Coronavirus im Landkreis Kassel

Doppelschlag fürs Brauhaus: Aus für Baunataler Knallhütte - 38 Mitarbeiter entlassen

Corona in Kassel: Aus für Knallhütte in Baunatal - Mitarbeiter entlassen
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Auch Opfer der Corona-Krise: Das Brauhaus Knallhütte ist auf Dauer geschlossen.

Die Traditionsgaststätte Brauhaus Knallhütte in Baunatal muss schließen. Die Hütt-Brauerei kann die Gaststätte nicht länger am Leben erhalten. Ein Grund dafür ist die Corona-Krise.

Baunatal - Aus für eine Traditionsgaststätte mit geschichtlichem Flair: Das Brauhaus Knallhütte in Rengershausen im Landkreis Kassel hat seine Türen geschlossen. Den 38 Mitarbeitern, darunter viele Teilzeitkräfte, wurde bereits gekündigt. Das teilte Frank Bettenhäuser, Chef der Hütt-Brauerei, auf Anfrage mit. Die Brauerei betreibt seit 14 Jahren die Gaststätte.

Die Brauerei habe sich schweren Herzens zur Schließung des Brauhauses entschlossen, sagte Bettenhäuser. Schuld daran ist nicht nur die Corona-Krise, sondern auch Verluste, die in den vergangenen Jahren beim Betrieb der Gaststätte entstanden sind. Die Gaststätte war das Geburtshaus der Märchenzuträgerin Dorothea Viehmann und pflegte das Erbe der Brüder Grimm.

„Doppelschlag“ für Brauhaus - Wirtschaftliche Auswirkungen verheerend

Bettenhäuser bezeichnet das Brauhaus als „Keimzelle der Hütt-Brauerei“. Doch die Brauer hätten den gastronomischen Betrieb schon vier Jahre subventioniert. Vor einigen Monaten sei es mit dem Umsatz dann wieder aufwärts gegangen.

Frank Bettenhäuser, Chef der Hütt-Brauerei

„Wir waren auf einem guten Weg“, berichtet der Brauereichef. Man habe kalkuliert, dieses Jahr noch einmal 50.000 Euro in den Betrieb zuzuschießen, um dann 2021 in die Gewinnzone zu gelangen. Doch dann habe der Ausbruch des Coronavirus diesen Plan durchkreuzt. Bettenhäuser spricht von einem „Doppelschlag“.

Die Brauerei steckt in einer Zwickmühle. Zum einen musste das Brauhaus wegen der Ansteckungsgefahr durch das Virus schließen. Zum anderen bekam die Brauerei auch selbst die harten wirtschaftlichen Auswirkungen der Corona-Krise zu spüren. Feste, Vereinsveranstaltungen und Gaststätten, wo die Baunataler Brauer ihr Bier sonst absetzen, fallen ersatzlos weg.

Brauhaus Knallhütte - Umsatzverlust bei 30 bis 40 Prozent

Die Hütt-Brauerei hat noch Glück, dass sie ihre Produkte auch über den Einzelhandel und die Supermärkte vertreibt. Dennoch beziffert Bettenhäuser den aktuellen Umsatzverlust auf 30 bis 40 Prozent. Man habe Kurarbeit angemeldet. Über die Zukunft könne man nur spekulieren.

„Wir wissen nicht, was kommt.“ Er rechne damit, dass die Krise nicht so schnell vorbei sein wird und sich die Lockerungen des öffentlichen Lebens nur langsam vollziehen werden. Und wie der Markt dann aufgestellt sein werde, könne man heute noch nicht wissen. Für die Zukunft des Brauhauses kann sich Bettenhäuser beispielsweise eine Verpachtung vorstellen.

Auch Opfer der Corona-Krise: Auch das Brauereifest wird es in diesem Sommer in der gewohnten Form nicht geben.

Das Hütt-Brauereifest, das mit dem Dorothea-Viehmann-Wandertag traditionell an Fronleichnam veranstaltet wird, ist ebenfalls stark gefährdet. Bereits jetzt steht fest, dass es in so großem Rahmen wie in den Vorjahren nicht stattfinden wird, als an die 10 000 Menschen und mehr auf dem Festplatz an der Knallhütte feierten. Vielleicht sei es möglich, etwas Kleinteiligeres zu organisieren, sagt Bettenhäuser. Sämtliche Verträge mit Akteuren habe die Brauerei so abgeschlossen, dass keine Schadenersatzansprüche entstünden, falls das Fest ganz abgesagt werden muss.

„Unsere Entscheidung werden wir mit den mitveranstaltenden Vereinen gemeinsam abstimmen“, erklärte der Brauereichef. Das werde voraussichtlich Ende April geschehen.

Von Peter Dilling

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