Corona-Tests jetzt auch in Baunatal

Eine sogenannte Schwerpunktpraxis kümmert sich in Baunatal um Menschen, die sich mit dem Corona-Virus infiziert haben. Die Patienten müssen allerdings dorthin überwiesen werden.
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Eine sogenannte Schwerpunktpraxis kümmert sich in Baunatal um Menschen, die sich mit dem Corona-Virus infiziert haben. Die Patienten müsse n allerdings dorthin überwiesen werden.

Auch in der Stadt Baunatal gibt es jetzt eine Schwerpunktpraxis, in der sich Menschen auf eine Infektion mit dem Covid-19-Virus testen lassen können.

Das wurde während der Sitzung des Stadtparlamentes am Montag in der Stadthalle bekannt. Die Diskussion kam durch einen Antrag der Grünen in Gang.

Die Allgemeinmediziner Dr. Sabine Meckbach und Michael Brill bieten den Service seit dem 21. April an. Neben dem regulären Praxisstandort an der Marktstraße 2 gebe es eine extra Infektionspraxis in Rengershausen an der Dorothea-Viehmann-Straße 28, erläutert Meckbach im Gespräch mit der HNA.

Die Praxis biete die Untersuchung, Behandlung und Betreuung von Covid-19-Patienten an, so die Allgemeinmedizinerin weiter. Auch Hausbesuche von Patienten seien möglich – „so lange sie infektiös sind“.

Einfach dort hingehen für einen Abstrich können Menschen mit Symptomen allerdings nicht. Laut Meckbach müsse der Kontakt auf jeden Fall über den Hausarzt, das Gesundheitsamt oder den Ärztlichen Bereitschaftsdienst (Tel. 116117) erfolgen.

Das Einzugsgebiet gibt die Ärztin mit „Baunatal und Umgebung“ an. Meckbach weist ausdrücklich darauf hin, dass man mit dem Angebot keine Konkurrenz zu anderen Hausarztpraxen schaffen wolle. „Wir nehmen den Hausärzten nicht die Patienten weg.“

Zurück zur Sitzung des Stadtparlamentes. Die Grünen forderten seit geraumer Zeit die Einrichtung eines Corona-Testzentrums oder einer Schwerpunktpraxis in der VW-Stadt. Bisher gab es die Möglichkeit für einen Test nämlich nur am Klinikum Kassel. Der Landkreis habe die Fraktion darüber informiert, dass es bereits seit 21. April eine Schwerpunktpraxis in Baunatal gibt, berichtete Fraktionschef Edmund Borschel. Völlig überrascht von dieser Information zeigte sich Bürgermeisterin Silke Engler. „Das ist das Erste, was ich höre“, sagte sie. Dem Baunataler Rathaus liege keine offizielle Mitteilung des Landkreises über das Angebot einer Schwerpunktpraxis in Baunatal vor. Nicht nur wegen dieses Themas war die Parlamentssitzung geprägt von den Folgen der Coronakrise. Stadtverordnete, Magistrat und Verwaltungsmitarbeiter verfolgten die Versammlung mit Mund-Nasen-Schutz. Für viele – darunter auch einige Besucher – ein skurriles Bild. Jeder Stadtverordnete saß mit Abstand zum Nachbarn an einem eigenen Tisch.

SPD-Parlamentarier Dr. Klaus-Peter Lorenz brachte die Situation mit einem Satz zum Nachdenken auf den Punkt: „Früher gab es ein Vermummungsverbot. Jetzt muss man sich vermummen.“

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