Testcenter für VW-Mitarbeiter mit Symptomen

Neben der Autofabrik: So läuft der Corona-Test bei VW

Jan Levin (links) und Kollege Axel Lobmeier tragen blaue Schutzkleidung während sie im Container arbeiten.
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Im Container: Jan Levin (links) und Kollege Axel Lobmeier erfassen die Daten der Mitarbeiter und versehen die Teströhrchen mit einem Barcode. Die Abstriche werden zentral am Klinikum Wolfsburg ausgewertet.

Im VW-Werk im Baunatal gibt es ab jetzt eine Anlaufstelle für Mitarbeiter mit Krankheitssymptomen.

Kassel/Baunatal – „Bitte den Mund weit öffnen“, sagt Jan Levin vom VW-Gesundheitswesen zu Carina Kader. Die 36-jährige Mitarbeiterin der Personalabteilung im VW-Werk Kassel in Baunatal lässt sich am Montag freiwillig auf eine Infektion mit dem Corona-Virus testen. Kader ist eine der ersten, von der probeweise ein Abstrich an dem neuen Container hinter dem werkseigenen Kundencenter genommen wird. Ab dem heutigen Dienstag ist die Anlaufstelle für alle VW-Werker, die Symptome zeigen, geöffnet.

Carina Kader muss ganz kurz würgen, als ihr Levin das Stäbchen für den Abstrich in den Rachen führt. Doch nach wenigen Sekunden ist alles vorbei. Mit Abgabe des vorher telefonisch erhobenen Anamnesezettels an einem Fenster des Containers war für Carina Kader der gesamte Test sowieso nur eine Minutensache.

Nach Eröffnung von Corona-Test-Containern von Volkswagen in Wolfsburg und Braunschweig hat nun auch der nordhessische VW-Standort die Möglichkeit für Covid 19--Tests an Ort und Stelle geschaffen. „Wir befinden uns in der Anlaufphase“, sagt ärztliche Leiterin Heidrun Dietrich. Und wie sind die Kapazitäten der Station ausgelegt?

Leitet das Gesundheitswesen in Baunatal: Ärztin Heidrun Dietrich, hier vor dem Testcenter.

Von allen deutschen Standorten könnten pro Tag 2400 Proben im Klinikum Wolfsburg ausgewertet werden, erläutert die Medizinerin. Die Öffnungszeiten in Baunatal mache man letztendlich vom Bedarf abhängig. Alle 49 Mitarbeiter des hiesigen Gesundheitswesens seien jedenfalls in die Abläufe eingebunden.

Die 17 000 Mitarbeiter können sich allerdings nicht auf eigene Faust untersuchen lassen. Möglich sei das nur für Beschäftigte, die akut symptomatisch seien, erläutern Heidrun Dietrich und ihr Mitarbeiter Ralf Gerlach. Das gelte für das Auftreten von Symptomen „an der der Arbeit oder auch zu Hause“. Nach Rücksprache mit dem zentralen Gesundheitswesen unter 0 53 61/93 33 33 bekomme man zeitnah einen Termin, sagt Dietrich. Dann müsse der Betroffene pünktlich am Container erscheinen – um möglichst Kontakt zu Kollegen zu vermeiden.

Am Container: Jan Levin vom VW-Gesundheitswesen entnimmt einen Abstrich von Carina Kader. Ab heute können sich Mitarbeiter, die Symptome zeigen, neben dem Baunataler Werk auf Corona testen lassen.

In der Teststation versehen die in Schutzanzüge gepackten Mitarbeiter den abgegebenen Fragebogen und das Teströhrchen mit einem Barcode. Der Abstrich komme dann in ein weiteres Röhrchen, dieses dann in einen kleinen Beutel und alles zusammen schließlich in eine Transportbox. „Es ist dreifach gesichert“, betont Dietrich.

Ein Dienstleister bringe die Box dann nach Wolfsburg ans Klinikum. „Das Ergebnis haben die Mitarbeiter dann innerhalb von 24 bis 48 Stunden.“ Bei einem positiven Test werde der Beschäftigte direkt von einem Werksarzt informiert. „Ebenso gibt es unverzüglich eine Meldung an das Gesundheitsamt.“

Die Leiterin des Gesundheitswesens geht davon aus, dass es zunächst ruhig zu geht an der Station. Im Herbst, sagt sie, kämen Menschen mit Erkältungs- und Grippesymptomen dazu. Dann werde der Zulauf am Container deutlich ansteigen. (Sven Kühling)

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