen motiviert. Sie freut sich ganz besonders darüber, dass Mardorf und Stellvertreterin Bettina Riemenschneider-Wickert bereits zur Geschenkübergabe viele bunte Dankesbriefe der Kinder mitgebracht haben. „Liebe VW“, ist da als Anrede zu lesen. „Wir wünschen euch ein schönes Weihnachtsfest. Mit herzlichen Grüßen Selina, Kevin, Rachid, Ronya, Jasmin, Joschi und Samira.“

Und so wird laut Andreas Mardorf im Haus Carl Sonnenschein Weihnachten gefeiert: „Jede Gruppe hat einen Weihnachtsbaum. Der wird gemeinsam geschmückt. Und zuletzt kommen die Geschenke unter den Baum. Und dann lobt der Leiter noch sein Team: „Das ist eine tolle Leistung unserer Mitarbeiter, die Dienst haben und auch nicht bei ihren Familien sein können.“ (Sven Kühling)

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