Bürgermeisterwahl in Baunatal

"Die Führungsjacke angezogen" - Silke Engler geht für die SPD ins Rennen

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„Halte Kurs“: Das kleine Steuerrad hat Silke Engler von ihren Eltern geschenkt bekommen. Mit dieser Haltung ist die SPD-Kandidatin auch in den Bürgermeisterwahlkampf gegangen.

Baunatal. „Ich möchte gerne all das, was wir angefangen haben, fortführen.“ Silke Engler ist damit gleich bei dem plötzlichen Tod von Baunatals Bürgermeister Manfred Schaub.

Seit dem tragischen Ereignis vom Pfingstmontag leitet sie als Erste Stadträtin die Amtsgeschäfte der Stadt Baunatal. Als Kandidatin der SPD für die Bürgermeisterwahl am 28. Oktober will sie nun die Nachfolge Schaubs antreten.

„Wir wollten eigentlich zu Beginn meiner dritten Amtszeit diesen September über die Nachfolge reden“, sagt sie. „Dazu ist es nicht mehr gekommen.“

Natürlich ist die Kandidatur der 45-Jährigen irgendwie eng mit den Ereignissen vom Pfingstsonntag verbunden. „Ich habe mir die Führungsjacke angezogen“, erinnert sie sich an diese Zeit, als sie plötzlich alle Entscheidungen im Rathaus allein treffen musste. Sie habe sich gesagt: „Du musst das übernehmen. Du musst dafür sorgen, dass die Stadt nicht zusammenbricht.“

Die Arbeit von Manfred Schaub im Bereich „Betreuung und Bildung“ wolle sie fortsetzen, betont die gebürtige Rostockerin. Baunatal sei dort auf einem „Super-Niveau“. Dennoch werde es weitere Veränderungen geben. Nach dem Vorbild der Friedrich-Ebert-Schule sollten auch andere Einrichtungen zu Ganztagsschulen ausgebaut werden. Auf diesem Weg wolle die Stadt unterstützen.

Ferner liegt Silke Engler besonders die Demokratie am Herzen. Mit einer Art „Demokratie-Training“ müsse man im Kinderbereich anfangen, sagt sie. „Menschen müssen schon im Kindesalter lernen, wie Demokratie funktioniert.“ Selbst habe sie 16 Jahre in der DDR gelebt, daher wisse sie, was es bedeutet, nicht in Freiheit zu leben.

Auch mit dem Fachkräftemangel im Handwerk und der Digitalisierung will sich die Sozialdemokratin intensiv befassen. „Es ist mehr, als Breitband in die Stadt zu bringen.“ Dabei wird die grundsätzliche Haltung Englers klar. Sie blickt nicht nur auf Einzelheiten, auf einzelne Bauprojekte oder kurzfristige Effekte. Gemeinsam mit Manfred Schaub habe sie als Erste Stadträtin „Linien verfolgt“, erläutert sie ihre Denkweise. „Das war das strategische Ziel.“ Und natürlich müsse man weiter die Infrastruktur pflegen. „Wasser, Kanal und Gebäude müssen in Ordnung sein. Und wir unterstützen weiter Vereine.“

Bei anstehenden Bauvorhaben – von der Max-Riegel-Halle übers Sportbad bis zur Kulturhalle – tritt die SPD-Kandidatin leicht auf die Bremse. Mit Blick auf die Ungewissheit bei den Gewerbesteuerzuweisungen von VW könne es sein, dass manche Projekte geschoben werden müssen. „Es wird kein Zurückrudern geben. Aber eine mögliche Veränderung von Zeiträumen.“

Und dann kommt Silke Engler doch noch kurz auf ihre Hobbys zu sprechen, für die wegen der aktuellen Doppelbelastung kaum Zeit bleibt. Nach der Bürgermeisterwahl wolle sie wieder Zeit für „ihre Feuerwehr“ haben und ihren Chor Mehrklang unterstützen, betont sie. „Weil singen den Kopf frei macht.“

Diese Kandidaten treten ebenfalls bei der Bürgermeisterwahl in Baunatal an: Sebastian Stüssel (CDU) und Jüri Stölzner (Grüne)

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