Baunataler arbeiten mit Stempeln und Farben

Bunte Kunst trotz Farbenblindheit

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Der Kreativität sind keine Grenzen gesetzt: Holger und Claudia Minotto zeigen wie vielfältig ihre Stempelkunst ist. 

Baunatal – Regale bis zur Zimmerdecke mit ausziehbaren Fächern voller Stempel. Überall Stempelkissen, Farben, Papier und Stifte. Aufsteller mit fertigen Notizheften und Grußkarten.

In Holger Minottos Stempelzimmer herrscht ein kreatives Chaos, wie er sagt. Bereits seit 27 Jahren widmet sich der Hobbykünstler seiner Leidenschaft: dem Stempeln. Und in dieser Zeit hat sich nun auch einiges an Stempeln angesammelt. Weit über 1000 Stück besitzen Holger Minotto und seine Frau Claudia. Sie teilt sein Hobby und stempelt ebenso leidenschaftlich gerne.

Angefangen hat alles mit einem kleinen Stempel-Set, dass Holger Minotto beim Aufräumen zufällig gefunden hat. „Das war 1992, da habe ich die alten Poststempel gefunden“, erinnert er sich. Mittlerweile hat er die unterschiedlichsten Stempel und entdeckt auf Messen regelmäßig neue.

Mithilfe der Stempel, mit Sprühfarben und verschiedenen Stiften stellen er und seine Frau Grußkarten her und verschöner Notizhefte. Mit den bunten Farben und schrillen Farbkombinationen fallen die Stücke auf. Das Ungewöhnliche: Minotto selbst ist farbenblind und kann gar nicht sehen, wie schrill die Farbkombinationen sind. „Ich weiß nur, welche Farbe ich verwende, wenn es auf dem Stift oder der Sprühdose draufsteht. Deswegen frage ich immer meine Frau, welche Farbe das grad ist“, erzählt der Hobbykünstler. „Wenn andere dann sagen, diese Farbkombination ginge gar nicht, kann ich nur Fragen: Warum denn nicht?“

In ihrer Wohnung in Kirchbauna haben Minotto und seine Frau nicht nur ein Stempel- sondern mittlerweile auch ein Sprühzimmer für ihr Hobby eingerichtet.

„Das Stempeln ist für mich die beste Entspannung nach der Arbeit“, sagt Holger Minotto. „Stempelyoga nenne ich es auch, weil es super für die Stressbewältigung ist und auch Spaß macht.“ Hauptberuflich arbeitet er in einem Kopierladen. Seine Frau ist eigentlich Bauzeichnerin und arbeitet derzeit in einem Büro mit. Über das Stempeln haben die Minottos viele Menschen kennengelernt, die ihre Leidenschaft teilen. Seit 2001 haben sie in Kassel einen Stammtisch, bei dem sie sich einmal im Monat mit den 14 bis 18 anderen „Stemplern“ austauschen und regelmäßig zum Stempeln treffen. „Wir haben jeden Monat ein anderes Thema zu dem wir uns beim Stempeln austoben können“, erzählt Claudia.

Sie haben außerdem Kontakt zu einem Stempelgeschäft in Berlin. „In Kooperation mit denen stelle ich mittlerweile auch meine eigenen Stempel her“, sagt Holger Minotto. Dazu schreibt er in seiner Schrift Sprüche und Schriftzüge auf, scannt sie ein und schickt sie an das Geschäft. Diese stellen daraus dann die Stempel her.

Bisher haben sie die selbst gemachten, die kleinen Kunstwerke dann nur an Freunde und Familie verschenkt. Seit Ende Januar verkaufen sie ihre gestempelten Unikate im Stadt-Shop an der Friedrich-Ebert-Allee in Baunatal und gehören damit zur Aktion „Made in Baunatal“.

„Es war nie unser Ziel, mit der Stempelkunst Geld zu verdienen“, sagt Claudia, „es war immer nur unser Hobby“. Die Idee, ihre Produkte zu verkaufen kam von Dirk Wuschko, dem Leiter des Stadtmarketings. „Er ist auf uns zugekommen und hat uns gefragt, ob wir nicht Lust dazu hätten“, sagt Holger.

Am Samstag, 30. März, sind die beiden mit ihrer Stempelkunst auch auf dem Baunataler „Kreativmarkt“ vertreten. Von 10 bis 17 Uhr verkaufen sie gemeinsam mit den anderen Ausstellern ihre Stücke im Foyer des Cineplex Kinos. „Wir freuen uns schon sehr darauf und vor allem auch auf die anderen Aussteller“, sagt Claudia.

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