Vortrag in Baunatal

Der erste Blick raubte ihm den Atem: Charles Duke war mit Apollo 16 auf dem Mond

War mit Apollo 16 auf dem Mond: Astronaut Charles Duke berichtete jetzt in Baunatal über seine Erfahrungen bei der Mondlandung 1972.
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War mit Apollo 16 auf dem Mond: Astronaut Charles Duke berichtete jetzt in Baunatal über seine Erfahrungen bei der Mondlandung 1972.

Wenn Charles Duke von seinem Weg zum Mond erzählt, spricht er erstmal von der Erde. Der erste Blick aus der Apollo 16 auf den blauen Planeten habe ihm den Atem geraubt.

Baunatal - Duke ist einer von insgesamt noch vier lebenden Astronauten, die mit dem Apollo-Programm auf dem Mond waren. Im April 1972. Am Montag sprach Charles Duke in Baunatal. „You can’t imagine the first view“ (du kannst dir den ersten Blick nicht vorstellen), sagt der 86-jährige Amerikaner. Anderthalb Stunden berichtete der Astronaut auf Einladung von seinem Freund Heinz Matthias vom Arbeitskreis Christlicher Publizisten in der Steuerberater-Sozietät Jakob in Altenritte über seine Reise ins Weltall.

Duke war neben Commander John Young und Pilot Ken Mittingly für die Mission ausgewählt worden. Schon beim Start sei ihm die ganze Wucht der Saturn V-Rakete bewusst geworden, sagt er. „Die Vibrationen haben uns hin und her geschüttelt“. Mit einigen wenigen Fotos und einem 14-Minuten-Film zeigt der Astronaut, wie es war auf dem Mond. Die Bilder braucht es kaum, die Schilderungen Dukes sind das Wesentliche an diesem Abend.

Duke, der sich vom deutschen Air-Force-Stützpunkt Ramstein aus für das amerikanische Mond-Programm bewarb, erzählt etwa von Ausflügen mit einem Rover auf dem Mond. „Das war das erste Elektroauto“, sagt er. „Jedes Rad wurde einzeln von einem Elektromotor angetrieben.“ Zwei Touren mit dem Fahrzeug zu über zehn Kilometer entfernten Kratern zeigen, dass das Unternehmen durchaus gefährlich war.

Was wäre gewesen, wenn das Auto kaputt gegangen wäre? „Der Sauerstoff für einen Rückweg zu Fuß hätte nur für fünf Kilometer gereicht“, sagt der Astronaut. Und im Film ist dann zu sehen, wie Duke einen spaßigen Hochsprung-Rekord auf dem Mond aufstellen möchte. Dabei knallt er beim Sprung vom Rover mit dem Rücken auf die Mondoberfläche. „Wäre das Versorgungssystem beschädigt worden“, sagt Charlie Duke, „dann wäre ich tot gewesen.“

Der Mann von der NASA berichtet von einer Leere in seinem Leben nach der Rückkehr vom Mond und seiner anschließenden Hinwendung zu Gott. Und er sagt, dass man als Astronaut kein Geld verdienen konnte. Bis heute arbeite er als Motivationstrainer.

Und was hält der Raumfahrer von Plänen für eine Mars-Mission? Die Risiken müssten gut überlegt sein, sagt Duke. Was wäre, wenn jemand auf dem Flug krank werde? Wenn man einmal zum Mars unterwegs sei, gebe es kein zurück. Vom Mond niemals zurück kehrt wohl ein Erinnerungsstück von Duke. Der damals 36-Jährige ließ ein Bild von sich und seiner Frau liegen im feinen Staub des Descartes-Hochlands. (Sven Kühling)

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