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Baunatal ist am Sandershäuser Berg dabei

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Von: Sven Kühling

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Um dieses Gebiet geht es: Oberhalb der Hallen von SMA soll sich ein Interkommunales Gewerbegebiet entwickeln. Baunatal will dabei sein. Archivfoto: Ruth Brosche
Um dieses Gebiet geht es: Oberhalb der Hallen von SMA soll sich ein Interkommunales Gewerbegebiet entwickeln. Baunatal will dabei sein. © Ruth Brosche

Die Stadt Baunatal wird sich am Interkommunalen Gewerbegebiet Sandershäuser Berg beteiligen. Das beschloss eine Mehrheit in der jüngsten Stadtverordnetensitzung. Konkret ist die VW-Stadt damit Partner der zunächst geplanten Erweiterung des Gewerbegebietes oberhalb der Hallen von SMA um 22 Hektar Fläche.

Baunatal – Baunatal will am Sandershäuser Berg mit mehreren Kommunen dabei sein, weil im eigenen Stadtgebiet kaum noch Platz für Gewerbe ist. „Die Stadt Baunatal verfügt derzeit nur noch über ein sehr geringes Angebot an Gewerbeflächen“, heißt es in der Begründung aus dem Rathaus. Freie Flächen seien langfristig für eine mögliche Erweiterung von VW freigehalten worden. Da Nachfrage nach Gewerbegrundstücken bestehe, werde eine Beteiligung empfohlen.

Dem folgte schließlich eine große Parlamentsmehrheit. SPD, CDU, FDP sowie ein Mitglied der Grünen stimmten dafür, der Rest der Grünen-Fraktion dagegen.

„Wenn wir uns als Stadt beteiligen können, sollten wir das auf jeden Fall machen“, sagte stellvertretender SPD-Fraktionsvorsitzender Christian Strube. „Ein Kirchturmdenken kann man mit Interkommunalen Gewerbegebieten umgehen.“ Rainer Oswald von der FDP sah ebenfalls „Synergieeffekte am Sandershäsuer Berg. Er geht langfristig von einer „stabilen Einnahmequelle“ für die Stadt aus.

Das wertete auch Bürgermeisterin Manuela Strube (SPD) am Rand der Sitzung so. „Es gibt kaum noch Einnahmequellen für Kommunen. Da ist eine Beteiligung, wie die am Interkommunalen Gewerbegebiet „Sandershäuser Berg“ eine Möglichkeit, um perspektivisch Mehreinnahmen zu generieren“, sagte sie. Zunächst muss das Rathaus allerdings erstmal das Portemonnaie öffnen. Der nach Einwohnerzahl berechnete Anteil an der Erschließung des Geländes, der 2023 fällig wird, liegt bei 313 000 Euro. „Warum?"", fragte Grünen-Stadtverordnete Henry Richter. Er forderte mit Blick auf die Ausgaben eine Wirtschaftlichkeitsberechnung für das Vorhaben. „Wir können doch heute nicht etwas beschließen, wenn wir nicht wissen, welche Kosten auf uns zukommen.“

„Unsere Fraktion hat sich entschieden, dass die Nachteile überwiegen“, ergänzte Damaris Müller für die Grünen. Das von ihr angekündigte negative Abstimmungsverhalten sorgte dann auch für heftige Kritik durch die anderen Fraktionen. Im Kreistag hätten die Grünen dem Vorhaben einstimmig zugestimmt, erläuterte Andreas Mock (CDU). Im Zweckverband Raum Kassel habe die Fraktion dann diffus abgestimmt. So könnte diese sich später bei Kritik immer das passende Abstimmungsverhalten heraussuchen, so der Vorwurf. Und das ist am Sandershäuser Berg geplant: Die Firma Winkler möchte auf 15 Hektar ein Großhandelszentrum für Nutzfahrzeugteile mit einem bis zu 35 Meter hohen Lagerkomplex errichten. Eine genaue Information seitens der Gemeinde Niestetal und des Investors soll wohl erst im November erfolgen. (Sven Kühling)

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