Firma hat Arbeiten zwischen Kassel und Baunatal aufgenommen

Monatelang tat sich auf Brückenbaustelle der A44 nichts: Jetzt wird wieder gearbeitet

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Jetzt wird gebohrt: Die Arbeiten auf der Brückenbaustelle der A 44 laufen wieder. Über Monate ruhte der Betrieb. Im Vordergrund sind die Straßenbahngleise von der Strecke Richtung VW-Werk zu sehen . Sie wurden für die Brückensanierung abgebaut. 

Gute Nachricht für die staugeplagten Autofahrer, die auf den Autobahnen rund um Kassel unterwegs sind. Zumindest ein Nadelöhr könnte bald verschwinden.

Und zwar das auf der A 44, das auch für Rückstaus ab Kreuz Kassel-West auf der A 49 zwischen Kassel und Baunatal sorgt, könnte in absehbarer Zeit verschwinden.

Zumindest wird an der Brücke auf Höhe des VW-Werks wieder gearbeitet. Die Arbeiten waren wegen einer mangelnden Bohrausrüstung der dort eingesetzten Baufirma über Monate ins Stocken geraten. Lange tat sich an der Brücke gar nichts.

„Die Firma hat die Arbeiten aufgenommen“, bestätigt auch Gerd Bohne von der planenden Landesbehörde Hessen Mobil. Gearbeitet werde jetzt am östlichen Widerlager der Brücke. „Das westliche Widerlager ist fertig“, erläutert der Sprecher. Auf der Ostseite stünden insgesamt 15 Pfahlgründungen mit einer Tiefe von 22 Metern an. Unter der Brücke müssten weitere Gründungen für die Brückenpfeiler mit einer Tiefe von zwölf Metern entstehen.

Nach Informationen der HNA hatte die beauftragte Firma die Baustelle tatsächlich komplett verlassen. Autofahrer meldeten sich immer wieder bei der HNA und bemängelten den geringen Baufortschritt an dem Bauwerk auf dem A 44-Abschnitt zwischen Kassel-Wilhelmshöhe und Westkreuz. Hessen Mobil hatte nach eigenen Angaben in dieser Zeit intensiv mit der Firma über die Wiederaufnahme der Arbeiten verhandelt. Das ist jetzt geschehen.

Ob das Bau-Unternehmen mit einer Vertragsstrafe bedacht wird und ob sich die geplante Bauzeit (bis Ende 2021) jetzt deutlich verlängert, kann Hessen Mobil noch nicht sagen. „Das ist noch viel zu früh“, sagt Sprecher Gerd Bohne lediglich. „Man muss schauen, wie die Arbeiten weitergehen.“ Auch über eine mögliche Kostensteigerung für das Projekt gebe es noch keine Erkenntnisse. Angesetzt ist der Neubau der Brücke, die die Tramlinie zur Schleife am VW-Werk und einen Rad- und Fußweg zwischen den Städten Kassel und Baunatal überspannt, von Hessen Mobil mit einem Gesamtvolumen von 12,5 Millionen Euro. 

Schon während der Abrissarbeiten des südlichen Brückenbauwerks 2017 geriet die Baustelle in die Schlagzeilen. Ein schweres Betonteil rutschte im Dezember 2017 gegen die stählerne Notunterstützung des nördlichen Brückenteils und beschädigte diese. Die A 44 musste wegen einer möglichen Beeinträchtigung der Statik über Tage gesperrt werden. Der Umleitungsverkehr, darunter zahlreiche schwere Lastwagen, schlängelte sich durch Kassel und Baunatal. Viele Brummifahrer nahmen beispielsweise den Weg über die Tulpenallee im Bergpark Wilhelmshöhe und rollten damit mitten durch das Weltkulturerbe-Gebiet.

Wegen der verengten Fahrspuren auf der Autobahn kommt es in diesem Bereich immer wieder zu rückwärtigen Staus in beiden Fahrtrichtungen. Die Autos reihen sich entweder zurück auf der Zufahrt von der A 49 zur A 44 Richtung Auestadion oder zurück Richtung Dortmund.

Straßenbahnabschnitt soll wieder laufen

Mit dem geplanten Ende der Brückenarbeiten Ende 2021 will auch dei KVG den Straßenbahnabschnitt zwischen Kassel-Oberzwehren und dem Baunataler VW-Werk wieder in Betrieb nehmen. Das bestätigt KVG-Sprecherin Heidi Hamdad auf Anfrage. Es gebe bei der KVG aber keinen Druck in der Sache, so Hamdad. „Aber Ende 2021 wäre dann auch für uns der richtige Zeitpunkt.“ 

Die Gleise waren für den Umbau der Brücke abgebaut worden. Auch der parallel verlaufende Radweg ist für die Zeit gesperrt. Angelegt worden war die Straßenbahnstrecke bereits während des Zweiten Weltkrieges 1941. Die Bahnen sollten zum damaligen Henschel-Flugmotorenwerk rollen. 1958 entstand an der Stelle der Rüstungsfabrik dann das VW-Werk Kassel. 

Die Tramlinie bis zur Station „VW-Werk Schleife“ wurde bis zum Abbau der Schienen Anfang 2017 von der KVG nur noch in den Wintermonaten genutzt. Befahren wurde die etwas über einen Kilometer lange Strecke nur noch von der Straßenbahnlinie 5E. Laut Hamdad rollten die Trams elfmal am Tag, aber nur in der Zeit von den Herbstferien bis Ostern.

 

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